Traditionsveranstaltung

Wegen Baustelle: Rosstag fällt aus

Rosstag in Feldmoching (Archivbild): Einmal im Jahr ziehen Pferdegespanne durchs Viertel. Das ist Brauch und Tradition.

FELDMOCHING Weil in der Pflaumstraße gewerkelt wird, kann die Traditionsveranstaltung nicht stattfinden

Er ist gute Tradition: der Rosstag in Feldmoching. Seit 30 Jahren ziehen Rösser, Gespanne, Blasmusik, Krautwagen, Kirchenwagen und Goaßlschnalzer durchs Viertel. Gelebtes Brauchtum. Am 12. Oktober wäre es wieder so weit. Doch es gibt lange Gesichter: Denn der Rosstag fällt heuer aus.

Ganz wohl ist Gregor Gerl nicht bei dem Gedanken. Doch der Vorsitzende der Feldmochinger Rossler hat gemeinsam mit Rosstag-Gründer Franz Gruber die Entscheidung treffen müssen. „Es war nicht anders möglich.“

Grund ist die Baustelle in der Pflaumstraße. „Dass uns die tangiert,war nicht abzusehen. Sie gehört nicht zum Umzugsweg“, sagt Gerl. Doch das war ein Irrtum. Die MVG hat dem Verein nun mitgeteilt, dass sie den 172er-Bus von Feldmoching nach Dachau nicht umleiten kann. Wegen eben jener Baustelle, da die Pflaumstraße nur einspurig befahrbar, teils ganz gesperrt ist. Eine Bus-Umleitung ist aber Voraussetzung für den Pferde-Zug durch die Gemeinde.

„Wir sind alles Mögliche durchgegangen“, sagt Gerl. Den Bus durch die Gespanne zu leiten, ist nicht vorstellbar. Hinzu kommt, dass ja nicht nur der ÖPNV von einer Streckensperrung für den Umzug betroffen wäre. „Was machen wir mit den Autos?“

Die Alternative wäre, die Gespanne umzuleiten. „Doch das ist nicht im Sinne der Veranstaltung. Das würde nur Chaos hervorrufen“, sagt Gerl. Der Rosstag sei eingefahrene Tradition, jeder wisse, was zu tun ist. Das könne man nicht über den Haufen werfen. „Eine komplett neue Organisation ist in der Kürze der Zeit auch nicht machbar“, sagt Gerl. „Dann passiert noch irgendwas oder es wird etwas vergessen, dann heißt es, warum macht ihr das überhaupt dieses Jahr?“

So leid es den Veranstaltern auch tut, mit der 30-jährigen Tradition zu brechen: „Wir verzichten darauf, so schade wir das finden.“ Den schwarzen Peter will Gerl niemandem zuschieben, Stadt und auch MVG hätten sich äußerst bemüht und kooperativ gezeigt. „Wir machen es im nächsten Jahr wieder“, verspricht Gerl. „In gewohnter Weise.“ Und in gewohnter Tradition. ska

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