Bolzplatzes am Frankfurter Ring

Bolzplatz wird Ärger machen

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Der Ball ist rund – aber er wird künftig zu nah an den Fenstern der Anwohnern fliegen, glaubt Fredy Hummel-Haslauer.

Die konkrete Planung des „Wohnen für alle“-Projekts in der Frankfurter Allee sorgt für Unmut im Bezirk.

Es war ein Auswärtsspiel, das sie nicht gewinnen konnten, als Michael Blank von der Städtischen Wohnungsgesellschaft GWG und der unabhängige Landschaftsarchitekt Martin Rebmann ihre Pläne im Bezirksausschuss (BA) Milbertshofen-Am Hart präsentierten.

Fünf Meter trennen den Bolzplatz von den Wohnungen.

Seit Monaten gibt es Streit um die Zukunft des Bolzplatzes am Frankfurter Ring. 55 Wohnungen im Rahmen des Projektes „Wohnen für alle“ sollen hier bis Ende des Jahres bezugsfertig sein. Von Anfang an bildete sich im Bezirk Widerstand, weil der Bolzplatz „die letzte verbleibende Möglichkeit in Milbertshofen ist, sich spontan zum freien Spiel und Freizeit-sport zu treffen“, wie es in einem BA-Antrag hieß. Tatsächlich wurde nachgearbeitet – aber mit dem jetzigen Kompromiss ist niemand zufrieden.

An den Stirnseiten des kleiner gewordenen Platzes sollen hohe Netze verhindern, dass Bälle immer wieder auf die angrenzenden Straßen (Frankfurter Ring, Schmalkaldener Straße) geschossen werden. An den Seitenlinien des Feldes werden aber nur zwei Meter hohe Zäune stehen. Und zwischen dem Spielfeld und den angrenzenden Schlafzimmer-Fenstern der Wohnungen liegen nur gut fünf Meter und ein paar noch zu pflanzende Büsche. Der Lärm wird zu Ärger führen. Gerade daran entzündete sich die Kritik aller BA-Fraktionen.

„Das ist die ungünstigte aller möglichen Lösungen“, ärgerte sich beispielsweise Claus Wunderlich (FDP). Sein Kollege Erich Tomsche (CSU) fügte hinzu: „Die Beschwerden werden kommen. Wenigstens wissen wir, an welche Adresse wir sie schicken müssen. Direkt an den Stadtrat.“ Denn dort war die Entscheidung für das „Wohnen für alle“-Projekt an diesem Standort gefallen. Der BA-Vorsitzende Fredy Hummel-Haslauer musste immer wieder mahnende Worte finden: „Ich verstehe den Frust, ich schiebe ihn auch. Aber Herr Blank und Herr Rebmann haben die Entscheidung nicht getroffen, sie arbeiten sie nur aus.“ Martin Rebmann bewies anschließend übrigens Nehmerqualitäten: „Die Ablehnung war ja bekannt. Insgesamt war es für mich überraschend wenig negativ. Und es waren viele sachliche Fragen dabei, die ich auch stellen würde“, sagte der Architekt und ging zufrieden nach Hause. Wie schlimm es wirklich wird, zeigt sich noch diesen Sommer. Im Juli oder August soll der Rollrasen auf dem neuen Bolzplatz verlegt werden. Ende September wird er dann schon zum Spielen freigegeben.
Marco Heinrich

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