Erste Einblicke in die neue Asylunterkunft für Jugendliche am Tollkirschenweg

Flüchtlinge als neue Nachbarn

Voll belegt sollen hier in der Unterkunft im Tollkirschenweg 51 junge Geflüchtete leben.
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Voll belegt sollen hier in der Unterkunft im Tollkirschenweg 51 junge Geflüchtete leben.

Fasanerie – Nach jahrelangem Leerstand und Streitigkeiten über massive Baumängel kommt jetzt endlich Bewegung in die Flüchtlingsunterkunft im Tollkirschenweg: Ende Oktober ziehen neue Nachbarn ein

Am Tollkirschenweg leben Familien, Senioren und ab Ende Oktober auch zum ersten mal im Viertel junge Geflüchtete: Das Sozialreferat und das Amt für Migration luden jetzt direkte Anwohner zu einem ersten Erkunden des neuen Gebäudes für junge Flüchtlinge ein. Eigentlich hätten in die neue Unterkunft schon seit 2015 junge Asylbewerber einziehen sollen, doch das Gebäude stand leer – bis jetzt. Denn: Das Haus erlitt einen massiven Wasserschaden. Das Baureferat vermutete Sachbeschädigung und erstattete Anzeige (Hallo berichtete). Insgesamt entstand laut Baureferat ein höherer einstelliger Millionenschaden. Wegen des mittlerweile veränderten Bedarfs musste das Gebäude anstatt für Kinder auf junge Erwachsene umgerüstet werden.

Die Jugendlichen werden im Haus am Tollkirschenweg in Doppel- und Einzelzimmern untergebracht.

„Ab 25. Oktober ziehen die ersten sieben jungen Auszubildenden in dieses Haus und darüber freuen wir uns ganz besonders“, sagt Sebastian Ehnes vom Sozialreferat. Jetzt suchen sie nach einem städtischen Träger wie die Caritas. Ist dieser gefunden, können bis zu 51 junge Auszubildende im Haus wohnen. Das „dezentrale“ Konzept ist abgesehen von einer Unterkunft in Forstenried einmalig: Die jungen Männer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren leben in 23 Doppel- und fünf Einzelzimmern. Sie haben bereits einen Ausbildungsplatz, arbeiten also ganz normal und können wie im „betreutem Wohnen“ eine gemeinsame Küche und die Aufenthaltsräume zusammen nutzen.

Sogar neue Tischtennisplatten hat die Anlage bekommen.

„Das heißt, sie haben einen normalen Alltag. Neben einem Sozialpädagogen und der Einrichtungleitung sind auch städtische Betreuungskräfte vor Ort“, so Ehnes. Nachts gebe es einen Sicherheitsdienst und wegen einer konsequenten Hausordnung sind Besucher nur bis 22 Uhr erlaubt.

Die anliegenden Nachbarn sorgen sich währenddessen um Lärmbelästigung oder Vandalismus – doch Ehners ist zuversichtlich. „Klar ist das für alle eine neue Situation, aber die Jugendlichen sind handverlesen und werden alles tun, um sich im Viertel anzupassen.“

jl

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