Unbewohnbare Flüchtlingsunterkunft sorgt für Ärger

Der Kampf für den Bürgertreff in der Fasanerie geht weiter

Beate Bamberger von der Interressensgemeinschaft Fasanerie aktiv könnte sich zum Beispiel einen Bürgertreff am Gärtnerhaus vorstellen. Dort wohnen derzeit noch Asylbewerber.
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Beate Bamberger von der Interressensgemeinschaft Fasanerie aktiv könnte sich zum Beispiel einen Bürgertreff am Gärtnerhaus vorstellen. Dort wohnen derzeit noch Asylbewerber.

Fasanerie - Fehlende Räume für Bürger und eine unbewohnbare Flüchtlingsunterkunft: Im Viertel fehlt es Räumen. Die Interessengemeinschaft von Fasanerie aktiv möchte dies ändern

Es sind zwei völlig unterschiedliche Probleme, die aber doch zusammen hängen: Eigentlich hätten in die neuen Flüchtlingsunterkunft am Tollkirschenweg schon 2016 jugendliche Asylbewerber einziehen sollen – doch das Gebäude steht noch immer leer. Eigentlich wünschen sich viele Bürger in der Fasanerie einen Treffpunkt – doch auch das klappt nicht. Die Interessensgemeinschaft Fasanerie aktiv kämpft weiter dafür, dass beide Probleme gemeinsam gelöst werden. Im Herbst hatte das Sozialreferat einen Bürgerversammlungsantrag für einen Bürgertreff abgelehnt mit der Begründung, dass die soziale Situation im Viertel „unauffällig“ und der Bedarf für einen Treff in anderen Bezirken größer sei. Doch das will Fasanerie aktiv so nicht hinnehmen: „Wir brauchen keine sozialpädagogische Kraft“, sagt Beate Bamberger. „Aber wir brauchen Räumlichkeiten, in denen sich die Bürger, Vereine und Gruppen treffen können.“

Aktuelle Flüchtlingsunterkunft ist nicht nutzbar

Die Interessengemeinschaft hat sich deshalb erneut an den Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl gewandt. Dort will man bei der Stadt noch einmal wegen des Nachbarschaftstreff und der Flüchtlingsunterkunft nachhaken. Da die Unterkunft wegen verschiedener Beschädigungen (siehe Kasten) nicht genutzt werden kann, leben die Jugendlichen derzeit im alten Gärtnerhaus nahe des Bahnhofs. Doch genau dieses Gebäude könnten sich die Mitglieder von Fasanerie aktiv als Bürgertreff vorstellen. „Oder man findet Räume direkt in der neuen Unterkunft für Asylbewerber“‚ schlägt Bamberger vor. „Wenn dann die Asylbewerber dort leben, wäre es auch für die Integration gut.“ Sie wäre offen für alle Lösungen: „Wir nehmen das, was sich am besten anbietet und suchen eine pragmatische Lösung.“ Doch für beide Ideen gibt es von der Stadt eine Absage. Sowohl die Unterkunft am Tollkirschenweg als auch das Gärtnerhaus seien für die Unterbringung von Flüchtlingen „unentbehrlich“, heißt es von Seiten des Sozialreferats. „Insofern stehen auch keine weiteren Räumlichkeiten für Bürger, Gruppen oder Vereine zur Verfügung“, erklärt Pressesprecherin Edith Petry. Bamberger und ihre Mitstreiter wollen sich trotzdem weiter für ihr Anliegen einsetzen. Sie wünschen sich ein interdisziplinäres Treffen von Planungs-, Bau- und Sozialreferat, bei dem nach Lösungen gesucht wird. Denn: „Der Bedarf wird weiter wachsen“, sagt sie. Demnächst sollen die Gemeinderäume von St. Christoph saniert werden. Auch diese Räume können dann nicht mehr von Bürgern, Vereinen oder der Schul-Mittagsbetreuung genutzt werden. „Bei uns gibt es sonst aber nichts“, so Bamberger.

Das neue Gebäude am Tollkirschenweg verfällt wegen Baumängeln


Die neue Flüchtlingsunterkunft am Tollkirschenweg 6 ist unbewohnbar, weil bei Luftmessungen Überschreitungen von Grenzwerten festgestellt wurden. „Das Baureferat hat den General- unternehmer zur Mängelbeseitigung auf gefordert“, erklärt Sprecherin Monika Großkopf. Dieser hätte die Messung aber nicht anerkannt. Dazu kam ein Wasserschaden. Das Baureferat vermutete Sachbeschädigung und erstattete Anzeige. Inzwischen fand eine Trocknung statt und ein Gutachten zu den Sanierungsmaßnahmen wurde erstellt. Dieses liegt seit Mitte Dezember vor und kommt zu dem Ergebnis, dass eine Renovierung möglich ist. Jetzt wird das Vorgehen mit dem Generalunternehmer abgestimmt. Es ist geplant, dass rund 48 Flüchtlinge in das Gebäude ziehen.

Claudia Schuri

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