Elterninitiative fordert mehr Gymnasiumsplätze

Kommt jetzt das Container-Gymnasium für den Münchner Norden?

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Sie kämpfen für mehr Schulplätze: Anika Möckelmann, Alica Stadler, Lydia Dadashi und Anke Blankenburg von der Elterninitiative Gym24 vor dem Gymnasium München Nord (kl. Bild), das bereits jetzt überfüllt ist.

München-Nord: Ein Schulweg von über einer Stunde – normal für viele Kinder aus dem Münchner Norden. Das neue Gymnasium München Nord ist bereits kurz nach seiner Eröffnung zu klein.

Über eine Stunde braucht Fünftklässlerin Marie Stadler, um zur Schule zu kommen. Sie geht auf das Gymnasium Unterschleißheim, hat sich dort gut eingelebt, aber: „Der Schulweg ist nach wie vor ein Problem“, sagt ihre Mutter Alica Stadler. So wie Marie geht es vielen Schülern aus dem Norden – es gibt viel zu wenige Gymnasiumsplätze (Hallo berichtete). Das Gymnasium München Nord, eine Sporteliteschule an der Knorrstraße in Milbertshofen-Am Hart, ist ein Jahr nach der Eröffnung schon zu klein. Alle Kinder, die mehr als 1,4 Kilometer entfernt leben, wurden abgewiesen – und müssen auf entfernte Schulen.

Sie kämpfen für mehr Schulplätze: Anika Möckelmann, Alica Stadler, Lydia Dadashi und Anke Blankenburg von der Elterninitiative Gym24 vor dem Gymnasium München Nord (kl. Bild), das bereits jetzt überfüllt ist.

Einige Eltern haben sich deshalb zur Initiative Gym24 zusammengeschlossen und setzen sich für eine bessere Schulversorgung im Norden ein. Jetzt hatten sie einen Gespräch mit Stadtschulrätin Beatrix Zurek – und haben einen ersten Erfolg erreicht. 

Die Stadt hat eingelenkt und ist nun doch bereit, zum Übergang Container-Anlagen zu errichten. So sollen in näherer Umgebung des Gymnasiums München Nord zum Schuljahr 2019/2020 Pavillons aufgestellt werden. Zum genauen Standort und der Größe können noch keine Angaben gemach werden, erklärte Ulrich Lobinger vom Referat für Bildung und Sport auf Hallo-Nachfrage. „Dafür sind die Planungen noch nicht weit genug gediehen.“

Zudem will die Stadt eine Erweiterung des Gymnasiums München Nord prüfen. Im BA Milbertshofen hatte die Grünen-Fraktion beantragt, dass die Stadt ein Lernhaus auf dem Lehrerparkplatz planen soll. Ziel sei es, die Schule um mindestens einen Zug zu vergrößern. Parkplätze könnten wiederum in einer Tiefgarage geschaffen werden. Der BA diskutierte lange darüber, konnte sich aber auf keine Formulierung einigen und vertagte den Antrag. Die Viertelpolitiker wünschen sich jedenfalls einen Festbau: „Wir wollen eine endgültige Lösung“, so Antragsstellerin Bianca Hegmann (Grüne). „Container stehen doch oft wieder Jahrzehnte.“

Für den BA Feldmoching-Hasenbergl dagegen überwiegen die Vorteile von Pavillons. Dort fordert das Gremium einstimmig, dass am Lerchenauer Feld so schnell wie möglich ein Interimsgymnasium in Container-Bauweise errichtet werden soll. Langfristig ist dort im künftigen Siedlungsgebiet an der Bergwachtstraße ein sechszügiges Gymnasium geplant. Die Schule sei „mit höchster Priorität“ im zweiten Schulbauprogramm aufgenommen, so das Bildungsreferat. Doch zunächst muss das Planungsreferat die weitere städtebauliche Entwicklung in dem Siedlungsgebiet erarbeiten. Erst danach könne mit der Planung des Gymnasiums begonnen werden. Stadtschulrätin Beatrix Zurek sagte den Eltern von der Initiative Gym24 zu, dass geprüft wird, ob Pavillons als Vorläufereinrichtung errichtet werden können.

Weitere Containeranalgen könnten zum Schuljahr 2020/2021 zudem an der Burmester-/Bauernfeindstraße aufgestellt werden. Auch hierzu gibt es aber noch keine genauen Angaben. Langfristig soll außerdem im Jahr 2022 ein neues sechszügiges Gymnasium auf dem Gelände der Bayernkaserne Entlastung schaffen.

Gym24 begrüßt grundsätzlich die Vorschläge. „Wir sind schon zufrieden mit den Pavillons. Wir glauben, dass sie deutlich zur Entlastung beitragen“, so Alica Stadler. Doch sie bedauert, dass es keine kurzfristige Lösung für das kommende Schuljahr gibt. Die Eltern haben berechnet, dass wieder rund 300 Kinder aus Feldmoching-Hasenbergl aufs Gymnasium übertreten werden. Ein Großteil wird keinen heimatnahen Platz bekommen. „Es wird wieder brennen“, befürchtet Stadler. Claudia Schuri

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