Widerstand regt sich

Kampf ums "Münter-Haus" in Feldmoching

Reinhard Sachsinger setzt sich dafür ein, dass das alte Haus an der Raheinstraße 3 erhalten bleibt.
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Feldmoching: Das alte Haus in der Raheinstraße 3 in Feldmoching ist zwar heruntergekommen – sieht aber ein bisschen aus wie das bekannte „Münter-Haus“ in Murnau.

Die zerbrochenen Fensterscheiben sind notdürftig mit Holzbrettern abgedeckt, die Fensterläden verschwunden, an der Hinterwand wuchert Efeu: Das alte Haus an der Raheinstraße 3 in Feldmoching hat schon bessere Zeiten hinter sich. Doch gegen den drohenden Abriss regt sich Widerstand.

Reinhard Sachsinger (71) von der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Münchner Norden“ setzt sich seit mehreren Jahren für den Erhalt des Gebäudes ein. Jetzt bekommt er Unterstützung von Stadtrat Johann Sauerer (CSU), der einen Antrag gestellt hat, dass die Stadt das Anwesen erwerben und ein Konzept für eine Nutzung ausarbeiten solle.

„Die Optik dieses Hauses ist weltbekannt“, sagt Sachsinger. „Es sieht aus wie das Münter-Haus in Murnau.“ Dieses Gebäude, in dem sich einst Gabriele Münter und Wassily Kandinsky aufhielten, ist heute ein Museum. Russenhaus sagt man umgangssprachlich zu dem Murnauer Haus – diesen Begriff haben wegen der Ähnlichkeit auch die Feldmochinger übernommen.

Dort lebten in der Raheinstraße 3 lange Zeit Bahn-Bedienstete. Vor einigen Jahren starb die letzte Bewohnerin. „Danach gab es immer wieder Vandalismus und alles wurde zerstört“, sagt Sachsinger.

Inzwischen hat das Immobilienunternehmen „CA Immo“ das Gelände mit dem Haus gekauft. In der Gegend plant die CA Immo ein neues Wohngebiet. „Wir haben seit fast einem Jahr eine Abbruchgenehmigung für das Haus“, erklärt Pressesprecher Markus Diekow. „Wir handeln aber bei so etwas grundsätzlich nicht über den Kopf von anderen Interessen hinweg.“ Die CA Immo plant eine Kita auf dem Gelände und bezweifelt nach einem Gutachten, dass sich dafür eine Renovierung des Hauses lohnt: „Das Gebäude ist komplett marode. Der Sanierungsaufwand ist so hoch, dass es wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.“

Dem widerspricht Reinhard Sachsinger, der beruflich in der Baubranche tätig war. „Das Gebäude wurde schlecht geredet, die Substanz ist völlig in Ordnung.“ Er schlägt zum Beispiel eine Renovierung und eine soziale Nutzung vor. Auch die Vereine des Gesamtvereins haben sich über das Thema Gedanken gemacht: „Aber so wie es jetzt ist, bringt es den Vereinen nichts“, erklärt Vorsitzender und BA-Mitglied Maximilian Bauer. „Da sind zu viele Fragen offen.“

Wie es weiter geht, hängt jetzt von der Stadt und vom Denkmalschutz ab. Das Haus aus dem Jahr 1912 ist nicht geschützt, aber: Das Landesamt für Denkmalschutz hat angekündigt, die Denkmaleigenschaften nochmal zu prüfen.
cla

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