Erfolgsgeschichten rund um die Ostpreußenstraße am Beispiel zweier Betriebe

Münchner Osten – auch früher schon begehrter Standort für Unternehmen

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Versorgungsader Ostpreußenstraße - Unternehmen der heutigen Zeit und herbstliche Impressionen der zentralen kulturellen Einrichtungen

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die 1152 Meter lange Ostpreußenstraße zur zentralen Einkaufsmeile der Gegend. Über 100 Geschäfte, Dienstleister und Gastronomen versorgen heute die Anwohner aus den umliegenden Straßen und darüber hinaus. Viele von ihnen tun dies bereits seit Generationen. Im Süden endet die Ostpreußenstraße an der Ecke Daglfinger-/ Denninger und geradeaus in die Friedrich Eckart-Straße Richtung Zamdorf – klingende Namen früherer Zeiten.

Die ehemaligen Dörfer Zamdorf, Denning, Daglfing gehören heute zum 13. Münchner Stadtbezirk Bogenhausen, genau wie Englschalking, Oberföhring, Johanneskirchen und Steinhausen, die im Laufe der Jahre zusammenwuchsen und eingemeindet wurden. Die Ostpreußenstraße und ihre Umgebung war auch früher schon ein zentraler Ort im Münchner Osten. Deshalb siedelten sich hier nicht nur Geschäfte, sondern auch Betriebe an, die den Menschen neben der Nahversorgung auch Arbeitsplätze boten.

Friedrich Eckarts Konservenfabrik 

Einer dieser Betriebe war die Friedrich-Eckart-Konservenfabrik in der gleichnamigen Straße auf Höhe der Hausnummer 35. Der Fabrikant kaufte im Jahr 1897 die ehemalige Ziegelei, die an dieser Stelle seit dem Jahr 1866 in Betrieb war und noch bis ins Jahr 1910 dort Ziegel brannte. Erst dann wurde sie von Fritz Eckart zur Konservenfabrik umfunktioniert. Die Fabrik war eine Filiale der bereits 1868 von Friedrich Eckarts Vater Johannes (1840– 1899) am Jakobsplatz in München gegründeten ersten süddeutschen „Dampf-Conserven- Fabrik“, die seit 1902 sogar den Titel eines Königlich Bayerischen Hoflieferanten tragen durfte. Aus der Fabrik ging das Stammhaus der Pfanni-Werke Otto Eckart KG für Trockenkartoffeln und Kartoffelmehl am Ostbahnhof hervor. Über 50 Jahre nach dem Umbau der Ziegelei in eine Fabrik, im Jahr 1964, wurde der Betrieb der Friedrich- Eckart-Konservenfabrik in Zamdorf still gelegt. Heute beherbergen die Gebäude in der Friedrich-Eckart-Straße die Büros und das Ersatzteillager der deutschen Niederlassung der Deutschen Plasser Bahnbaumaschinen GmbH. (Quelle: „NordOstKultur“).

Seilerei Schwaigers Witwe 

In der Daglfinger Straße 67 bis 69 befindet sichheutemit einem Standort der Carl StahlGmbHein Betrieb, der eng mit der Seilerei Schwaigers Witwe verwoben ist. Die Seilerei hat in München unternehmerische Geschichte geschrieben. Sie gilt nach den Brauereien als der älteste Industriebetrieb der Stadt. Alles begann im Jahr 1629 in der Ledererstraße 22 (heute Hausnummer 9). Die Stricke und Taue aus Hanf oder Rosshaar, die dort entstanden, dienten den Bauern im Münchner Umland und halfen auf den Gerüsten der neuen Gebäude der Residenzstadt. Es folgten Jahre der kontinuierlichenWeiterentwicklung. Im Jahr 1839 kommt der Betrieb in den Besitz der Familie Schwaiger. Den Name „Schwaigers Witwe“ erhielt der Betrieb im Jahr 1870, als Maria Schwaiger das Erbe ihres verstorbenen Mannes Joseph erfolgreich weiterführte. Zehn Jahre später wurde die Produktion erweitert und neben dem Stammhaus in der Innenstadt eine Seilfabrik in Haidhausen in der heutigen Einsteinstraße errichtet, wo erstmals maschinelle Produktion stattfand. In der nächsten Generation wurde der Betrieb zum Königlich Bayerischen Hoflieferant. Der nahende erste Weltkrieg sorgt für volle Auftragsbüchern und so erwirbt Marias Sohn Karl im Jahr 1915 weitsichtig den Standort in Daglfing, neben der Bahnstrecke. Die Bebauung des Grundstückes erfolgt aufgrund des ersten und des zweiten Weltkrieges aber erst viele Jahre später. Die Gewalt des Krieges zerstörte im Jahr 1944 nicht nur den Betrieb in Haidhausen, sondern auch den Stammsitz in der Ledererstraße. Karls Sohn Johann Baptist Schwaiger hatte zum Glück bereits während der Kriegszeit im Jahr 1943 mit dem Neubau auf dem Grundstück an der Daglfinger Straße 67 begonnen. In der neuen Fabrik konnten nun Hanfseile bis zu 220 Meter Länge und 100 mm im Querschnitt „ausgetrieben“ werden. Es folgen die Produktionshalle für Drahtseilherstellung und die Drahtlagerhalle und weitere Gebäude, ehe 1962 die große Produktionshalle errichtet wurde, die man von der Daglfinger Straße als erstes sieht. Heute stehen auf demGelände 21 Häuser, Hallen und Lagerräume. Der Betrieb bleibt in der Familie. Allerdings folgen wirtschaftlich harte Jahre. Nach vielen Rationalisierungsmaßnahmen erfolgt im Jahr 1994 der Eintritt „Schwaigers Witwe“ in die heutige Unternehmensgruppe Carl Stahl GmbH. Der umbenannte traditionsreiche Betrieb floriert weiter und hat in den letzten Jahren viele Preise bekommen, wie z.B. den Erasmus-Grasser-Preis der Stadt München für hervorragende Ausbildung sowie weitere Preise unter anderem für Umweltengagement und bayerische Qualitätsarbeit. (Quelle: „NordOstKultur“)

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