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Bürgerversammlungen in Moosach, Feldmoching und Hasenbergl ‒ Viel Verkehr und alte Bekannte

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Von: Benedikt Strobach

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Pelkovenstraße in Moosach.
Tempo 30 in der Pelkovenstraße? Bei der Bürgerversammlung erklärt das Mobilitätsreferat, was dagegen spricht. © Benedikt Strobach

Mobilität, Sicherheit, Umwelt ‒ das waren die großen Themen auf den Bürgerversammlungen in Moosach, Feldmoching und Hasenbergl.

Jeweils über 200 Bürger kamen zu den Versammlungen. Im Gepäck hatten sie 35 Anträge und Anfragen, um über ihre Probleme in den Stadtbezirken Moosach und Feldmoching-Hasenbergl zu berichten.

Viele der angesprochenen Themen waren jedoch nicht neu – vor allem Verkehrsthemen kamen auf. In Feldmochings Mehrzweckhalle wurde außerdem wiederholt über die großen Bauprojekte und deren Auswirkung auf den Stadtbezirk gesprochen.

Neben einer kurzen Einführung durch die jeweilige Versammlungsleitung – Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) im 10., Stadtrat Manuel Pretzl (CSU) im 24. Bezirk – stellte auch die Polizei vor, wie sich die Straftaten seit dem vergangenen Jahr entwickelt hatten.

Auch die jeweiligen BA-Vorsitzenden Wolfgang Kuhn (SPD) und Rainer Großmann (CSU) berichteten über aktuelle Projekte in ihren jeweiligen Vierteln. Hallo war dabei und fasst die beiden Bürgerversammlungen zusammen.

Bürgerversammlung in Moosach: Viel Verkehr, ein Bad und das Botanikum

14 Anträge und Anfragen wurden im Schulzentrum an der Gerastraße 6 behandelt – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Zudem fanden beinahe dreimal so viele Anwohner den Weg zur Bürgerversammlung. Für BA-Chef Wolfgang Kuhn (SPD) gab es nur eine logische Erklärung: „Moosach ist sehr ortsverbunden.“

BA-Chef Wolfgang Kuhn in Moosach.
BA-Chef Wolfgang Kuhn setzt sich für das Hol-System bei Plastikmüll in Moosach ein. © privat

Zur Veranstaltung im Circus Krone 2021 waren deutlich weniger Bürger (84 – 2022 waren es 213) erschienen. Kuhn berichtete vom Bauprojekt am Botanikum. Der BA bemühe sich, einen Platz für die Künstler zu finden, deren Ateliers dort im Zuge der Bebauung weichen müssten.

Er kritisierte auch den Leerstand in Hartmannshofen: „Es ist ein Skandal, dass hier nichts passiert. Wohnen muss doch möglich sein, egal ob durch Erbbaurecht, Vermieten oder Verkauf.“ Der BA bemühe sich zudem darum, einer der Pilotbezirke für das Hol-System bei Plastikmüll zu werden.

Für Radweg, gegen E-Scooter: So stimmten die Bürger in Moosach

Den Bürgern lag vor allem der Verkehr am Herzen: Sie forderten erneut Tempo 30 auf der Pelkovenstraße. Jedoch erklärte Robert Adam vom Mobilitätsreferat, dass dies aufgrund der hohen Verkehrsbelastung sowie der unauffälligen Unfalllage von der Verwaltung abgelehnt werden müsse.

Dem entsprach dann auch die Versammlung. Dem Ausbau des dortigen Radwegs hingegen stimmten die Bürger zu. Auch wurden mehrere Halteverbotsforderungen angenommen, etwa an der Gera- und Fodermayrstraße. Großen Applaus gab es für die Forderung, dass die Stadt München die Konzession für E-Scooter einziehen solle.

Wasser als Thema: Bau am Botanikum und das Dante-Bad

Das Bauvorhaben am Botanikum war auch Thema. Eine Bürgerin äußerte unter anderem die Angst, dass dadurch das Grundwasser steigen könnte und die naheliegenden Keller bei Starkregen geflutet würden. Die Stadt soll nun darauf achten, dass die Bebauung Moosach nicht unter Wasser setze.

Außerdem setzten sich die im Botanikum ansässigen Künstler per Antrag dafür ein, die Ateliers dort zu erhalten. Einstimmig weitergeleitet wurde die Anfrage, wann das Dante-Winter-Warmfreibad wieder eröffne.

Feldmoching: Weiter Skepsis bei Bauvorhaben

In Feldmoching warnte BA-Chef Rainer Großmann (CSU) erneut vor dem Wachstum des Bezirks durch die vielen Bauprojekte. Die SEM lehne man weiterhin ab, auch wegen der vielen Landwirte, die für die regionale Versorgung mit Lebensmitteln unerlässlich seien.

BA-Chef Rainer Großmann in Feldmoching.
Rainer Großmann ist gegen die Verlängerung der Trambahnen. © Benedikt Strobach

„Wir sehen die Pläne, Trambahnen zu verlängern, kritisch. Stattdessen sollten die U1 verlängert und der DB-Nordring für den Personenverkehr ertüchtigt werden“, sagte er. Den Tunnel von A99 zur Schleißheimer Straße begrüße der BA. „Er wird das Straßennetz entlasten“, erklärte Großmann.

Die folgenden 21 Anträge und Anfragen der Bürger betrafen auch hauptsächlich den Verkehr. Ein Anwohner der Siedlung Ludwigsfeld forderte, den Bus 175 vom Campingplatz bis in die Siedlung zu verlängern. Eine Lerchenauerin beantragte einen sicheren und barrierefreien Übergang über die Lerchenauer Straße auf Höhe des Aldi-­Marktes.

Fasanerie: Wie lange arbeiten die „lebenden“ Schranken noch?

Auch der S-Bahn-Übergang in der Fasanerie war Thema. Ein Bürger wollte wissen, wie lange die „lebenden Schranken“ dort interimsweise noch arbeiten würden. Großmann erklärte, dass die Anlage voraussichtlich bis April 2023 erneuert werde. Ein weiterer Bürger verlangte eine schriftliche Stellungnahme, wie es um die dort geplante Unterführung für den Verkehr stehe.

Bahnschranke an der Fasanerie.
Die Bahnschranke an der Fasanerie Bahnschranke soll bis April 2023 erneuert werden. © Benedikt Strobach

Martin Schreck forderte, was er seit 2017 in jeder Bürgerversammlung fordert: den Baustopp für das Projekt im Eggarten. Zudem kritisierte er, dass seine Anträge des Vorjahrs noch nicht beantwortet wurden.

Auch Vertreter des bilingualen Kindergartens Lerchennest waren wieder anwesend. Sie betonten, dass man immer noch dringend nach neuen Räumlichkeiten im Bezirk suche. Dabei soll nun die Stadt helfen.

Walter-Sedlmayr-Platz in Feldmoching.
Wegen Vermüllung des Walter-Sedlmayr-Platzes fordern Bürger weitere Mülleimer und die Fertigstellung der WC-Anlage. © Benedikt Strobach

Zwei Bürger kritisierten auch die Zustände am Walter-Sedlmayr-Platz. Dort sei zu oft alles vermüllt. Weil die Toilettenanlage am benachbarten Feldmochinger U-Bahnhof immer noch geschlossen sei, werde am Platz auch wild uriniert. Ihre Forderungen nach weiteren Mülleimern und der Fertigstellung der WC-Anlage wurden einstimmig angenommen.

Polizei: Moosach und Feldmoching äußerst sichere Stadtbezirke

Hermann Eschenbecher, Leiter der Polizeiinspektion (PI) 44, konnte ein gutes Zeugnis für das Viertel ausstellen: „Moosach ist einer der sichersten Stadtbezirke. Wir werden daran arbeiten, dass das auch so bleibt.“ Was er jedoch auch erwähnte: „Die Zahl der Straftaten entwickelt sich langsam wieder wie vor Corona.“

Zwar lägen die bisher in 2022 verzeichneten 2159 Straftaten, hauptsächlich Diebstähle, knapp geringer als im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr. Bei den Verkehrsunfällen sei die Zahl jedoch bereits gestiegen. Erfreulicherweise hätte es keinen Verkehrstoten gegeben, aber 16 Schwerverletzte.

Polizei warnt vor Wohnungseinbrüchen in der „dunklen Zeit“

In der dunklen Zeit hoffe er, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche gering bleibe. Auch Thomas Nölle von der PI 43 konnte Feldmoching-Hasenbergl als sicheren Stadtbezirk bezeichnen. Die Gefahr, im 24. Stadtbezirk Opfer einer Straftat zu werden, sei etwa halb so hoch wie in München insgesamt.

Er warnte in der dunklen Zeit aber auch vor einem möglichen Anstieg bei Wohnungseinbrüchen. Auch gab er zu bedenken, dass die Zahl der Straftaten durch das Ende vieler Corona-Maßnahmen erneut steigen könnte.

Was Eschenbecher und Nölle ebenfalls wichtig war: der Umgang mit Schockanrufen und falschen Polizeibeamten. Beide betonten, dass die Polizei niemals unter der 110 anrufen würde und auch nicht fordere, Geld zu übergeben.

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