Angeschossene Hunde: Der Täter ist ein Jäger

So berichtete Hallo München im Mai von den Schüssen auf die Hunde.

Moosach

Der Aufruhr war groß, als vor kurzem herauskam, dass jemand auf zwei Hunde geschossen hat – Labradormischling Kreuzerl wurde von neun Plastikkugeln getroffen, Jack Russell Terrier Mon Chi Chi von sieben (Hallo berichtete). Die Tiere waren am Moosacher St.-Martins-Platz ausgebüxt – wie sich jetzt herausgestellt hat, waren sie bis nach Feldmoching gelaufen. Dort hat sie ein Jäger erwischt... Den Stein ins Rollen gebracht hat jetzt eine Zeugin, die sich aufgrund der Presseberichte bei der Polizei meldete. Sie will einen Mann beobachtet haben, der mit seinem Auto die Hunde in Feldmoching verfolgt hat. Dann sei er ausgestiegen und habe geschosssen, meint die Münchnerin. Sie notierte sich das Kennzeichen. Aufgrund dieser Informationen machte die Polizei den Mann ausfindig. Er ist Jäger. Und behauptet, die Hunde hätten gewildert. Weil er sie nur vertreiben und nicht töten wollte, habe er mit Plastikschrot geschossen. Doch so einfach ist es nicht: Die Tiere haben stark gelitten – gegen den Jäger, über den die Polizei aus Schutzgründen keine näheren Details bekannt gibt, läuft ein Vermittlungsverfahren. Nach dem Tierschutzgesetz können Tierquäler zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verurteilt werden. Hinzu kommt, dass der Jäger vermutlich außerhalb seines Reviers unterwegs war – dort darf er nicht schießen, sonst droht ihm der Verlust des Jagdscheins. Geklärt werden muss allerdings auch die Frage, ob die Tiere tatsächlich wilderten. Ihr Herrchen, Dieter Domröse, bezweifelt das: „Die sind viel zu klein, um Rehen hinterher zu laufen“, meint er. Allerdings hat die Polizei Zweifel an seinen Aussagen: Er habe zunächst angegeben, seine Hunde seien ab 18 Uhr abgehauen – die Zeugin beobachtete die Schießerei aber bereits um 14.30 Uhr. „Irgendetwas stimmt da nicht“, meint ein Polizeisprecher, der auch bestätigt, dass Bürger die Hunde wohl öfters streunend gesehen hätten. Doch wie dem auch sei – richtig eng wird es für den Jäger, der wildernde Hunde zwar laut Jagdgesetz erschießen, aber natürlich nicht quälen darf. Und dass Kreuzerl und Mon Chi Chi gelitten haben, steht außer Frage: 16 Schussverletzungen stellte ein Tierarzt fest, sogar die Zungen waren durchschossen. Dieter Domröse hofft nun, dass der Jäger seinen Jagdschein verliert – und er will als Nebenkläger seine Unkosten geltend machen. Die Tierarztkosten hätten mittlerweile schon über 500 Euro verschlungen. bit

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