Zuzug in neu entstehendes Wohngebiet schürt Angst vor Überfüllung

Kommt jetzt der Verkehrskollaps?

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Wo jetzt noch auf einem Acker Blumen verkauft werden, ist schon bald eine extreme Nachverdichtung geplant.

Feldmoching – Der geplante Bau eines neuen Wohngebiets bis 2025 stößt noch vor dem offiziellen Startschuss auf mächtigen Gegenwind. Der Grund: Angst vor Überfüllung und dem Verkehrskollaps

In die jahrelange Diskussion um die unbebauten Flächen an der Lerchenauer Straße (Bergwachtsiedlung) kommt Bewegung: Projektpartner wollen das Areal zu einem Wohnquartier entwickeln und stellten Testentwürfe in der letzten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Feldmoching-Hasenbergl vor. Doch bereits vor Startschuss durch das Baureferat gibt es mächtigen Gegenwind: Wegen des massiven Zuzugs durch den Bau von Wohnung­en, eines Gymnasiums, einer Grundschule und Sportanlagen befürchten die Viertelpolitiker einen drohenden Verkehrs­infarkt im Münchner Norden. 

BA-Vorsitzender Markus Auerbach (SPD), sieht nach wie vor die Wichtigkeit einer Diskussion über eine weitere U-Bahn-Anbindung.

„Bei dieser immensen Erweiterung sollten wir vielleicht erneut über eine weitere U-Bahn-Anbindung diskutieren“, gab BA-Vorsitzender Markus Auerbach (SPD) zu bedenken. Das Problem: In den kommenden Jahren sollen die drei noch bestehenden beschrankten Bahnübergänge am S-Bahnhof Fasanerie, in der Lerchenauer Straße und in der Lerchenstraße untertunnelt werden (Hallo berichtete). Einerseits wird das den Verkehrsfluss erleichtern, vor allem hinsichtlich des Pendler­verkehrs aber andererseits für deutlich mehr Autos auf den Straßen sorgen – der Zuzug ist also im Moment noch schwer kalkulierbar.

Im Bereich zwischen Lerchenauer-, Pongratz- und Lerchenstraße (markierter Bereich) entsteht eine Siedlung mit 1600 Wohnungen.

Diese Fragen versucht aktuell das Planungsreferat zu klären und stellte eine Langzeitstudie bis 2030 vor, wie sich der Verkehr für den Münchner Norden entwickeln könnte. Das Referat geht davon aus, dass die neue Siedlung im Lerchenauer Feld pro Tag bis zu 9000 weitere Fahrzeuge auf die Straße bringen könnte. „Das sind ja dann Ausmaße, die wir kaum noch beherrschen können“, so Auerbach. Das Gremium stimmte auch deswegen für eine niedrige Bebauung der Bergwachtsiedlung mit drei Vollgeschossen. „Sonst ist der Verkehrsfluss so hoch, dass wir gar nicht mehr aus dem Viertel rauskommen“, sagt Klaus Mai von der SPD.

Nach den Vorstellungen des Planungsreferats ist innerhalb der neuen Siedlung auch eine Trasse für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) vorgesehen. Im Rahmen des Nachverdichtungsplans in der Bergwachtsiedlung sollen zwei Bürgerworkshops Wünsche nach Landschaftsbebauung und ÖPNV klären. 

Ziel ist es, das Bauleitplanverfahren 2022 abzuschließen.

Julia Langhof

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