CSU-Ortsvorsitzender Siddharth Mudgal war beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten

Mein Treffen mit Gauck

Als Inder in der CSU ist Siddharth Mudgal ein besonderer Kommunalpolitiker im Münchner Norden – und ein großes Beispiel in Sachen Integration. Das brachte ihm eine Einladung zum Neujahrsempfang von Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin.

Als einer von nur vier Bayern war Kommunalpolitiker Siddarth Mudgal Gast beim Neujahrsempfang von Bundespräsident Joachim Gauck (76) in Berlin. Im Hallo-Interview erzählt er unter anderem, warum er sich auf dessen designierten Nachfolger Frank-Walter Steinmeier freut.

Wie kam es zu der ungewöhnlichen Einladung nach Berlin?

Ich bin derzeit der Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Am Hart, aber auch Gründungsmitglied des Integrationsrats der bayerischen Staatsregierung und Initiator des Deutsch-Indischen Wirtschaftsforums. Natürlich war es eine große Ehre, vom Bundespräsidenten eingeladen zu werden und mich mit ihm zu unterhalten.

Welchen Eindruck hatten Sie von Herrn Gauck? Er verzichtet ja freiwillig auf eine weitere Amtszeit.

Ich finde, er ist ein guter Bundespräsident, der Tacheles gesprochen hat. Mein Eindruck war aber auch, dass er tatsächlich alt ist. Ich hatte auch die Chance, mit Frank-Walter Steinmeier zu reden, und glaube, dass wir mit ihm einen sehr guten Präsidenten haben werden.

Sie kamen 2003 aus Indien nach Berlin. Wie sind Sie eigentlich in München gelandet?

Ich habe in Berlin studiert, aber jobmäßig war da leider nicht viel los. Also zog ich 2006 nach München, und nach einem Jahr in Malaysia wurde ich hier dann richtig heimisch. Die Attraktivität der Stadt hat es mir gleich angetan. Ich sage immer: Indien ist meine Heimat. München, Bayern und Deutschland ist meine gewünschte Heimat. Hier bin ich zu Hause, und ich habe Land und Leute zu lieben gelernt.

Mit Verlaub: Ist es nicht ungewöhnlich, dass Sie ausgerechnet in der CSU gelandet sind?

(lacht) Schon. Bei den Grünen wäre es für mich vielleicht leichter. Wobei die CSU in der Stadt eine andere Partei ist als auf dem Land. Und am Ende ist auch die CSU eine Konsenspartei. Es war, ist und bleibt eine Herausforderung – aber so will ich es auch. Ich will auch nicht als Quoten-Ausländer bekannt werden.

Wie schlägt sich das in Ihrer politischen Arbeit nieder?

Das Thema Integration ist nicht der Schwerpunkt meiner kommunalpolitischen Tätigkeit. Ich habe auch Herrn Gauck gesagt, wie wichtig es für uns ist, tatsächlich nah am Bürger und seinen Sorgen zu sein. Und da geht es dann eben nicht um die großen Themen der Bundespolitik, sondern um eine zu enge Bebauung oder den täglichen Stau.

Marco Heinrich

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