Milbertshofen vor der Gentrifizierung – was der BA-Chef dazu sagt

Ein Großprojekt verändert alles

Es ist ein gigantisches Projekt, das 2017 seinen Anfang nehmen wird: BMW baut sein Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) in Milbertshofen aus. Weil hochqualifizierte Jobs entstehen, ändert sich auch die Sozialstruktur des Viertels. Was Bezirksausschuss-Chef Fredy Hummel-Haslauer davon hält, lesen Sie hier.

Die Dimensionen des FIZ-Ausbaus in Milbertshofen sind beeindruckend.

Es ist ein bisschen wie beim Domino. Ein Stein wird angestoßen, der Rest ist eine große Kettenreaktion. Und in Milbertshofen geht es 2017 um weit mehr als nur einen Stein, wenn BMW auf dem Areal der ehemaligen Kronprinz-Rupprecht-Kaserne mit dem Ausbau des Forschungs- und Innovationszentrums (FIZ) beginnt. Den Umfang des Projekts beschreibt alleine die Tatsache, dass die Maßnahmen erst 2050 abgeschlossen werden. Dann werden dort 40 000 Menschen arbeiten. Und die wollen natürlich auch möglichst nah eine Wohnung finden. 

„Der Stadtteil wird im begrenzten Umfang eine Gentrifizierung erfahren. Als ein Anhänger der Münchner Linie empfinde ich es nicht zwangsläufig als negativ. Vertreter des oberen Einkommensdrittel sind derzeit in Milbertshofen und Am Hart unterrepräsentiert. Das dürfte meiner Meinung nach – wegen der fehlenden Privatpatienten – mit ein Grund für den eklatanten Mangel an Haus- und Kinderärzten sein“, sagt Fredy Hummel-Haslauer (kl. Bild) als Vorsitzender des Bezirks-

ausschuss 11. Arbeit – Wohnen – Ärzte. Es hängt eben alles zusammen. Der Verkehr darf in dieser Reihe natürlich nicht fehlen. Das Links-Abbiegen von der Hufelandstraße in die Ingolstädter Straße stadtauswärts soll möglich gemacht werden, was seit 2014 auch so vom Stadtrat beschlossen ist. Doch eine Verkehrszählung hält die Umsetzung auf. Hummel-Haslauer hofft außerdem, dass „endlich der Anschluss der Schleißheimer Straße an die BAB 99 mittels eines langen Tunnels vom Stadtrat beschlossen wird.“ Ein weiteres Sorgenkind ist die Grund- und Mittelschule an der Bernaysstraße, über die nun schon seit mehr als zehn Jahren diskutiert wird. Erst sollte saniert werden, dann neugebaut, weil nur so die Kapazität gesteigert werden kann. 2017 sollen die Arbeiten nun endlich beginnen. Marco Heinrich

Was ist eigentlich Gentrifizierung?
Als Gentrifizierung wird der sozioökonomische Strukturwandel bestimmter großstädtischer Viertel bezeichnet: Ärmere Bevölkerungsgruppen werden durch wohlhabendere ersetzt. Parallel dazu steigen die Wohnpreise. Der Begriff stammt vom englischen Begriff „gentry“ für den niederer Adel.

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