Historischer Rückblick zum Gründungsjubiläum

100 Jahre Lerchenau: Was aus der Gärtnersiedlung wurde

Der Mann für Alles: Kohlehändler Hans Kari nutzte sein dreirädriges Mobil auch als Taxi, Feuerwehrauto oder Krankenwagen. Die Aufnahme stammt von 1933.
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Der Mann für Alles: Kohlehändler Hans Kari nutzte sein dreirädriges Mobil auch als Taxi, Feuerwehrauto oder Krankenwagen. Die Aufnahme stammt von 1933.
Zu sehen ist eines der ersten Häuser in der Lerchenau. Dieses gehörte dem Kohlehändler Hans Kari und stand in der Adlerfarnstraße. Kari zog aufgrund der besseren Handelsmöglichkeiten später in die Irisstraße um.
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Zu sehen ist eines der ersten Häuser in der Lerchenau. Dieses gehörte dem Kohlehändler Hans Kari und stand in der Adlerfarnstraße. Kari zog aufgrund der besseren Handelsmöglichkeiten später in die Irisstraße um.
Dieses Bild zeigt die damalige Münchner Straße in Blickrichtung Süden im Jahr 1936. Damals war die Straße noch ungeteert und kaum Häuser standen am Straßenrand …
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Dieses Bild zeigt die damalige Münchner Straße in Blickrichtung Süden im Jahr 1936. Damals war die Straße noch ungeteert und kaum Häuser standen am Straßenrand …
… Heute sieht das ganz anders aus. Auch der Name der Straße hat sich mittlerweile geändert: Die damalige Münchner Straße heißt heute Lerchenauer Straße und ist die größte Straße im Stadtteil.
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… Heute sieht das ganz anders aus. Auch der Name der Straße hat sich mittlerweile geändert: Die damalige Münchner Straße heißt heute Lerchenauer Straße und ist die größte Straße im Stadtteil.
Zu sehen ist die alte und 1. Kirche der Lerchenau. Einst ein alter Schafstall, wurde sie zur Kirche umfunktioniert. Seit 1957 gibt es jedoch die neue Kirche, die alte wurde 1958 nach deren Bau abgerissen, um Platz für die neue Grundschule zu machen.
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Zu sehen ist die alte und 1. Kirche der Lerchenau. Einst ein alter Schafstall, wurde sie zur Kirche umfunktioniert. Seit 1957 gibt es jedoch die neue Kirche, die alte wurde 1958 nach deren Bau abgerissen, um Platz für die neue Grundschule zu machen.
Die Gärtnerei Pröbstl war eine der 1. Gärtnereien und bereits vor der offiziellen Namensgebung um der Lerchenau 1897 dort. Das Haus ist als eines der Wenigen immer noch zu betrachten, es steht direkt an der Lerchenauer Straße. Familie Pröbstl führte neben ihrer Gärtnerei noch einen Gemüseladen in Schwabing und einen Chirstbaumverkauf.
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Die Gärtnerei Pröbstl war eine der 1. Gärtnereien und bereits vor der offiziellen Namensgebung um der Lerchenau 1897 dort. Das Haus ist als eines der Wenigen immer noch zu betrachten, es steht direkt an der Lerchenauer Straße. Familie Pröbstl führte neben ihrer Gärtnerei noch einen Gemüseladen in Schwabing und einen Chirstbaumverkauf.
Die Gärtnerei Ettner war ebenfalls eine der ersten Gärtnereien in der Lerchenau. Sie stand bereits 1918. Wie die Meisten wanderten die Ettners aus der Stadt aus, um die weiten Grünflachen zu nutzen.
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Die Gärtnerei Ettner war ebenfalls eine der ersten Gärtnereien in der Lerchenau. Sie stand bereits 1918. Wie die Meisten wanderten die Ettners aus der Stadt aus, um die weiten Grünflachen zu nutzen.
Hier eine Aufnahme von Familie Ettner bei der Arbeit vor dem Haus. Leider ist das Haus in dieser Form heute nicht mehr aufzufinden.
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Hier eine Aufnahme von Familie Ettner bei der Arbeit vor dem Haus. Leider ist das Haus in dieser Form heute nicht mehr aufzufinden.

Vor 100 Jahren kam die Lerchenau offiziell zu ihrem Namen: Was sich seither in der Siedlung getan hat und wo man noch auf ihren historischen Spuren wandeln kann, verrät Karola Kennerknecht in Hallo.

Es gibt Grund zu feiern: Die Lerchenau wird im Mai 100 Jahre alt. Seitdem hat der Stadtteil viel erlebt und sich ständig verändert. Hallo traf die Vorsitzende des Bürgervereins Lerchenau, Karola Kennerknecht, um mit ihr über die Entwicklung des Stadtteils zu reden.

Die ersten Siedler aus der Stadt München ließen sich bereits weit vor der offiziellen Namensgebung 1919 in der heutigen Lerchenau nieder. Heute ist das Gebiet kaum wiederzuerkennen. „Es liegt ein extremer Wandel vor“, sagt Kennerknecht. Wo früher noch Grünflächen hinter den einzelnen Grundstücken waren, stehen heute weitere Häuser dicht aneinandergereiht. Dazu haben verschiedene Wachstumswellen geführt: die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen, die neue Kanalisation oder der Zuzug von Mitarbeitern großer Firmen wie BMW.

„Durch den Zuzug von Zweckanwohnern leidet aber auch das gesellschaftliche Leben innerhalb der Lerchenau. Die Leute sind heutzutage mehr in die Stadt orientiert, was das Nachbarschaftsverhältnis abschwächt“, so Kennerknecht. Auch die stetige Modernisierung der Nachbarschaft sei keine ideale Entwicklung: „Es ist schade, dass dadurch so viele Grünflächen und alte Erinnerungen verloren gehen.“

Anlässlich des Jubiläums ist eine Feier am 14. September geplant, zu der es auch eine Ausstellung geben soll. Näheres steht aber noch nicht fest.

Benedikt Strobach

Leben im Grünen

Im Mai 1919 wurde in einer Mitteilung bekanntgegeben: „(...) wird genehmigt, daß das Gebiet (...) die amtliche Ortsbezeichnung ,Kolonie Lerchenau’ führt.“ 

Doch bereits vor der offiziellen Namensgebung war die Lerchenau besiedelt. Hauptsächlich Gärtner nutzten damals die weiten Grünflächen vor der großen Stadt. Bis 1911 bestand die damalige Kolonie aus zwölf Häusern, zum Gründungsdatum waren es bereits 40. Im Laufe der Zeit kamen dann immer mehr dazu. 

Die Landwirtschaft war damals der Hauptfokuspunkt der Anwohner, dennoch gingen die meisten auch weiteren Tätigkeiten nach, wie dem Betrieb eines Christbaumverkaufs oder eines Milchladens. Manche der damaligen Häuser und Geschäfte der Siedler sind heute noch zu sehen, wie etwa die Gärtnerei Pröbstl oder alte Gewächshäuser der Gärtnerei Hausler.

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