Adventszauber auf Abstand

Absagen oder weiterplanen? Wie Veranstalter auf Corona-Auflagen für Münchner Weihnachtsmärkte reagieren

Die steigenden Corona-Fallzahlen stellen die Veranstalter derzeit vor eine schwierige Entscheidung: absagen oder weiterplanen?
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Die steigenden Corona-Fallzahlen stellen die Veranstalter derzeit vor eine schwierige Entscheidung: absagen oder weiterplanen?

Bald beginnt die Vorweihnachtszeit und damit auch die Zeit der Christkindl- und Adventsmärkte in München. Jedoch stellen die steigenden Fallzahlen die Veranstalter vor schwierige Entscheidungen...

  • Normalerweise würden zu der Zeit die Vorbereitungen auf die Adventsmärkte auf Hochtouren laufen.
  • Die steigenden Corona-Fallzahlen stellen Veranstalter vor schwierige Entscheidung.
  • Wie die Veranstalter der Münchner Viertelmärkte reagieren...

München Vereine, Pfarreien, Kunsthandwerker, Marktkaufleute, Zuckerbäcker und Glühweinanbieter: Sie alle würden sich jetzt normalerweise mit Hochdruck auf die Weihnachts-, Christkindl- und Adventsmärkte in München vorbereiten.

Doch die steigenden Corona-Fallzahlen stellen die Veranstalter derzeit vor eine schwierige Entscheidung: absagen oder weiterplanen? Und wenn etwas stattfinden soll, wie kann das laufen?

Für den Münchner Christkindlmarkt auf dem Marienplatz hat die Stadt inzwischen einige Möglichkeiten formuliert: Damit ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Besuchern eingehalten werden kann, werden am Marienplatz kleinere Buden aufgebaut und das Marktgebiet bis zum Stachus und über die Sendlinger Straße erweitert.

Der Markt findet vom 23. November bis 24. Dezember statt. Marktkaufleute können ihre Buden bei Interesse aber bis 10. Januar betreiben. Voraussetzung ist allerdings immer, dass der Marktbetrieb mit dem Infektionsgeschehen vereinbar ist.

Alles hängt von der Pandemiesituation ab

„Ob und in welcher Form in München Weihnachtsmärkte durchgeführt werden können, ist abhängig von der Pandemiesituation und den Vorgaben des Freistaats zum Infektionsschutz sowie eventuell erforderlichen ergänzenden kommunalen Regelungen“, erklärt KVR-Sprecher Johannes Mayer auf Hallo-Anfrage.

Aktuell gibt es auch für kleinere Adventsmärkte in den Vierteln bereits folgende Auflagen: Es muss ein Schutz- und Hygienekonzept erstellt und vorgelegt werden. Zu jeder Zeit müssen Mindestabstände eingehalten und Masken getragen werden. Bei Gastro-Ständen müssen die Gäste registriert und an Tischen platziert werden.

Es gilt eine Höchstbesucherzahl und Laufrichtungen sind vorzugeben. Hallo hat sich umgehört, was die Veranstalter nun vorhaben.

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Eine Absage und drei mal Zuversicht

NORDEN Hoffnung gibt es beim Freimanner Christkindl­markt. „Wir haben mit Maßnahmen geplant“, verrät Initiator Oliver Benicke (Foto). Mittlerweile habe man dem KVR ein Konzept vorgelegt. Beantragt sei für das erste Adventswochenende, 300 Besucher zuzulassen, wobei auch die Hälfte in Ordnung wäre. „Der Markt wird abgesperrt, es gibt einen festen Ein- und Ausgang. Es gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht. Kleinere Märkte mit weniger Besuchern könnten eine größere Chance haben“, hofft Benicke.

Oliver Benicke, Initiator des Freimanner Christkindl­markts.

Der Weihnachtsmarkt in Feldmoching entfällt Corona-bedingt, teilte Irmengard Bähr, Vorsitzende des „Kulturhistorischen Vereins Feldmoching auf dem Gfild“, auf Hallo-Nachfrage mit. „Mit den Auflagen ist das für uns zu viel Aufwand. Wir hoffen, dass die Lage 2021 besser ist.“ Den Einnahmeverlust könne man heuer noch aus den Rücklagen stemmen.

Der Moosacher Hüttenzauber sollte von 19. November bis 23. Dezember stattfinden. Die Planung sei in vollem Gange, so Angela Zettl. Der Weihnachtsmarkt am Pelkovenschlössl findet nicht am zweiten Adventswochenende statt, sondern soll verkleinert auf alle Adventswochenenden aufgeteilt werden, erklärt Sprecherin Elke Riesenkönig.

Das Konzept bereits eingereicht 

MITTE Kein Kunstzelt, keine Bühne und auch kein Kulturprogramm, dafür mehr Abstände und weniger Verkaufsstände – mit diesen Einschränkungen hofft Martin Dörfler, Vorstandsmitglied des veranstaltenden Vereins, dass der Schwabinger Weihnachtsmarkt an der Münchner Freiheit in diesem Jahr trotz Corona stattfinden kann.

Ein Konzept habe man bereits eingereicht, der Bescheid der Stadt steht noch aus. Angefragt habe man darin auch, ob eine Ausweitung auf den benachbarten Spielplatz möglich sei. Wie jedes Jahr soll der Markt vom Freitag vor dem ersten Advent bis Weihnachten stattfinden. 

Kleinere Märkte, aber dafür mehr

OSTEN In Obergiesing und der Au sind zwei neue Märkte geplant: am Grünspitz und dem Mariahilfplatz. Ob sie stattfinden, entscheidet sich in diesen Tagen. Was zudem geplant ist: Der Bogenhauser Weihnachtszauberwald mit Glühwein-Festival soll auf dem Gelände vor dem Cosimabad stattfinden.

Und der Markt auf dem Weißenburger Platz ebenso – freilich in abgespeckter Variante. „Weniger Hütten, dafür eine Gastroinsel, auf der man sich registriert“, sagt Andreas Micksch aus dem BA. 

Neuhauser Weihnachtsmarkt soll stattfinden

WESTEN Der Weihnachtsmarkt auf dem Rotkreuzplatz wird voraussichtlich „in etwas kleinerer Form“ stattfinden. Davon geht Veranstalter Edmund Radlinger im Moment aus. Auf den kunsthandwerklichen Marktteil auf der Südseite des Platzes werden die Besucher aber verzichten müssen.

Veranstalter des Weihnachtsmarktes am Rotkreuzplatz: Edmund Radlinger.

Dessen Organisator Ernst Reinhardt bedauert: „Das Risiko ist uns als Verein einfach zu groß.“ Bereits abgeblasen ist außerdem die „Blutenburger Weihnacht“, die der Verein der Freunde Schloss Blutenburg sonst am zweiten Adventswochenende im Schlosshof veranstaltet hätte. Auch der Pasinger Christkindlmarkt findet wegen der hohen Auflagen dieses Jahr nicht statt.

In Gesprächen

SÜDEN Ob „Pink Christmas“ am Stephansplatz heuer stattfinden kann, ist laut BA-Chef Benoît Blaser noch unklar. Der Betreiber befinde sich in Gesprächen mit der Verwaltung. Auch zum Sendlinger Christkindlmarkt am Harras gibt es noch keine Infos. 

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