1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Nord

OEZ-Attentat in München: Neue Doku analysiert den Täter und welche Pläne es zum Gedenktag gibt

Erstellt:

Von: Benedikt Strobach

Kommentare

Das Attentat sorgt bei vielen für Trauer. In „22. Juli“ kommen etwa der damalige Polizei-Pressesprecher
 Marcus da Gloria Martins und anonyme Freunde des Täters zu Wort.
Das Attentat sorgt bei vielen für Trauer. In „22. Juli“ kommen etwa der damalige Polizei-Pressesprecher Marcus da Gloria Martins und anonyme Freunde des Täters zu Wort. © Constantin Dokumentation

Eine neue Doku analysiert Täter und Hergang des Attentats im Olympia-Einkaufszentrum. Die Produzenten erklären ihre Idee - Infos zur Ausstrahlung:

Moosach - Der 22. Juli 2016 war einer der dunkelsten Tage Münchens. Ein 18-Jähriger tötete am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) aus rassistischen Gründen neun Menschen und anschließend sich selbst. Auch heuer gibt es zum Jahrestag verschiedene Aktionen (s. Kästen). Einen Tag zuvor startet die Doku „22. Juli – Die Schüsse von München“, die das Attentat neu analysiert.

Hallo München
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

„22. Juli – Die Schüsse von München“: Neue Doku zum OEZ-Attentat

„Es kann nicht das Ziel sein, dass man alle Jahre zu Gedenktagen eine ‚Trauerdoku‘ zu diesem Thema macht“, erklärt Executive Producer Jan Klop­haus die Idee. Es gehe darum, den Täter zu verstehen – um künftige Attentate zu verhindern. Wichtig sei laut Produzent Jochen Köstler auch, die Tat einzuordnen als das, was sie war: „Ein in erster Linie rechtsradikal gesteuertes Attentat.“

Die vier Folgen mit je 50 Minuten sind unterschiedlich aufgebaut: Der Pilotfilm schildert den Ablauf der Tat und wie diese von etwa Angehörigen, Augenzeugen, Polizei, Notarzt und Politik wahrgenommen wurde. Folge zwei geht dann auf den Täter ein. Ehemalige Freunde, Journalisten und Experten erklären, wie er sich zunehmend radikalisieren konnte, ohne aufzufallen.

Die dritte Episode geht wieder auf die Tat zurück und zeigt, wie David (Ali) Sonboly sie plante und durchführte. Zudem wird auf die Angehörigen geschaut – und wie sie damals und heute mit der Tat leben. Die letzte Folge beleuchtet die Hintergründe des Waffenkaufs und wie ein zunächst als Rachetat titulierter Anschlag zu einem rassistischen Attentat wurde.

Die ersten beiden Episoden der Doku laufen am Donnerstag, 21. Juli, auf Sky Crime. Dort werden sie bis Montag, 25. Juli, gezeigt. Folgen drei und vier werden von Donnerstag, 28. Juli, bis Montag, 1. August, ausgestrahlt.

22. Juli: Die Gedenkfeier

Auch zum sechsten Jahrestag wird an die Opfer des rassistischen Attentats erinnert. Die Stadt lädt am Freitag, 22. Juli, zu einer Veranstaltung vor dem seit 2017 am Olympia-Einkaufszentrum stehenden Denkmal „Für Euch“, Hanauer Straße 77, ein. Um 17.30 Uhr sind Reden von OB Dieter Reiter und Angehörigen geplant. Nach einer Schweigeminute zum Tat-Zeitpunkt um 18.04 Uhr folgt ein interreligiöses Friedensgebet. Auf Wunsch der Hinterbliebenen findet die Gedenkveranstaltung zum Tatzeitpunkt statt.

Die Autorin Maja Das Gupta hat 2021, zum fünfjährigen Gedenken an das OEZ-Attentat, einen „App-Walk“ veröffentlicht. Bei diesem werden Nutzer über Audio-Aufnahmen zu verschiedenen Orten in Moosach geführt, die mit dem Anschlag in Verbindung stehen. Auch in diesem Jahr wird es das Angebot wieder geben, ergänzt um Stimmen von Betroffenen. Online gehen soll es am Montag, 18. Juli, auf der App „Actionbound“.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare