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»Wir brauchen den Pfarrer hier«

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Großer Schock im Hasenbergl: Pfarrer Christian Hermann verlässt im Herbst den Pfarrverband St. Nikolaus und Mariä Sieben Schmerzen. „Wenn der geht, bricht wieder alles auseinander“, klagt Gemeindemitglied Anton Thür.

Seit 13 Jahren ist Seelsorger Hermann für den Pfarrverband  zuständig und hat seitdem viel bewirkt: „Der hat die Kinder von der Straße geholt“, berichtet  der 61-Jährige. Außerdem gibt es jetzt ein beliebtes Ferienlager, viele ehrenamtliche Jugendleiter, eine richtige Fronleichnamsprozession und sogar einen Motorradgottesdienst. Auch im Altersheim ist Pfarrer Hermann ein gern gesehener Gast: Gottesdienst immer Mittwochnachmittag. „Die Feldmochinger sind neidisch auf uns und kommen zu uns in den Gottesdienst.“

Die Erzdiözese München-Freising setzt den Pfarrer aus dem Hasenbergl ab Dezember im Oberland ein. „Pfarrer Hermann soll dort den neuen Pfarrverband Schlehdorf/Ohlstadt aufbauen“, erklärt Christoph Kappes, Pressesprecher des Ordinariats. Außerdem sei es üblich, dass Pfarrer in der Diözese München nach maximal 14 Jahren die Pfarrei wechseln.  Die Gläubigen im Münchner Norden können das nicht nachvollziehen: „Das ist für uns reine Willkür. Wir brauchen ihn hier“, sagt Thür.

Zusammen mit seinem Sohn Michael (27) und weiteren Gemeindemitgliedern möchte der 61-Jährige deshalb ein Zeichen setzen –  und hat eine Unterschriften-Aktion gestartet: Pfarrer Christian Hermann soll bleiben! „Knapp 700 haben schon unterschrieben – in nur einer Woche“, berichtet Michael Thür stolz. Sogar Politiker und Seelsorger aus umliegenden Pfarreien stehen auf der Liste. „Die wollen wir auch nach Rom schicken – zu Georg Gänswein, dem Privatsekretär des Papstes“, sagen die Thürs.

Ob das noch etwas bewirken kann, steht allerdings in den Sternen. „An der Entscheidung gibt es nichts mehr zu rütteln“, heißt es vom Ordinariat. Und auch Pfarrer Hermann selbst hat die Entscheidung der Diözese akzeptiert. „Ich wusste, dass es irgendwann soweit sein wird“, sagt Hermann. Überraschend sei allerdings die vergleichsweise kurzfristige Entscheidung gewesen: Erst Ende Mai sei die Versetzung bekannt gegeben worden.

Sein Nachfolger im Hasenbergl steht auch schon fest: Pfarrer Kazimierz Rynkiewicz leitet momentan eine Pfarrei im Landkreis Erding. Kritikpunkt an ihm: „Der ist nur Teilzeit da“, sagen die Thürs. Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit lehrt Rynkiewicz nämlich an der Uni.

Pfarrer Hermann sieht das nicht als Problem: „Pfarrer Rynkiewicz wird das hier sehr gut machen.“ Allerdings räumt er ein: „Ein bisschen was muss bestimmt neu wachsen, wäre auch schlimm, wenn einer geht und alles gleich bliebe.“ Von der Schwarzmalerei seiner Gemeindemitglieder hält er jedoch nicht viel: „Viel mehr wünsche ich mir, dass die Leute zusammenhelfen und den Neuen offen empfangen.“

kk

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