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Frank Lehnert, Go West. Unterwegs im anderen China

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Mount Everest mit Stupa des Rongbuk Klosters in Tibet
Mount Everest mit Stupa des Rongbuk Klosters in Tibet. © Frank Lehnert

Als Westeuropäer im Westen Chinas unterwegs zu sein ist ein Abenteuer, das nur wenige wagen. Zu aufwendig erscheint es, die nötigen Dokumente zu beschaffen, und zu groß sind oft die Entfernungen. Hinzu kommen die Sprachbarrieren. Go West. Unterwegs im anderen China erzählt davon, wie es ist, am Tor zum Ende der Welt zu stehen, zuckersüße Melonen an einem der heißesten Flecken der Erde zu essen oder Briefmarken auf dem Dach der Welt zu kaufen.

Sie waren bis Ende 2019 beruflich in China, was hat Sie an China ganz besonders fasziniert?

Dr. Ing. Frank Lehnert: Mit dem ersten Tag meines Aufenthaltes in China begann für mich auch eine Entdeckungsreise, die erst mit meiner Rückkehr nach Deutschland kurz vor dem Corona-Ausbruch endete. China ist so facettenreich wie nur wenige Länder auf dieser Erde und hat weitaus mehr zu bieten als nur den Besuch der Chinesischen Mauer. Mich hat besonders diese einzigartige Mischung aus Tradition und Moderne fasziniert, die in fast allen Lebensbereichen spürbar ist. Die 5000-jährige Geschichte, die sich dynamisch entwickelnde Gesellschaft, die scheinbar unendlich Weite des Landes mit der Vielfalt und Schönheit der Natur, die Menschen mit ihrer offenen freundlichen Art und der Neugier gegenüber dem Neuen, das alles sind Dinge, die mich noch heute mit Dankbarkeit an das Erlebte zurückblicken lassen. Neben der Arbeit gab es daher für mich viel Unbekanntes über die Geschichte, die Architektur, die Künste, die Literatur, die Musik, den Sport und die einzigartige Küche dieser uralten Kulturnation zu entdecken. Entscheidend dafür waren auch meine Reisen innerhalb Chinas.

China mit den bereisten Provinzen
China mit den bereisten Provinzen © Frank Lehnert

Sie sind gerne gereist in Ihrer Zeit in China. Was waren die spannendsten Gegenden und Entdeckungen auf Ihren Reisen?

Dr. Ing. Frank Lehnert: Nach den Reisen zu den touristischen Sehenswürdigkeiten im Osten des Landes führten mich meine Touren hauptsächlich in die abgelegenen Provinzen im fernen Westen Chinas. Diese Regionen werden nur selten von westlichen Ausländern besucht. Aus diesem Grund ist Chinas Westen auch weniger touristisch und damit abenteuerlicher zu bereisen. Ich durfte dort eine endlose Landschaft mit einer wunderschönen, mystischen Natur, herzlichen, offenen Menschen und vielen Sehenswürdigkeiten erleben, von denen einige zum Weltkulturerbe gehören. Die für mich spannendste Gegend in China ist die Provinz Xinjiang mit den Orten an der alten Seidenstraße. Natürlich gerät man auf Reisen immer wieder in unzählige Kontrollen, aber trotzdem lohnt es sich, auch die entlegenen Provinzen so weit wie möglich zu entdecken.

Abbildung
Lichun “Beginn des Frühlings”, die Welt wird wieder lebendig. Die Abbildung ist ein Beispiel für die Darstellung von einem der vierundzwanzig Solarbegriffe des alten chinesischen Kalenders (Weltkulturerbe), der das Jahr in 24 Abschnitte unterteilt. Die in dem Buch beschriebenen Reisen sind diesen Solarbegriffen (ausgewählten) zeitlich zugeordnet. © Frank Lehnert

Gibt es eine Begegnung oder Anekdote, die Sie besonders in Erinnerung behalten haben?

Dr. Ing. Frank Lehnert: Es gibt für mich nicht eine einzelne, besondere Situation als bleibende Erinnerung, sondern vielmehr sind es die vielen wunderbaren Momente während der Reisen im Westen Chinas. Unvergesslich sind die Begegnungen mit den Menschen der verschiedenen Volksgruppen in den einzelnen Provinzen, wie zum Beispiel bei einem Besuch einer Kunstschule im Südwesten von Lhasa. Dort lernen einheimische Kinder unter anderem das Handwerk der tibetischen Malerei. In den Klassenräumen konnte ich beobachten, wie die Schüler sehr konzentriert an ihren handgemalten farbenprächtigen Rollbildern, den sogenannten Thangkas, arbeiteten, die fast in jedem Tempel und Hausaltar in Tibet vorzufinden sind. In der Schulpause jedoch stürmten die Kinder auf uns Besucher zu, um sich mit den westlichen Ausländern fotografieren zu lassen und auf dem Platz vor der Schule Fußball zu spielen, was für alle Beteiligten ein großes Ereignis war.

China mit einem Ausschnitt der Provinz Sichuan und der Reiseroute.
China mit einem Ausschnitt der Provinz Sichuan und der Reiseroute. © Frank Lehnert

Was würden Sie einem Interessierten besonders an Herz legen, der das Riesenreich der Mitte bereisen möchte?

Dr. Ing. Frank Lehnert: Im Vertrauen auf den Zauber des Anfangs wünsche ich einem jeden die Offenheit für das Neue und das Fremdartige, die zum Staunen, Wundern, Erkunden und Lernen einlädt. Dafür ist es gut, unter Berücksichtigung und dem Akzeptieren der Besonderheiten des Landes, tiefer in die verschiedenen Bereiche der Gesellschaft einzutauchen. Auch wenn das durch die weiter geltenden strengen Pandemiemaßnahmen momentan erschwert wird, bin ich sicher, dass in Zukunft hierfür wieder Gelegenheiten vorhanden sein werden. Mir wäre es deshalb die größte Freude, wenn meine Worte und Beschreibungen in dem Buch bei meinen Leserinnen und Lesern das Interesse und die Sympathie für dieses Land wecken oder zu einer Reise abseits der Touristenwege nach Westchina ermuntern würden.

Getreu dem Motto:

»Go West. Unterwegs im anderen China.«

Das Buch: Go West. Unterwegs im anderen China von Frank Lehnert
Frank Lehnert, Go West. Unterwegs im anderen China © Frank Lehnert

Kontakt

Dr. Ing. Frank Lehnert
Platanenstraße 39
82024 Taufkirchen
Telefon: +49 (0) 89 614 86 58
Mobil: +49 (0) 157 86 17 15 73
E-Mail: fraleh1@gmx.net
https://franklehnert.de/

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