„Die Bedingungen haben sich drastisch verschlechtert“

Der Fünf-Punkte-Plan für mehr Würde

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Zuletzt in den Negativ-Schlagzeilen: die Anker-Dependance nahe des Frankfurter Rings.

Freimann – Die Berichte der letzten Tage haben ein schockierendes Bild gezeichnet – Jetzt soll die angespannte Situation in Anker-Dependance Funkkaserne über mehrere Maßnahmen entschärft werden

Mehrere Familien, die auf engstem Raum in nur einem Zimmer (!) untergebracht sind, Kinder, die keinen Platz zum Spielen haben und eine von Angst und Hoffnungslosigkeit geprägte, aggressive Stimmung, die zuletzt mehrfach die Polizei auf den Plan rief: Die Meldungen über das Ankerzentrum in der früheren Funkkaserne in Freimann zeichneten zuletzt ein katastrophales Bild – und scheinen nun wachgerüttelt zu haben.

Andrea Betz, Abteilungsleiterin Migration der Inneren Mission München.

„Die Bedingungen für die Flüchtlinge in der Funkkaserne haben sich in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert“, bestätigt Andrea Betz, Abteilungsleiterin Migration der Inneren Mission München. In der Anker-Dependance drängen sich derzeit 230 Flüchtlinge, darunter 80 Kinder bis sechs Jahren. Aufgrund der angespannten Situation hat die Innere Mission München jetzt einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt und mit der Regierung von Oberbayern über dessen Umsetzung verhandelt.

Mittlerweile bestätigte diese, dass verschiedene Verbesserungen vereinbart worden seien. Zwar biete die Unterkunft bereits Aufenthaltsmöglichkeiten. Die Angebote sollen aber „personell und räumlich“ ausgeweitet werden. Künftig sollen keine Kinder mehr in die Bayernkaserne gefahren werden, sondern es soll ein von der Inneren Mission betriebenes „Mini-Family-House“ als Spiel- und Betreuungsangebot für Kinder vor Ort eingerichtet werden. Die Regierung von Oberbayern stelle dafür weitere Räumlichkeiten zur Verfügung.

Zudem werde die Regierung von Oberbayern künftig die Innere Mission bei Asylbewerbern, die verlegt werden sollen, frühzeitig in die Kommunikation einbinden. Weiterer wichtiger Punkt: Familien, die bereits länger als sechs Monate dort leben, sollen in eine Gemeinschaftsunterkunft umziehen können. „Das wollen wir schnellstmöglich erreichen“, so Betz. Dies gelte auch für alle Geflüchteten, die länger als 18 Monate in der Unterkunft leben sowie für Menschen mit Behinderung.

Parallel dazu stellten die Stadtratsfraktion „Die Grünen - rosa Liste“ sowie „Die Linke“ einen gemeinsamen Dringlichkeitsantrag für die Sitzung des Kinder- und Jugendhilfeausschusses am Dienstag, 26. März, in dem sie einen Bericht über die Lage fordern. Die aktuellen Ereignisse zeigten, dass „eine Unterbringung in Ankerzentren für die Betroffenen eine unerträgliche Extremsituation“ darstelle, so der stellvertretende Vorsitzende der Grünen - rosa Liste, Dominik Krause.

hm

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