Ehrenamtliche Rettungskräfte an Münchner Badeseen im Dauereinsatz

Kommt jetzt ein Verbot für Nichtschwimmer?

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An den Wochenenden sind ehrenamtliche Rettungskräfte der DLRG und der Wasserwacht an den Badeseen im Einsatz – bis zu viermal druchschnittlich müssen sie am Tag ausrücken.

Lerchenau - Immer weniger Menschen können schwimmen: Das bedeutet Stress für die Münchner Rettungsschwimmer – Doch jetzt gehen die ehrenamtlichen Helfer aus

Ein dreijähriges Mädchen ertrinkt beinahe im Lußsee und stirbt an den Folgen, zwei Studenten kommen im Pullinger Weiher um und Nichtschwimmer lösen einen Großeinsatz am Feringasee aus. Tag für Tag sind die Rettungskräfte der Münchner Wasserwacht und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Einsatz – bis zu viermal täglich müssen die Kräfte an Badeseen ausrücken.

Heinz Effenberger ist Sprecher der Münchner Wasserwacht.

Deshalb fordern Experten die Münchner auf: „Als Nichtschwimmer sollte man ins Schwimmbad gehen. Auf keinen Fall in den See“, sagt Heinz Effenberger, Sprecher der Münchner Wasserwacht. Auch wenn man Seepferdchen hat und Schwimmflügel trägt? Auch dann nicht. Sein Kollege, Michael Förster, Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), ergänzt: „Viele Menschen unterschätzen die Gefahren.“

Michael Förster ist Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Seicht am Ufer, dann folgt die steile Kante – so sind viele Seen angelegt. Die Kante, die ins tiefe Wasser führt, ist am Riemer See mit orangefarbenen Bojen gekennzeichnet. „Viele wissen aber nicht, was sie bedeuten.“ Deshalb fordert Effenberger die Stadt auf, mehr Hinweisschilder auch mit „mehrsprachigen Baderegeln“ aufzustellen. Seitens der Stadt ist dahingehend aber nichts geplant.

Ein weiteres Problem: „Uns gehen die Helfer am Lerchenauer See aus. Wir sind nur vier – normalerweise bis zu zehn“, so Effenberger. Bisher habe man aber immer auf Kräfte von anderen Münchner Seen zurückgreifen können. Es braucht dringend mehr ehrenamtliche Helfer. „Vor 30 Jahren haben wir zu dritt einen See überwacht – heute braucht es mindestens doppelt so viele, nicht zuletzt weil immer weniger Menschen schwimmen können“, sagt Förster. Ein weiteres Manko: „Viele kennen die Baderegeln nicht. Dazu gehört auch, nicht angetrunken ins Wasser zu gehen“, so Effenberger. Aber am Lerchenauer See komme das oft vor.  Ines Weinzierl

Wer Rettungsschwimmer werden möchte:kontakt@wasserwacht-lerchenau.de

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