Lärmschutz? – Fehlanzeige!

So wollen Anwohner die Bahn ausbremsen

+
Stefanie Bartle und Renate Pfeiffer wollen eine Gesetzesänderung.

Feldmoching – Mit mehr als 100 Dezibel donnern Züge durch die angrenzenden Wohngebiete – 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Stefanie Bartle und Renate Pfeiffer kämpfen deshalb für eine Gesetzesänderung

Schon seit Jahren wollen die Anwohner, die am Gleis in Feldmoching wohnen, Lärmschutzwände. Stefanie Bartle, Vorsitzende des Aktionskreises contra Bahnlärm München Nord, fordert jetzt eine Gesetzesänderung: „Die Zunahme des Schienenverkehrs muss als wesentliche Änderung gelten“, erklärt Bartle, die nur wenige Meter von dem Gleis entfernt lebt. 

Das Problem: Es handelt sich um ein Bestandsgleis. „Eine wesentliche Änderung sind bauliche Maßnahmen, wie die Verlegung eines zweiten Gleises“, führt Bartle aus. „Nur dann muss Lärmschutz bisher neu bewertet werden. Eine Zunahme des Zugverkehrs zählt nicht.“

26 Züge fahren durchschnittlich pro Tag, das sind fünf mehr als 2011. „Die Zahlen steigen stetig“, meint Mitstreiterin Renate Pfeiffer. Gemütliches Grillen im Garten oder entspannte Nachtruhe? Fehlanzeige! Bereits im November 2016 schreibt die Bahn AG dem Aktionsbündnis, Anwohner müssen den Lärm dulden, da das Gleis eher als ihre Wohnsiedlung bestand.

Diese wollen das keinesfalls dulden: „Kein Bürger darf nachts den Rasen mähen, aber die Bahn darf mit 100 Dezibel sechs Meter von den Häusern vorbeifahren.“

Bartle und Pfeiffer fürchten einen weiteren Anstieg des Verkehrs, wenn die Bahn die Feldmochinger Kurve anbindet: Die Bahn kontert: „Es reduziert den Verkehr, da er direkt zu BMW und zum Rangierbahnhof abgeleitet wird.“

Wenig überzeugend für die beiden, die ein weiteres Ärgernis sehen: „Der Brenner Basistunnel kommt. Dann sollen sich in Europa die Zahlen der Züge verdoppeln, also auch hier.“ Für die Bahn ist das „Quatsch“: „Züge, die nicht nach München sollen, fahren auch nicht durch München. Sicherlich wird sich der Verkehr erhöhen, aber es ist nicht geplant, dass mehr Züge durch Feldmoching fahren, das wäre für die Züge ein Umweg.“

Für die Bürgerversammlung am 2. April kündigt Bartle einen Antrag des Vereins an: „Die Stadt soll sich erkundigen, was der Brenner-Basistunnel für Münchens Gleise bedeutet. Und sie soll erklären, was sie tun will, um die Auswirkungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten.“ Es gehe nicht nur um einen Kilometer Gleis in Feldmoching: „Davon sind alle Münchner, die an Gleisen leben, betroffen. Wir brauchen die Lärmschutzwände und müssen die Gesetzesänderung erreichen.“

Manuela Praxl-Langer

Die Bürgerversammlung für den Bezirk Feldmoching-Hasenbergl findet am Dienstag, 2. April, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle an der Georg-Zech-Allee 15-17 statt.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Lascaux“: So wird die neue Ausstellung im Olympiapark
„Lascaux“: So wird die neue Ausstellung im Olympiapark
Ein Freimanner Christkindlmarkt? So soll Weihnachtsstimmung im Viertel aufkommen
Ein Freimanner Christkindlmarkt? So soll Weihnachtsstimmung im Viertel aufkommen
Geschichte auf der Leinwand: Mit dieser US-Produktion feierte Moosach Filmkarriere
Geschichte auf der Leinwand: Mit dieser US-Produktion feierte Moosach Filmkarriere

Kommentare