Diese Frauen planen einen neuen Betreuungsdienst für das Quartier

Lerchenau – Vergessene Siedlung?

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Sarah Ehrenstein (links) von der Diakonie Hasenbergl und ihre Kollegin Sigrid Möbs, die verantwortlichen Stadtplanerin.

Lerchenau – Endlich tut sich etwas in Sachen Quartiersentwicklung: Seit rund vier Monaten arbeiten Sarah Ehrenstein und Sigrid Möbs auf Hochtouren, um das Viertel lebendiger zu machen

„Wir wollen die Nachbarschaft wieder zusammenbringen“, betont Sarah Ehrenstein von der Diakonie Hasenbergl. Vor rund vier Monaten hat die Sozialpädagogin mit Kollegin Sigrid Möbs, der verantwortlichen Stadtplanerin, in der Kapernaumkirche am Lerchenauer See Quartier bezogen, und versucht, sich über die Bedürfnisse der Anwohner ein Bild zu machen: „Einkaufen, Veranstaltungen und gemeinsame Begegnungen sind die Hauptthemen bei den Senioren“ (Hallo berichtete).

Ihr Aufgabe besteht nun darin, den Betreuungsdienst aufzubauen. Dieser soll von der Einkaufshilfe, über die Begleitung zum Friedhof bis zur stundenweisen Entlastung pflegender Angehöriger, notwendige Unterstützung vermitteln: „Dazu suchen wir ab sofort Menschen, die Lust haben, mitzuwirken. Wir prüfen, ob wir den Job zum Beispiel auf 450-Euro-Basis anbieten können“, erklärt die Quartiermanagerin. Ziel sei es, den Dienst anerkannt zu bekommen, um ihn in der Pflegeversicherung abrechnen zu können. Bereits im Sommer soll das Angebot starten.

„Gefühlt ist die Siedlung ein wenig vergessen, die Versorgung ist wirklich minimal. Und ob sich das irgendwann ändert, ist für die Menschen nicht wichtig. Sie benötigen die Versorgung jetzt “, betont Ehrenstein das Problem: „Genau da setzt auch meine Kollegin an“. Sigrid Möbs plant derzeit eine Veranstaltung, die sich auf die genannten Wünsche der Senioren bezieht. Sie sollen sich mit Interessierten treffen, um gemeinsam denkbare Hilfsangebote anzustoßen. Erste kleine „Miniaktionen“ laufen bereits. Alle sechs bis acht Wochen informieren die Diakonie-Mitarbeiterinnen auf Veranstaltungen zu Themen wie Hausnotruf, Alzheimer, Testament, machen auf Möglichkeiten aufmerksam wie präventive Hausbesuche.

Derzeit bieten sie den Schnee-Einkaufshilfsdienst an: „Damit wollen wir Präsenz zeigen, uns bekannt machen. Unser Ziel ist es, die Siedlung wieder lebenswerter zu machen“, erklärt Sarah Ehrenstein. „Idealerweise wollen wir erreichen, dass der junge Mann von nebenan dem älteren Ehepaar bei Besorgungen hilft und im Gegenzug sich die älteren Herrschaften um die Pflanzen kümmert wenn der nette Nachbar im Urlaub ist.“ 

Manuela Praxl-Langer

Wer Unterstützung benötigt, oder anbieten möchte, kann sich bei Sarah Ehrenstein und Sigrid Möbs, in der Joseph-Seifried-Straße 27 melden. Entweder unter Telefon 314 001-84 oder 314 001-83 – oder per E-Mail an ehrenstein@diakonie-hasenbergl.de beziehungsweise unter moebs@diakonie-hasenbergl.de.

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