Sie halten München an Silvester am Laufen

Er bringt die Münchner zusammen

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MVG-Busfahrer Fabian Duckhorn fährt in der Neujahrsnacht quer durch die Stadt.

MVG-Busfahrer Fabian Duckhorn ist an Silvester im Einsatz. Warum er an Silvester arbeitet und was er in den vergangenen Jahren erlebt hat.

Er bringt Familien und Freunde zusammen, dank ihm kommen die Feiernden sicher zu den besten Partys: Fabian Duckhorn (30) wird in der Neujahrsnacht von 20 Uhr abends bis 5.30 Uhr morgens als Busfahrer die Münchner mit seinem 18 Meter langen Gelenkbus durch die Stadt kutschieren, von Fürstenried-West bis nach Feldmoching.

Rund 1700 Mitarbeiter der MVG arbeiten an Silvester

Damit ist er einer von rund 1700 Mitarbeitern, die Silvester für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hauptsächlich im Fahrdienst im Einsatz sind. Der Neuhauser hat sich freiwillig dafür gemeldet, als die Dienstpläne gemacht wurden. „Meine Freundin muss auch arbeiten und ich fahre viel und gerne Nachtlinie. Das ist ein bisschen persönlicher als am Tag“, sagt er. 

Duckhorn ist gelernter Krankenpfleger, er mag den Kontakt mit Menschen und hat ein Gespür dafür, wie er mit seinen Passagieren umgehen muss, auch mit den Angetrunkenen. „Man kriegt ein Gefühl für die Stimmung im Bus“, sagt er. Ist sie ausgelassen? Oder eher aggressiv? Entwickelt sich irgendwo Streit? Oder ein Beziehungsdrama? Auf all das passt er im Hintergrund auf, fast wie ein Sozialpädagoge. „Wichtig ist, ein bisschen auf die Leute einzugehen. Mit einem lockeren Spruch kriegt man meistens alles geregelt“, sagt er. 

Die unangenehmen Seiten seiner Arbeit

„Wenn sich die Gelegenheit ergibt, entwickeln sich gerade nachts auch mal schöne Gespräche.“ Natürlich gibt es in der Nachtlinie aber auch unangenehme Situationen, zum Beispiel wenn jemand zu viel getrunken hat und sich im Bus übergeben muss. „Das hatte ich auch schon“, erzählt der 30-Jährige. „Wenn es nicht so schlimm ist, spült man den Bus dann eben an der Endhaltestelle grob aus, wenn es ganz schlimm ist, tauscht man ihn aus.“ 

Die Silvesternacht wird für Duckhorn besonders stressig. „Jeder ist auf den Beinen, da werden sicher deutlich mehr Leute als an einem normalen Wochenende Bus fahren“, vermutet er. Rund 150 Passagiere passen gleichzeitig in seinen Bus. „Über die ganze Nacht verteilt werden es dann schon über 1000 sein.“ 

Dazu kommt eine weitere Herausforderung: An Silvester stehen viele Menschen auf den Straßen, um ihre Böller und Raketen abzuschießen. „Da muss man natürlich sehr aufpassen, dass nichts passiert“, sagt Duckhorn. „Manchmal ist es dann ein bisschen wie Slalom-Fahren.“ 

Vorfreude auf Mitternacht

Trotzdem freut auch er sich schon auf Mitternacht. Wo genau er dann sein wird und ob er gerade am Fahren ist oder irgendwo für ein paar Minuten stehen bleiben kann, weiß er noch nicht. Gerne würde er selbst auch ein bisschen was vom Jahreswechsel mitbekommen. „Gerne würde ich irgendwo im Bereich Leopoldstraße, Odeonsplatz, Siegestor stehen“, hofft er. „Das wäre eine schöne Stelle für das Feuerwerk.“

Claudia Schuri

So fahren U-Bahn, Bus und Tram an Silvester

Zum Jahreswechsel wird in München der Öffentliche Personennahverkehr verdichtet. Bereits in der Nacht von Samstag, 30. Dezember, auf Sonntag, 31. Dezember, kommen die MVG-Nachtlinien bei Bus und Tram erneut im dichten Wochenend-Takt und die U-Bahn fährt eine Stunde länger als sonst bis 2.30 Uhr. An Silvester bleibt die U-Bahn durchgehend in Betrieb und fährt auf allen Linien nach Mitternacht im 20-Minutentakt, in der Innenstadt teilweise im Zehn-Minuten-Takt. Alle Nachtbus- und Tramlinien fahren die ganze Nacht hindurch alle 15 Minuten. Wegen Silvesterfeiern muss die Stadtbuslinie 100 von 23 Uhr bis zum Betriebsschluss im Bereich Friedensengel/Europaplatz umgeleitet werden. Weitere Informationen gibt es hier.

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