Abriss statt Fernweh

Vom Feldmochinger Schutthaufen zum  Business-Hotel 

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Das Reisebüro Martin Hopfensberger, die Feldmochinger Bahnhofsgast­stätte und Khans Modeladen weichen einem neuen Komplex.

Feldmoching – Einst wurden in dem Gebäudekomplex in Feldmoching Urlaubs- und Modeträume erfüllt, doch jetzt wird er durch ein Business-Hotel ersetzt

Wo Martin Hopfensberger jahrzehntelang in seinem Reisebüro Urlaubsträume erfüllte und die Feldmochinger Bahnhofsgaststätte Pendler mit einem Kaffee versorgte, türmt sich seit kurzem ein riesiger Schutthaufen. Direkt an der Ecke Josef-Frankl-Straße und Walter-Sedlmayr-Platz stehen einzig noch etwas verloren eine Wand mit intakten Rollläden und der ehemaligen Eingangstür auf Höhe des U-Bahn-Eingangs Feldmoching.

Innerhalb von nicht einmal zwei Wochen wurde der gesamte Gebäudekomplex direkt am Feldmochinger Bahnhof abgerissen. Die zukünftigen Pläne für das Areal: Auf dem Gelände entsteht laut Thorsten Vogel vom Planungsreferat bis 2020 ein Business-Hotel mit Tiefgarage und Gastronomie. „Der Bauantrag des neuen Gebäudes liegt vor und ist noch in der Prüfung“, so Vogel.

Den Zuschlag für das Hotel erhielt die Firma Riebel GU aus München. Das Hotel wird 121 Zimmer im Erdgeschoss, in vier Obergeschossen sowie einem Laternengeschoss besitzen, also in einer etwas zurückversetzten obersten Etage. Richtung Norden flacht das Gebäude auf drei Etagen ab. Auf der Westseite wird ein großer Streifen zur Straße hin frei bleiben, der Platz für Bäume und Sträucher, zwei oberirdische Stellplätze, eine kleine Lieferzone für den Hotelbetrieb und für eine Restaurant-Terrasse bieten soll. Ins Erdgeschoss kommt neben zwölf Zimmern auch ein Restaurant, das nicht nur den Hotelgästen, sondern auch allen anderen offen steht.

Nach dem Bau des Boardinghauses und des Supermarktes in der alten Buswendeschleife am Walter-Sedlmayr-Platz kommen auf die Anwohner erneut zwei Jahre Baulärm zu. Jochen Appelmann, der Leiter Projektentwicklung bei der Firma Riebel GU ist, möchte aber versuchen, möglichst mit Fertigteilen zu arbeiten, um die Bauzeit zu verkürzen und um Lärm niedrig zu halten.

Und vielleicht kommt mit dem 2020 fertig gestellten mediterranen Restaurant auch wieder etwas Fernweh auf.

Julia Langhof

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