Bahn bleibt stur

Bahnhof Feldmoching: Keine Rolltreppe für Fahrgäste. Wie gehts jetzt weiter?

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Reinhard Sachsinger kämpft seit Jahren für eine Nachrüstung der Rolltreppe an Gleis 1.

Reisende mit Gepäck, mit einem Kinderwagen oder Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung  stehen am S-Bahnhof  Feldmoching vor einem Problem: Es gibt keine Rolltreppe.

Feldmoching - Mit der S1 vom Flughafen nach Feldmoching und dort in die U-Bahn umsteigen – für viele Urlauber mit Gepäck ist das die perfekte Lösung, um die Heimat zu erreichen. Doch erwartet sie am Bahnhof in Feldmoching ein großes Problem.

Bahnhof Feldmoching - Menschen mit Behinderung sind hier benachtteiligt

Vor dreizehn Jahren wurde der Bahnhof um ein Gleis in Richtung Innenstadt erweitert. Ein neuer Bahnsteig wurde errichtet und mit ihm eine Rampe für eine Rolltreppe in das U-Bahn Geschoss.

„Diese Rolltreppe wurde bis heute nicht eingebaut“, erzählt Anwohner Reinhard Sachsinger, der sich schon länger mit der Problematik beschäftigt. Wer auf Gleis 1 ankommt und zur U-Bahn möchte, muss zwangsweise die Treppe nehmen – egal ob mit Gepäck oder ohne.

Dieser Zustand sei laut Sachsinger vor allem für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung nicht zumutbar: „Der einzige Aufzug ist nur durch Überquerung einer Straße erreichbar und nicht ausgeschildert.“

Antwort vom Planungsreferat komnt frühestens Ende Mai

In der Vergangenheit startete Sachsinger mehrere Versuche, um den Einbau einer Rolltreppe voran zu bringen. Mit Grünen-Stadtratsmitglied Josef Högl kam es zu einem persönlichen Treffen vor Ort, in dessen Anschluss eine Anfrage an die Stadtverwaltung formuliert wurde. Man erwarte Antworten auf die Frage, wer die Verantwortung für den Ausbau trage und ob es aktuell Pläne für eine Rolltreppe gebe, heißt es von der Stadtratsfraktion.

Ende 2018 wurde die Anfrage eingereicht und später vom Planungsreferat an das Referat für Arbeit und Wirtschaft weitergeleitet. Die Bearbeitungsfrist wurde bis zum 31. Mai verlängert. Bis dahin müssen sich die Grünen – und die Feldmochinger – gedulden.

Bahnhof Feldmoching - Bahn selbst sieht keinen Handlungsbedarf

Die Bahn selbst sieht keinen Handlungsbedarf. Auf Hallo-Anfrage erklärte eine Sprecherin des Unternehmens den Bahnhof für „vollständig barrierefrei“. Man habe damals die Vorrichtung für eine Rolltreppe vorausschauend geplant, um Sprungkosten zu vermeiden.

Bei Sprungkosten handelt es sich um Kosten, die bei einem nachträglichen Einbau entstehen würden. Eine Nachrüstung sei nicht geplant – die Bahn verweist dabei auf den Aufzug am Vorplatz des Bahnhofes: „Sollte der Einbau weiterhin gewünscht sein, müsste die Finanzierung durch einen Dritten sichergestellt werden.“

Die benötigte Vorrichtung ist schon da und mutiert derzeit zur Müllhalde.

Bis eine Lösung in Sicht ist, kann es noch dauern. So lange versinkt die Rampe im Müll: laut Sachsinger werde an dieser Stelle nie geputzt, dabei sei dies dringend nötig. Fahrgäste nutzen die Vorrichtung regelmäßig als Mülleimer. Tim Pohl

Auch am Laimer Bahnhof haben Reisende Probleme von und zu den Zügen zu kommen, denn Bahnsteig-Lifte fallen ab November 2020 für drei Jahre aus. Auch am Romanplatz sorgen Bauarbeiten für mächtig Chaos.

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