Parkplatznot 

Parkplatzkampf in Ludwigsfeld

Weil es viel zu wenig Stellflächen gibt: Autos stehen auf Wiesen und im Halteverbot – Anwohner schlagen Alarm.

Gabriele Födö will umziehen. Dabei gefällt es der Münchnerin in der Siedlung Ludwigsfeld sehr gut – es ist die Parkplatznot in der Siedlung östlich der Dachauer Straße, die Födö an den Rande der Verzweiflung bringt: „Nach der Arbeit kurve ich oft bis zu einer Stunde herum, um einen Parkplatz zu finden. Es ist eine Tortur“, klagt sie. 

So wie Gabriele Födö geht es allen Ludwigsfeldern, die ein Auto haben. Die Spuren der Parkplatznot im Viertel sind nicht zu übersehen: Tiefe Furchen ziehen sich durch Grünflächen, Autos stehen im Halteverbot und auf Gehsteigen. „Wir wissen uns nicht anders zu helfen. Unsere Siedlung ist eingegrenzt, wir können nicht ausweichen. Die Polizei lässt die Autos abschleppen, sie hat kein Verständnis für unsere Situation“, sagt Anwohner Jürgen Koller.

Schwierig sei die Parkplatzsituation schon immer gewesen, erzählen die Bürger. Doch mittlerweile sei es „dramatisch“. Als die Siedlung 1952 gebaut worden sei, habe es kaum Autos gegeben. Jetzt habe jede Familie ein, viele sogar zwei Autos. Mit den neuen Eigentumswohnungen und Reihenhäusern, die seit 2000 gebaut worden seien, habe sich die Situation weiter zugespitzt. Zudem verschärfe der Durchgangsverkehr das Problem: Autos von MAN-Mitarbeitern und Linienbusse schlängelten sich durch die engen Straßen. „Wir haben eine Flut von Halteverbotsschildern wegen der Busse!“

„Und jetzt bauen sie an der Kristallstraße noch ein Wohnhaus“, klagt Födo. An die 50 Tiefgaragen- und oberirdische Parkplätze seien dem Neubau zum Opfer gefallen. 

Der Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl will den verzweifelten Siedlungsbewohnern seit Jahren helfen. In einem Antrag bittet er das Planungsreferat jetzt, mit den Siedlungsgesellschaften, Wohnungseigentümergemeinschaften und Eigentümern der Siedlung in Kontakt zu treten und ein „Konzept zur Bewältigung der Parkplatznot in der Siedlung Ludwigsfeld zu erarbeiten“.

Das tue man bereits, heißt es aus dem Planungsreferats: „Die Parkplatzproblematik ist dem Planungsreferat bekannt. Zu diesem Zwecke soll mit dem Grundstückseigentümer, der Patrizia Projektentwicklungs GmbH, in der dritten Kalenderwoche ein Gespräch geführt werden, wie das Problem entschäft werden kann“, sagt Sprecherin Katja Strohhäker auf Hallo-Anfrage.

Auch bei der Patrizia arbeite man „mit Hochdruck an einer Lösung, um die Stellplatzsituation zu verbessern“, sagt Sprecher Ralf Beunink. „Da im Zusammenhang mit der möglichen Errichtung weiterer Stellplätze auf dem Siedlungsgrundstück verschiedene Belange das Bauplanungsrecht, den Baumschutz sowie die Bewohner-Interessen betreffend zu berücksichtigen sind, ist eine sehr kurzfristige Lösung leider nicht möglich“, so Beunink.

Gabriele Födo jedenfalls ist mit ihrer Geduld am Ende. „Wenn in Oberschleißheim eine Dienstwohnung für mich frei wird, bin ich weg“, sagt sie.  

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