Kinoszene

Klein & kuschelig

MÜNCHEN ...plüschig und gemütlich: Fünf Arthouse-Kinos hat die Stadt jetzt ausgezeichnet. Was die Filmtheater ausmacht und wie man gegen große Paläste besteht, verrät ein Betreiber.

Zwei Säle – mit einmal 38, einmal 64 Plätzen: So präsentiert sich das Arena Filmtheater. Jetzt wurden die Betreiber Markus Eisele (re.) und Christian Pfeil (li.) für ihre Programmauswahl ausgezeichnet.

Um die 400 Filme schauen Markus Eisele und Christian Pfeil (Foto) im Jahr. Davon schaffen es allerdings nur etwa hundert auf die Leinwand ihres Kinos. Die beiden sind seit 2006 die Betreiber des Arena Filmtheaters an der Hans-Sachs-Straße. Jetzt haben sie den Kinoprogrammpreis der Stadt München erhalten (Hallo berichtete) – neben vier anderen Programm- und Arthouse-Kinos. Wie die Zukunft dieser Kinos ausschaut, wieso derzeit eine Filmflaute herrscht und welcher Film Eisele heuer besonders ans Herz ging, verrät der 41-Jährige im Hallo München- Interview. Ines Weinzierl 

Glückwunsch, Sie haben den Preis jetzt zum zweiten Mal erhalten... 
Wir freuen uns, es ist eine schöne Wahrnehmung unserer Arbeit. Aber ich dachte eigentlich, dass wir ihn 2013 bekommen, da wir 2012 100-jähriges Bestehen gefeiert haben. Damals haben wir eine Chronik herausgebracht und Filmreihen gestartet.

Was ist das Besondere an den kleinen Arthouse-Kinos?
Sie zeigen Spartenfilme, eben nicht die großen Blockbuster, und haben meist einen besonderen Charme. Wir sind beispielsweise mittendrin und sind wie ein kleines kulturelles Zentrum, weil wir nicht nur Filme zeigen, sondern auch Gesprächsrunden, Kurzfilmnächte, Festivals und Lesungen veranstalten. Und ich kann im Brustton der Überzeugung sagen, dass wir das schönste Kino Münchens sind (lacht).

Ist es nicht schwierig, gegen große Kinos mit jeder Menge Blockbuster zu bestehen?
Ich kann sagen, dass die Zahl der Besucher steigt – wir haben zwischen 40 000 und 50 000 Besucher im Jahr. Natürlich sind wir ein Nischenkino. Aber die Best Ager, so ab 50 plus, kommen zu uns, suchen den Charme eines kleinen Kinos. Und natürlich Studenten, die sich ganz gezielt für diese Art von Kino entscheiden.

Mit der Filmauswahl leisten die Arthouse-Kinos einen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in München...
Ja klar. Der Film gilt ja als Kulturgut. Jeder Streifen hat kulturelle Aspekte und durch die Menge der Filme haben wir die kulturelle Vielfalt. So zeigen wir beispielsweise tschechische Filme mit englischem Untertitel.

Worauf können sich die Münchner in den nächsten Wochen freuen?
Derzeit ist wirklich eine Kinoflaute. Die Filmauswahl ist gering – alle haben Angst vor der Weltmeisterschaft.

Und Hand aufs Herz: Welchen Film muss man sehen?
„Grand Budapest Hotel“. Und „Her“ fand ich großartig, teils philosophisch, teils verstörend und doch eine wunderschöne Liebesgeschichte.

Arthouse-Kinos – eine Auswahl

Altstadt: Atelier Kino, Sonnenstraße 12; Theatiner Film, Theatinerstraße 32, Filmtheater Sendlinger Tor/
Maxvorstadt:
Studio Isabella, Neureutherstraße 29/
Schwabing: ABC-Kino, Herzogstraße 1; Monopolkino, Schleißheimer Straße 127/
Laim: Neues Rex Filmtheater, Agricolastraße 16/
Au: Museum Lichtspiele, Lilienstraße 2/ Bogenhausen: Cadillac&Veranda, Rosenkavalierplatz 12/
Neuhausen: Neues Rottmann, Rottmannstraße 15.

Auch interessant:

Meistgelesen

Droht den Pasingern hier der Verkehrsinfarkt?
Droht den Pasingern hier der Verkehrsinfarkt?
Ausführliche Information und kompakter Überblick auf der MÜNCHNER IMMOBILIENMESSE 2019
Ausführliche Information und kompakter Überblick auf der MÜNCHNER IMMOBILIENMESSE 2019
Tram – Gleisbauarbeiten ab 25. März: Das müssen Sie jetzt wissen
Tram – Gleisbauarbeiten ab 25. März: Das müssen Sie jetzt wissen
Hallo-Selbstversuch: Einen Tag an Bord der ADAC-Luftrettung
Hallo-Selbstversuch: Einen Tag an Bord der ADAC-Luftrettung

Kommentare