Nach Umsiedlung

Kröten-Biotop in Gefahr

Die Aurelis hat das Gelände in Ludwigsfeld hergerichtet. Es ist ein Schutzgebiet für die seltene Wechselkröte.

LUDWIGSFELD Immer wieder verschaffen sich Menschen Zutritt zur Schutzzone auf dem Aurelis-Gelände

Der Frust ist groß: Für rund eine halbe Million Euro hat die Firma

Aurelis eine Fläche in Ludwigsfeld hergerichtet – doch das Gelände wird immer wieder illegal betreten. Das Areal ist als Ausgleich gedacht – für den Oertelplatz. Dort entsteht Allachs neues Stadtteilzentrum mit Büros, unterschiedlichen Einzelhandels- und Dienstleistungsangeboten, einem Einkaufszentrum und Gastronomie sowie rund 140 Wohnungen.

Bevor da aber jemand einziehen kann, musste erstmal jemand

umziehen. Die Firma hat Laich der unter Naturschutz stehenden Wechselkröte umgesiedelt. Das Tier steht in Deutschland auf der Roten Liste, in der Schweiz ist es beispielsweise bereits ausgestorben. Und eben für diese Amphibien hat Aurelis in Ludwigsfeld ein kleines Paradies geschaffen. „Sieht ein bisschen aus wie in den Isarauen“, sagt Lars Greter (Foto links, 35) von der Aurelis.

Das findet aber nicht nur der Projektentwickler. Immer wieder verschaffen sich offenbar Spaziergänger, Hundehalter und Kinder Zutritt auf das Areal. „Obwohl die Fläche eingezäunt ist, wird sie unerlaubt betreten. Zaunelemente werden hoch gestemmt oder sogar Überquerungsmöglichkeiten gebaut.“

Das Entfernen beziehungsweise Reparieren der Schäden kostet

Mit derlei Hilfsmitteln gelangen Menschen illegal auf das abgesperrte Areal – oder sie zerstören die Zäune.

nicht nur Geld, es ist vor allem ärgerlich. Zumal die Aurelis schon vor Beginn des Projektes die Bevölkerung informiert hat. Und das auch mittels Schildern immer noch tut. „Es ist auch eine Haftungsfrage, wenn jemandem auf dem Areal etwas passiert“, sagt Greter. Das Gelände ist noch im Privatbesitz, soll erst Ende des Jahres in die Obhut der Stadt übergehen.

Anzeige hat die Aurelis nicht erstattet. „Das halten wir nicht für zielführend.“ Auch will niemand das Gelände mit Stacheldraht einzäunen. „Das sorgt nur für Unmut.“ Daher Greters Appell an die Bevölkerung, die Besuche künftig zu unterlassen. „Es entsteht nicht nur ein Sachschaden, die streng geschützten Tiere werden auch in ihrem Lebensraum gestört.“ Sascha Karowski

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