Neue Heimat für die Senioren

ASZ am Stanigplatz soll im kommenden Jahr gebaut werden

+
Beide hoffen, dass das ASZ am Stanigplatz bald gebaut wird.

Feldmoching: 11 452 Bürger über 65 Jahren leben in Feldmoching-Hasenbergl. Trotzdem ist dieser Stadtteil der einzige in München, in dem es noch kein Alten- und Servicezentrum (ASZ) gibt.

Beide hoffen, dass das ASZ am Stanigplatz bald gebaut wird.

Dieser Termin steht seit Jahren fest im Kalender von Hildegard Schwart (83) und Friederike Tausch (89): Montags bis freitags, immer um 12.30 Uhr treffen sich die beiden mit vielen anderen Senioren aus dem Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl im Seniorenpavillon der Diakonie zum Mittagstisch. „Vor zehn Jahren ist mein Mann gestorben“, erzählt Schwart. „Dann wollte ich nicht mehr allein sein, seitdem bin ich da.“ Auch Tausch freut sich über die Gesellschaft: „Man lernt nette Leute kennen und kriegt mit, wenn irgendwo was los ist“, sagt sie. 

Wie den beiden geht es vielen Senioren im Viertel – doch nicht alle können am Mittagstisch teilnehmen. „Wir haben zur Zeit einen Anmeldestopp und können keine weiteren regelmäßigen Plätze mehr vergeben“, erklärt Diakon Ralf Maushake, der Leiter der Seniorenarbeit der Diakonie Hasenbergl, die den Seniorenpavillon betreibt. Auch sonst würde die Diakonie das Beratungs- und Veranstaltungsangebot gerne ausbauen – doch die Kapazitäten sind beschränkt.

19,2 Prozent der Bewohner sind älter als 65 Jahre

Denn der Stadtteil ist der einzige in München, der noch kein Alten- und Servicezentrum (ASZ) hat – obwohl dort 11 452 Bürger über 65 Jahren leben. Das entspricht 19,2 Prozent der Bewohner – mehr als der Münchner Durchschnitt. Jetzt hoffen die Senioren, dass sie doch bald ein ASZ bekommen. Die Zeichen stehen auf einen Baubeginn im Jahr 2018 für das geplante neue Gebäude am Stangigplatz. Das verkündete auch Elisabeth Solchenberger vom Sozialreferat bei den Seniorentagen. Die Stadt betont, das Projekt „mit höchster Dringlichkeit“ zu verfolgen.

Das Gebäude wird von der Grundstückseigentümerin, der DIBAG Industriebau AG gebaut. Das ASZ ist im Erdgeschoss geplant. Ursprünglich war vorgesehen, dass diesen Sommer der Bauantrag gestellt wird. Dann hätten im Frühjahr die Bauarbeiten starten können. Doch es gibt Verzögerungen. „Es verschiebt sich ein bisschen nach hinten“, erklärt ein DIBAG-Mitarbeiter. „In Kürze ist aber der Bauantrag fertig und wir reichen ihn ein.“

Die Stadt wird die Fläche später mieten und die Trägerschaft ausschreiben. Die Diakonie will sich dafür bewerben. Sie würde sich gerne auch künftig weiter um die Seniorenarbeit im Viertel kümmern.
Claudia Schuri

Das ist in dem Zentrum geplant

Das geplante Alten- und Servicezentrum für den Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl soll eine Gesamtfläche von 710 Quadratmetern haben. Die Nutzfläche wird rund 600 Quadratmetern betragen. Geplant sind unter anderem ein Begegnungsraum mit Cafeteria, drei Gruppenräume, ein Gymnastikraum sowie zwei Räume, die für verschiedene Gelegenheiten genutzt werden können. Auch ein Küchenbereich sowie ein Beratungsraum und vier Büros sind vorgesehen. Außerdem soll es eine Freifläche geben. Wie groß diese sein wird, steht jedoch noch nicht fest.

Das Angebot des Alten- und Servicezentrums richtet sich an alle Senioren aus dem Stadtteil. Ziel ist es niederschwellige Unterstützung sowie Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung zu bieten. Es könnte zum Beispiel den Mittagstisch, weitere Veranstaltungen, Kurse und Beratungsangebote geben.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare