Bitte bringt uns Suhana zurück!

Moosach

Ein Weihnachten ohne Suhana, das kann sich Sophie von Boeckmann nicht vorstellen. Deshalb sucht sie unermüdlich weiter. Seit über sechs Wochen gibt es für sie nur ein Ziel – ihre geliebte Hündin wieder zu bekommen. Sie ist sicher: „Suhana wurde gestohlen.“ Die 45-Jährige klebt Plakate, schaltet Zeitungsinserate, sendet Aufrufe im Radio. 20 Stunden am Tag ist sie oft unterwegs, hat in den letzten Wochen fünf Kilo abgenommen. Sie fuhr sogar quer durch Deutschland, um die Pointer-Mischlingshündin zu finden, hat 500 Euro Belohnung ausgesetzt. Familie und Freunde sind an der Suchaktion beteiligt, aber auch wildfremde Menschen, die einfach helfen wollen. Kaum eine Stunde vergeht, in der nicht ihr Handy klingelt. Mehr als 300 Hinweise hat sie bereits erhalten – aber alle Spuren verliefen im Sand. Es war der 28. Oktober. Auf dem Weg von ihrer Wohnung in der Hans-Sachs-Straße zum Auto hat Sophie von Boeckmann Suhana nur ein paar Sekunden lang aus den Augen gelassen, als sie sich zu ihrer zweiten Hündin Bonita umdrehte. Plötzlich war die dreijährige Suhana wie vom Erdboden verschluckt. „Sie würde nie von selbst weglaufen“, sagt Sophie von Boeckmann. Doch die verzweifelte Suche brachte kein Ergebnis, Anrufe bei der Polizei, im Tierheim oder in der Tierklinik auch nicht. Hoffnung gab es erst eine Woche später: Auf ein Zeitungsinserat meldete sich eine Frau, die Suhana einen Tag nach ihrem Verschwinden vor dem Lidl-Markt in der Pelkovenstraße in Moosach gesehen hatte. Ein Mann hat sie angeblich an einem Halstuch hinter sich hergezogen. Er habe den Hund von einer Bekannten bekommen, die ihn nicht mehr wolle, hat der Unbekannte der Zeugin erzählt. Die hatte Mitleid, schenkte ihm sogar eine Leine. „Die Frau hat Suhanas Namensschild auf dem Halsband gesehen“, berichtet Sophie von Boeckmann. In den folgenden Tagen fiel der Mann auch Mitarbeitern eines Getränkemarktes auf, gleich gegenüber vom Lidl. Er hatte einen Schlafsack bei sich, sprach Ruhrpott-Dialekt und erzählte, dass er aus Dortmund komme, sagen die Mitarbeiter. Als sich die Spur verlor, dehnte Sophie von Boeckmann die Suche auf das 500 Kilometer entfernte Dortmund aus. Neun Tage verbrachte sie dort. Mehrere Anrufer wollten den Mann mit Hund gesehen haben, in einer üblen Gegend der Stadt – oder beim Betteln am Bahnhof. Hat ein Bettler Suhana gekidnapped, um mit ihr Mitleid zu erregen? Die nächsten Hinweise auf den Unbekannten kamen wieder aus Moosach. In den letzten Tagen meldeten sich dann viele Menschen, die Suhana herrenlos umherstreunen gesehen haben wollen. Aber immer kamen Sophie von Boeckmann oder ihre Helfer zu spät. Aufgeben, das kommt für die Gastwirtin dennoch nicht in Frage: „Das bin ich meiner Suhana schuldig – schließlich soll die ganze Familie gemeinsam Weihnachten feiern.“ ara

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