Fairplay gegenüber Nachbarn

Feldkirchen reduziert Nutzungszeiten für die Schulsportanlage

Im Juni 2007 hatte der Gemeinderat Feldkirchen einen Belegungsplan für die Schulsportanlage mit einem Jahr Probezeit festgelegt. Nach Ablauf der Probezeit wurde nun der Belegungsplan vom Gemeinderat angepasst. Entgegen gekommen wurde dabei auch den Forderungen von Anliegern, die wegen der Geräuschentwicklungen werktags kürzere Nutzungszeiten (bislang 8 bis 22 Uhr) und einen nutzungsfreien Sonntag wollen. In der Sitzung beklagten die Anwohner einen ansteigenden Lärmpegel bis 22 Uhr, der im Herbst zunehmen dürfte, weil dann mehr als 150 Kinder den Hort besuchen. Die Anlieger wünschten sich von der Jugend „Fairplay“ und forderten: „Wir halten den Lärm ab 8 Uhr aus und haben nach 20 Uhr Anspruch auf Ruhe. Wenn man die Geräuschkulisse sechs Tage lang respektiert, kann man auch Ruhe am Sonntag verlangen.“ Bevorzugt werde eine „partnerschaftliche Lösung“. Störend seien vor allem laute Ballgeräusche beim Basketball-Spiel auf dem Hartplatz und abends die Geräuschkulisse von Jugendlichen in geselliger Runde. Man regte auch an, dass Lehrer und Erzieher mehr auf die Kinder und Jugendlichen einwirken könnten und man wies darauf hin, dass bei den Anwohnern kleine Kinder ab 19 Uhr schlafen sollten, aber durch den Lärm gestört würden. Spielfreier Sonntag Hatte sich der Bauausschuss noch mehrheitlich für die von Andreas Janson (UWV) beantragten Öffnungszeiten montags bis samstags bis 21 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr entschieden, so sah die Entscheidung im Gemeinderat anders aus. Nun wurde der Beschluss des Bauausschusses gegen 2 Stimmen der SPD abgelehnt und dafür der Antrag von Werner Schamberger (CSU) auf Spielbetrieb werktags bis 20 Uhr und einen spielfreien Sonntag gegen 3 SPD-Stimmen angenommen. Für Schambergers Kompromiss warb auch Erster Bürgermeister Werner van der Weck: „Der Hartplatz ist mitten im Ort. Es wohnen hier sehr tolerante Anwohner und wir könnten ihnen mit diesem Kompromiss entgegen kommen.“ Andreas Janson (UWV) räumte zudem ein: „Im Bauausschuss haben wir die Sache zu sehr aus der Sicht der Kinder gesehen und zu wenig aus der Sicht der Anwohner.“ Nicht abgestimmt wurde über Werner Schambergers weitere Anträge, da diese weitergehenden Charakter haben: Die CSU wird deshalb separat ein neues Lärmschutzgutachten für das Gebiet beantragen, denn „wir haben ein Gutachten, das die Hortkinder vor Lärm schützt, aber nicht die Anwohner“, so Werner Schamberger. Außerdem soll die Gemeinde laut CSU mit der Bahn über eine Anpachtung oder einen Ankauf von Bahnflächen nördlich der Bahnlinie und am Ende der Dornacher Straße verhandeln, damit hier eine Alternative angeboten werden kann. Gespräche mit der Bahn Die Zustimmung zu den reduzierten Sportzeiten erfolgte auch, weil nach 20 Uhr keine Kinder, sondern meist Jugendlichen betroffen seien, die zum Basketball-Spielen auf den Platz bei den Feldern im Gewerbegebiet ausweichen könnten. Bürgermeister Werner van der Weck berichtete, dass neue Gespräche mit Vivico, einer Tochterfirma der Bahn, über die Nutzung der Bahngrundstücke „zügig weitergeführt“ werden sollen und ein Gesprächstermin anstehe. Im Gemeinderat wurde auch die Umsetzung des genehmigten Bebauungsplans für die TSV-Sportanlage angemahnt. Am Rande der Diskussion kündigte Werner van der Weck an, dass in der 44. Kalenderwoche die DFB-Minifelder für Fußball-Nachwuchstalente errichtet werden.

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