Zurück auf dem Eis

EHC: Wissenswertes zur neuen Saison und Tickets für die Red Bulls!

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Unterlagen im April im Finale den Adler Mannheim: Patrick Hager (rechts) und seine Red Bulls.

Die Jagdsaison ist eröffnet: Erstmals seit 2015 gehen unsere Eishackler nicht als Titelverteidiger in eine Spielzeit. Wie sich das anfühlt, erklärt Patrick Hager im Interview.

München – Ein bisserl anders war er schon für die Red Bulls, der Sommer 2019. Kein Eintrag ins goldene Buch der Stadt, kein neuer Pokal, keine neue Meisterfahne an der Decke der Eishalle und nach dem Karriereende von Michael Wolf nicht mal ein offizieller Kapitän. Und schon ist man bei Patrick Hager.

Der 30-jährige Rosenheimer wird diesen Sommer ebenfalls in bleibender Erinnerung behalten. Weil er nun zum Nachfolger von Michael Wolf als Kapitän gewählt worden ist? Auch. Vor allem aber, weil im Juni sein drittes Kind zur Welt gekommen ist. „Das ist unvergesslich“, gibt Hager im Gespräch mit Hallo München zu. 

Schlaflose Nächte also zum Saison­start? Nicht wirklich: „Ich kann zur Nahrungsaufnahme meines Sohnes noch nicht wirklich etwas beisteuern, insofern sind meine Nächte noch recht entspannt.“

Ebenfalls recht entspannt ist der zweifache Meister in Sachen neues Amt. „Wir spielen seit Jahren erfolgreiches Eishockey in München. Wirklich unangenehm wird es als Kapitän, wenn du in Krisenzeiten das Gespräch mit den Fans suchen und dich für den Misserfolg rechtfertigen musst.“ Und einen Misserfolg kann man die zurückliegende Saison nun nicht gerade nennen. Vizemeister und – fast noch beeindruckender – Vize-Champions-Hockey-League-Sieger. Dennoch: Zum ersten Mal seit 2015 geht man wieder als Jäger und nicht als Gejagter in eine neue DEL-Saison. Ein bisserl anders ist er eben doch, der Sommer 2019.

Marco Litzlbauer

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Hallo-Interview: „Ich werde keine 1:1-Kopie von Michael Wolf“

Der neue EHC-Kapitän Patrick Hager im Gespräch mit Hallo München

Er ist zweifelsfrei einer der besten aktiven deutschen Eishockeyspieler: Patrick Hager. 

Läuft bei Patrick Hager, wie man neudeutsch so schön sagt. 2018 Meister mit München und Silberheld mit der Nationalmannschaft, heuer dann nicht nur die Vizemeisterschaft in der DEL sondern in der CHL als erstes deutsches Team nicht nur das Achtelfinale überstanden, sondern es sogar bis ins Finale geschafft. Jüngst wurde er dann nicht nur zum neuen Kapitän der Red Bulls gewählt, im Juni kam auch sein drittes Kind – diesmal ein Bub – zur Welt. 

Wie groß die Fußstapfen von Michi Wolf wirklich sind, wie die deutschen Teams international wahrgenommen werden und ob es von Vorteil ist, mit den Red Bulls in der DEL nun die Rolle des Jägers übernehmen zu können, verrät der 30-Jährige im Interview.

von Marco Litzlbauer

Glückwunsch zur Wahl als Kapitän, Herr Hager. Was überwiegt, die Vorfreude oder der Respekt vor dem Amt?

Ich bin lange genug in der Liga und in einem Alter, dass ich mir die neue Rolle zutraue. Ich freue mich vor allem über das Vertrauen der Jungs und des Vereins, will da aber auch nicht zu viel reininterpretieren. Wir haben eine gute Truppe mit vielen Führungspersönlichkeiten – auch schon unter den jüngeren Teamkollegen. Das ist ein großes Gefüge – und drei von uns haben eben einen Buchstaben auf der Brust (neben dem Kapitän „C“ auch zwei Assistenten „A“, Anm. d. Red.)

Wie groß sind die Fußstapfen, die Michi Wolf, Ihr Vorgänger als Kapitän, hinterlassen hat?
Die sind natürlich riesig. Seine sportlichen Erfolge sind ja für jeden offensichtlich. Wenn man auch den Menschen Michi Wolf und seine Fähigkeit, als Bindeglied zwischen Kabine und Büro zu wirken, hinzunimmt, dann bekommt das ein Ausmaß, das kaum in Worte zu fassen ist. Aber jeder muss da seinen eigenen Weg gehen. Ich werde keine 1:1-Kopie von Michael Wolf werden. Aber an bestimmten Punkten werde ich sicher den Kontakt zu ihm suchen, um mir mal einen Rat zu holen.

Eine Mischung aus Wohlfühl-Oase und Konkurrenzkampf

Ohnehin scheint der EHC Red Bull München vieles richtig zu machen. Ein Michi Wolf beendet seine Karriere, wird aber immer wieder in der Halle gesichtet. Ein Dominik Kahun lebt nun seinen NHL-Traum und schaut gefühlt trotzdem in jeder freien Minute in der Münchner Eishalle vorbei. Was ist das Geheimnis?
Das Geheimnis ist eine Mischung aus Wohlfühl-Oase und hartem Konkurrenzkampf: Diesen Spagat hat München die vergangenen Jahre sehr gut hinbekommen. Trotz des Leistungsdrucks und einem großen Angebot sehr guter Spieler ist es wie eine Familie. Weil dieses Gefühl auch von ganz oben vorgelebt wird.

Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang Manager Christian Winkler?
Er steht natürlich für diese Art und auch für den Verein wie kaum ein Zweiter. Er kennt auch die schweren Zeiten und hat jetzt großen Anteil daran, dass die Mannschaft charakterlich so gut zusammenpasst. Anders gewinnst du auch keine Titel.

Mit den zwei Auftaktsiegen in der Champions Hockey League haben Sie Ihre Titelambitionen in diesem Wettbewerb untermauert, oder?
Der Start war ideal, darauf müssen wir jetzt aufbauen. Wir sind spielerisch trotz allem noch lange nicht da, wo wir im März oder April sein wollen.

Unterschätzen wird die Münchner nach dem Auftakt und dem Finaleinzug in der Vorsaison jedenfalls kein Team mehr.
Es hat schon nach Olympia ein Umdenken stattgefunden, was die Wahrnehmung von deutschen Teams angeht. Wir haben vergangene Saison sicher weiter dazu beigetragen und auch der Start der drei deutschen Teams jetzt hat wieder unterstrichen, dass mit uns zu rechnen ist. Wenn wir alle an Bord haben, dann kann München den Titel auf jeden Fall in den kommenden Jahren gewinnen.

„Wir haben einen Stempel auf der Eishockey-Landkarte hinterlassen“

Könnte das Gewarnt-Sein der Gegner und die größere Erwartungshaltung der eigenen Fans auch hemmen?
Genau für so etwas sind wir doch Profis! Die Erwartungen der Fans sind sicher jetzt höher, aber unser eigener Anspruch war und ist von Haus aus hoch. Aber spätestens ab dem Achtelfinale nimmt dich ohnehin kein Gegner mehr auf die leichte Schulter. Der EHC Red Bull München hat seinen Stempel auf der Eishockey-Landkarte hinterlassen – national und international. Mag sein, dass dieses Wissen für die Gegner von Vorteil ist, aber es macht uns auch stolz. Das ist der Lohn für die harte Arbeit der letzten Jahre.

In der Liga sind Sie nun nicht mehr Gejagter, sondern Jäger. Macht das einen Unterschied?
Es ist völlig egal! Wir wollen den Titel – egal, ob wir Jäger oder Gejagter sind.

Schaut man sich die Kader an, sind München und Mannheim sicher auch heuer wieder die beiden Teams, die es auf dem Weg zur Meisterschaft zu schlagen gilt.
Wie jedes Jahr rechnet man damit, dass die vermeintlich Großen den Titel unter sich ausmachen. Da gehören Berlin und Köln auch dazu. Und dann gibt es jedes Jahr doch wieder Überraschungen wie im vergangenen Jahr Augsburg, die ganz oben dabei waren. Klar, auch ich rechne damit, dass wenn alles normal läuft, die Großen am Ende ganz oben stehen. Fakt ist aber auch: Die Liga wird schon heuer deutlich härter. Durch den Auf- und Abstieg, den es ab der Saison 2020/21 geben wird, bringen sich die Teams schon jetzt in Stellung. Auch die Kleinen. Niemand kann es sich dann noch leisten, mal eine Saison abzuschenken, denn dann ist man weg aus der Liga. Wie sehr schon jetzt aufgerüstet wird, sieht man am Beispiel Schwenningen.

Die aktuelle Saison beginnt für die Münchner ausgerechnet in Augsburg.
Das hat der Computer schön ausgespuckt, stimmt. Da ist man gleich auf Betriebstemperatur. Die zurückliegende Playoff-Serie gegen Augsburg war extrem intensiv und generell weiß jeder, dass bei Derbys gegen Augsburg eine super Stimmung herrscht.

Zur Person

Er ist zweifelsfrei einer der besten aktiven deutschen Eishockeyspieler: Patrick Hager. 

Dekoriert mit zwei Meistertiteln (2014 mit Ingolstadt und 2018 mit München), über 100 Länderspielen und nicht zuletzt 2018 mit olympischem Silber, führt der 30-Jährige die Red Bulls heuer als ihr Kapitän aufs Eis. 

Hager lebt seit seinem Wechsel von Köln nach München mit seiner Familie wieder in Rosenheim. Zusammen mit seiner Frau hat er zwei Töchter (5 und 7) und seit Juni auch einen Buben.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Eine große Auswahl weiterer spannender Interviews finden Sie in unserer Übersicht.

So wird die neue Saison

Regeländerungen der DEL:

Gleich an sechs Stellen wurde das Regelwerk angepasst:

1. Verlorener Stock

Bisher durfte ein verlorengegangener Schläger dem stocklosen Spieler von einem Mitspieler nur in einer Hand-zu-Hand-Aktion überbracht werden. Das Zuschieben des Stocks war nicht gestattet und wurde mit einer Zwei-Minuten Strafe-geahndet. Ab sofort darf der Stock dem Mitspieler wieder flach auf dem Eis zugeschoben werden. Weiterhin gilt jedoch, dass dies nicht in Richtung des Pucks ausgeführt werden und das gegnerische Team nicht behindert werden darf.

2. Anspiel

Bei einem Verstoß gegen die Anspielregeln wurde bisher der Center des sich verfehlenden Teams vom Anspiel weggeschickt. Ab sofort wird gegen das sich verfehlende Team durch den Linienrichter verwarnt und derselbe Center wiederholt das Anspiel. Sollte bei demselben Anspiel ein erneuter Regelverstoß begangen werden, wird wie gehabt eine Strafe durch den Schiedsrichter ausgesprochen.

3. Auszeit nach Icing

Mit der Saison 2019/20 ist es einem Team, welches ein Icing (unerlaubter Weitschuss) verursacht, nicht mehr gestattet, in der folgenden Unterbrechung eine Auszeit zu nehmen.

4. Prozedere bei zehnminütigen Disziplinarstrafen

Sollte eine zehnminütige Disziplinarstrafe ausgesprochen werden und der Spieler aufgrund der Spielzeit im laufenden Drittel nicht mehr von der Strafbank zurückkehren können, wird der betreffende Spieler in die Kabine geschickt. Mit Beginn des folgenden Spielabschnitts nimmt der Spieler auf der Strafbank Platz und kehrt mit Ablauf der Strafe in das Spiel zurück.

5. Bestrafte, aber verletzte Spieler

Sollte ein Spieler, gegen den eine Strafe ausgesprochen wurde, diese aufgrund einer Verletzung nicht antreten können, muss kein Ersatzmann bestimmt werden, der die Strafe verbüßt solange die Strafe nicht in die Uhr kommt. Es liegt in der Verantwortung des Teams, dass der betreffende Spieler erst im ersten Unterbruch nach Ablauf der Strafe wieder eingewechselt wird. Dies gilt auch, wenn ein Spieler aufgrund einer Verletzung seine Disziplinarstrafe nicht antreten kann.

6. Verlust des Helmes auf dem Eis

Bisher musste ein Spieler, der im Laufe des Spiels seinen Helm verlor, sofort zur Spielerbank und durfte seinen Helm nicht wieder aufsetzen. Im Sinne der Sicherheit darf der Spieler ab der Saison 2019/20 seinen Helm wieder einsammeln und aufsetzen. Dennoch muss sich der Spieler wie gehabt sofort zur Bank begeben und darf in keiner Weise am Spiel teilnehmen.

Als Teilnahme am Spiel gilt:

  • den Puck spielen oder lenken
  • Kontakt mit dem puckführenden Gegenspieler herstellen
  • den Laufweg des puckführenden Gegenspielers zustellen/einschränken
  • die Gasse für einen etwaigen Pass zustellen/einschränken
  • den Laufweg eines nicht puckführenden Gegenspieler zustellen/einschränken
  • Sollte der Kontakt mit einem Puck oder Gegenspieler zufällig geschehen, gilt dies nicht als Teilnahme am Spiel.

Quelle: www.del.org/news/regelaenderungen-zur-saison-2019-20

Neue Halle in zwei Jahren:

2021 soll die neue Arena im Olympiapark fertig sein.

So soll sie einmal aussehen, die neue Halle für die Eishackler von Red Bull und die Basketballer des FC Bayern München (Hallo berichtete). In den „SAP-Garden“ passen 11 500 Zuschauer (in die alte Eishalle gehen 6142 Eishockey-Fans). Noch Ende 2019 soll Baubeginn sein (Hallo berichtete), gespielt wird am Ort des alten Radstadions im Olympiapark wohl ab der Saison 2021/22.

Die Champions Hockey League:

Unter anderem durch ein verkleinertes Teilnehmerfeld und die Tatsache, dass man sich nur noch sportlich für sie qualifizieren kann, hat die Champions Hockey League (CHL) schon zuletzt ordentlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Der Einzug der Münchner ins Finale der vergangenen Saison setzte dann ein weiteres Ausrufezeichen für den Wettbewerb. Bis zur letzten Saison war für deutsche Teams immer spätestens im Achtelfinale Schluss. Da Deutschland aktuell drei Startplätze hat, geht neben Vizemeister München und Meister Mannheim auch der Hauptrundendritte aus Augsburg auf Titeljagd.

Gegründet wurde der Wettbewerb 2014. In der aktuellen Saison kassiert alleine der Sieger 425 000 Euro. Dieser Betrag wird – genau wie das gesamte Preisgeld – stetig erhöht und beläuft sich in der Saison 2022/23 dann auf stolze 720 000 Euro für den Sieger und insgesamt auf knapp 3,5 Millionen Euro.

Zum Redaktionsschluss standen die Ergebnisse aus Spiel 3 und Spiel 4 der Münchner noch nicht fest. Die letzten beiden Gruppenspiele der CHL bestreiten die Red Bulls am Dienstag, 8. Oktober, zuhause gegen Färjestad Karlstad (19.30 Uhr) sowie am Dienstag, 15. Oktober (18 Uhr), gegen den selben Gegner.

Exklusiv für Leser: Jahreskarten für die Red Bulls!

Mit Hallo in eine eiskalte Saison voller Spannung: Gewinnen Sie hier Tickets für die kommenden Heimspiele des EHC (DEL oder CEL) oder – die Kirsche auf dem Sahnehäubchen – Stehplatz-Jahreskarten für die DEL-Hauptrunde.

In München herrscht endlich wieder Eiszeit! Zumindest im Olympiapark: International sind die Red Bulls schon in die neue Saison gestartet, in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) geht es am Freitag, 13. September, wieder los. 

Das erste Heimspiel steigt dann zwei Tage später am Sonntag: Der EHC empfängt um 16.30 Uhr die Düsseldorfer EG.

Verlosung

Und Sie können live dabei sein! Wir verlosen 3x2 Stehplatzkarten für das Spiel am Sonntag, 15. September. 

Doch nicht nur das: Auch international sind Sie mit Hallo München immer auf Höhe des Spielgeschehens. Für das Champions-League-Heimspiel am Dienstag, 8. Oktober, verlosen wir ebenfalls 3x2 Karten. 

Und als besonderes Schmankerl legen wir zusammen mit den Red Bulls noch zwei Stehplatz-Jahreskarten für die DEL-Hauptrunde obendrauf! Das sind knackige 26 Heimspiele!

Teilnahmschluss ist am 12. September.

Das Gewinnspiel ist beendet.
Vielen Dank für Ihr Interesse! Besuchen Sie unsere Seite gerne wieder.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Eine große Auswahl weiterer kostenloser Gewinnspiele finden Sie in unserer Übersicht.

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