Nachrichten aus der Bürgerversammlung in Feldmoching-Hasenbergl

Antrag mit Nachdruck: Bürger fordern OB Reiter

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Oberbürgermeister Dieter Reiter kündigt an, dass er die Bürger in Feldmoching noch in diesem Jahr persönlich besuchen will.

Feldmoching/Hasenbergl – Sie fühlen sich von der Lokalpolitik vergessen: Welche Themen die Bürger im Norden bewegen und was der OB ihnen auf Hallo-Anfrage verspricht, lesen Sie hier

Die Feldmochinger fühlen sich von der Stadt vernachlässigt. Das zeigte sich bei der Bürgerversammlung deutlich. Ein Feldmochinger forderte, dass der Oberbürgermeister im Stadtteil eine Bürgersprechstunde anbieten solle. „Es ist Aufgabe der Politik, ansprechbar zu sein“, hieß es in dem Antrag. Reiter dagegen sei so gut wie nie vor Ort.

Das stört auch Dirk Höpner vom „Übergreifenden Bündnis Nord“, das sich vor allem gegen die ursprünglich geplante Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) gewehrt hatte (Hallo berichtete). Im Januar 2018 hatten die Gegner eine Informationsveranstaltung zu dem Thema organisiert, zu der rund 1400 Bürger gekommen waren. Auch Reiter wäre eingeladen gewesen: „Aber er sagte, dass er das ganze Jahr keine Zeit mehr hätte“, beklagte sich Höpner. „Stets ist uns abgesagt worden, dabei gibt es so viele Bürger, die sich viele Sorgen machen.“ 

Höpner würde gerne noch einmal eine Infoveranstaltung mit Reiter organisieren. „Der OB kann sich sicher sein, dass die voll sein würde“, kündigte er an. „1500 Leute würden auf ihn warten.“ Wie groß das Interesse daran bei den Feldmochingern ist, zeigte sich bei den Abstimmungen am Ende: Höpners Antrag wurde einstimmig angenommen und auch für den Wunsch nach einer Bürgersprechstunde gab es eine sehr deutliche Mehrheit. 

Claudia Schuri

Das verspricht Dieter Reiter in Hallo

„Der Wunsch aus der Bürgerversammlung freut mich. Er zeigt, dass das Format meiner OB-Bürgersprechstunde von den Münchnern angenommen wird. Und natürlich gibt es diesen Wunsch nicht nur aus Feldmoching-Hasenbergl (...). Allerdings sind diese Bürgersprechstunden nur dann sinnvoll (...), wenn die Ideen und Bitten, sofern die Anliegen nicht am Abend zu lösen sind, im Nachgang von der Verwaltung bearbeitet werden können. Auch deshalb kann ich nicht alle zwei bis drei Wochen eine solche Bürgersprechstunde ausrichten.
Ich werde aber in diesem Jahr auf jeden Fall zum Stadtviertelbesuch nach Feldmoching-Hasenbergl kommen – das ist bereits in der Planung – und freue mich auf intensive Gespräche vor Ort!“

Votum gegen Wachstum

Die Feldmochinger sprachen sich mit sehr großer Mehrheit gegen eine Bebauung des rund 900 Hektar großen Gebiets zwischen Ludwigsfeld, Feldmoching und Fasanerie-Nord aus.

Wie viel Wachstum verträgt der Münchner Norden? Die Feldmochinger sprachen sich mit sehr großer Mehrheit gegen eine Bebauung des rund 900 Hektar großen Gebiets zwischen Ludwigsfeld, Feldmoching und Fasanerie-Nord aus. Dabei lehnten sie zum einen die ursprünglich geplante städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) als auch das neu geplante „Kooperatives Stadtentwicklungsmodell Feldmoching-Ludwigsfeld“ (KOSMO) ab. Der Planungsausschuss hat bereits eine Machbarkeitsstudie dafür beauftragt (Hallo berichtete).

So beantragte Sonja Sachsinger, dass „der Grüngürtel am Rande des Stadtviertels“ von Bebauung freigehalten wird. „Dabei meine ich auch das so genannte Siedlungsgebiet in Feldmoching“, erklärte sie. „Das ist kein Siedlungsgebiet, das sind landwirtschaftliche Flächen. Und so soll es auch bleiben.“ Ein unbebauter Puffer zwischen Stadt und Umwelt sei als Frischluftschneise für das Stadtklima von immenser Bedeutung, erklärte sie.

Einen Antrag stellte auch ihr Ehemann, Reinhard Sachsinger, der sich in der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Münchner Norden“ engagiert. Seine Forderung: „Keine SEM und auch kein KOSMO im Münchner Norden“. Auch ohne eine dieser Maßnahmen bekäme Feldmoching durch Nachverdichtung etwa 15 000 neue Einwohner, erklärte er. „Und es verschwinden 60 Hektar Acker- und Grünland.“ 

Claudia Schuri

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