Eggarten-Bebauung: Wut und Frustration in der Kleingartensiedlung

„So was Schönes gibt’s nie wieder“

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Heute noch zieren historische kleine Bauten und idyllisch bepflanzte Gärten den Bereich, doch offenbar nicht mehr lange ...

Lerchenau - Bedrückte Stimmung anstelle von Gartenparties und guter Stimmung: Die Bebauung der historischen Kolonie Eggarten besorgt die Pächter

Die Stimmung ist bedrückt. Trotz schwülwarmer Temperaturen haben sich jetzt um die 30 Bürger zum Stadtteilspaziergang am Lerchenauer See zusammengefunden. Dominierendes Thema: Die Bebauung der historischen Kolonie Eggarten durch das Immobilienunternehmen CA Immo (Hallo berichtete).

Friedrich Hödl hängt sehr an der Kleingartenkolonie. Schon seine Eltern hatten hier ein Grundstück gepachtet.

„Der aktuelle Zustand ist für die Gartenpächter untragbar“, beklagt sich Friedrich Hödl. Seine Eltern hatten 25 Jahre lang einen Garten in der Kolonie gepachtet. Auch heute ist er noch oft dort. „Durch die Vertragsbefristung auf ein Jahr befinden sich die Pächter in einem andauernden Schwebezustand und wissen nicht, ob sich eine Investition in ihren Garten überhaupt noch lohnt“.

Liselotte Hofer (88) wurde in der Kolonie geboren und lebte dort als Kind.

Auch Liselotte Hofer ist bestürzt über die geplante Umgestaltung ihrer einstigen Heimat: „Es ist furchtbar. Überall wird gebaut, das ist wirklich traurig“. Die 88-Jährige wurde in der Kolonie geboren und lebte dort als Kind. Obwohl sie mittlerweile in Trudering wohnt, wollte sie sich ein eigenes Bild von der Situation machen. „Die Jugend hier war so schön, da konnte man noch überall frei rumlaufen“, erinnert sie sich.

Norbert Köbrich hat seit 18 Jahren einen Garten gepachtet.

Den derzeitigen Gartenpächtern ist ihre Frustration am deutlichsten anzumerken. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Mit uns redet ja niemand!“, beschwert sich Norbert Köbrich. „Durch die Bebauung wird alles zerstört. So was Schönes gibt’s nie wieder“.

Auch wenn sich alle sicher sind, dass eine Bebauung kurz bevorsteht, soll dafür gekämpft werden, möglichst viel zu erhalten. Als nächster Schritt steht ein runder Tisch mit allen Beteiligten an.

Julia Karpinski

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