Raser in der Lerchenauerstraße

Schulweghelfer und Kinder in Angst

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Eltern und Schüler des Viertels wollen eine Blitzerampel an der Kreuzung Lerchenauer Straße/Waldrebenstraße.

Lerchenau - Weil Immer mehr Autofahrer die Lerchenauerstraße bei rot queren, fordern Eltern und Viertelbewohner Handeln vom Bezirksausschuss

Günther Amberg hat einen gefährlichen Job. Seit fünf Jahren steht er morgens an der Kreuzung Lerchenauer Straße/Waldrebenstraße, um dort Schul- und Kindergartenkindern über die Straße zu helfen. Und jedes Mal hofft er aufs Neue, nicht selbst überfahren zu werden. Denn genau das ist dort einem seiner Schulweghelfer-Kollegen passiert: Der Unfall ist zwar schon drei Jahre her, aber „der Mann hat heute noch gesundheitliche Probleme“, so Amberg. Seit dem Vorfall hat sich nicht viel geändert. Im Gegenteil: „Viele Autofahrer werden immer rücksichtsloser“, erklärt Amberg. „Das Problem ist, dass immer mehr bei rot über die Ampel fahren.“ 

Eine Blitzerampel soll die Raser aufhalten

Rund 90 Kinder überqueren laut den Elternbeiräte des Hauses für Kinder St. Agnes und der Waldmeisterschule täglich an der Kreuzung die Lerchenauer Straße. Die Elternvertreter fordern deswegen, dass dort eine Blitzerampel eingerichtet wird. „Das würde viele abschrecken, die Ampel einfach zu überfahren“, hofft Mutter Sonja Bonfim, deren Söhne in den Kindergarten und die dritte Klasse der Grundschule gehen. Bereits vergangenes Jahr wurde nach Lösungen für das Problem gesucht. Nach einem Vorort-Termin mit dem Kreisverwaltungsreferat wurde schließlich die Ampelschaltung verändert und die Sicherheitsphase, in der alle Verkehrsteilnehmer rot haben, verlängert. Doch dauerhaft genutzt habe das nichts, so die Eltern: „Viele Autofahrer kalkulieren das inzwischen schon mit ein“, sagt Jana Dressel vom Elternbeirat. Rotlichtverstöße sind laut Schulweghelfer Günther Amberg deshalb die Regel. „Oft fahren in einer halben Stunde zwischen fünf und zehn Autos über die rote Ampel.“ 

Trotz Probleme wollen die Eltern nicht aufgeben

Doch eine Blitzerampel zu installieren ist schwierig, wie die Polizei mitteilte, als die Eltern ihr Anliegen in der Sitzung des Bezirksausschusses Feldmoching-Hasenbergl vorgebracht haben. „In München werden Blitzerampeln nur an ganz großen Kreuzungen installiert“, erklärt Rupert Stegherr von der zuständigen Polizeiinspektion 43. Zum einen seien die Anlagen sehr teuer, zum anderen sei es generell schwer, Rotlichtverstöße nachzuweisen. Der Bezirksausschuss hat dennoch beschlossen, den Wunsch der Eltern zu unterstützen. Schulweghelfer Günther Amberg jedenfalls will sein Ehrenamt nicht aufgeben. „Die Gefahr verdränge ich, sonst müsste ich wirklich aufhören“, sagt er. „Aber ich mache es einfach gerne und freue mich immer, wenn die Kinder kommen. Die meisten kenne ich inzwischen schon persönlich.“Claudia Schuri

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