Dienstwagen statt Verkehrswende?

Neues Kompetenz-Zentrum einer privaten Münchner Uni kommt in Mobilitäts-Studie zu überraschendem Ergebnis

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Spielt für viele junge Münchner eine wichtige Rolle: ein Firmenwagen.

Die FOM Hochschule hat das „KompetenzCentrum für Future Mobility“ gegründet. Das Ergebnis der ersten Studie zur beruflichen Mobilität in München überrascht.

  • FOM Hochschule hat das „KompetenzCentrum für Future Mobility“ gegründet.
  • Erste Studie der privaten Uni zur beruflichen Mobilität in München durchgeführt.
  • Das Ergebnis ist überraschend.

Fliegende Autos, Hochgeschwindigkeitszüge, Seilbahnen: Wie wir in Großstädten von A nach B kommen, wird sich in Zukunft stark verändern – auch in München. Die FOM Hochschule hat jetzt das „KompetenzCentrum für Future Mobility“ gegründet, das diesen Bereich erforschen soll. Nun haben die Wissenschaftler eine erste Studie zur beruflichen Mobilität in München durchgeführt. 

Das Ergebnis überrascht. „Es hat sich unerwartet ergeben, dass junge Münchner, die in der Stadt leben und arbeiten, großen Wert auf einen Firmenwagen legen“, berichtet Roland Vogt (54), Leiter des Zentrums. In der Online-Studie, an der etwas über 1000 Berufstätige teilnahmen, dreht sich nicht nur alles darum, wie Arbeitnehmer aktuell zu ihrem Arbeitsplatz gelangen, sondern auch, was sich die Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber wünschen – zum Beispiel einen Firmenwagen

Roland Vogt, Leiter des „KompetenzCentrum für Future Mobility“.

„Wir dachten eigentlich, dass sich die Gesellschaft in diesem Punkt und dieser Altersklasse schon stärker verändert hat“, kommentiert Vogt. „Ich bin davon ausgegangen, dass man einen jungen Schwabinger nicht mit einem Firmenwagen beeindrucken kann, den er ohnehin nie vor seinem Haus parken kann.“ 

Ergebnis der Mobilitäts-Studie des „KompetenzCentrum für Future Mobility“ der FOM Hochschule

Die Studie hat laut Vogt ein weiteres „bedenkliches Ergebnis“ hervorgebracht: Viele, die heute die Öffentlichen für den Arbeitsweg nutzen, würden morgen auf den Firmenwagen umsteigen – wenn der Arbeitgeber das anbieten würde. Sogar 33 Prozent der Teilnehmer hätten das angegeben. „Die heute hohe ÖPNV-Nutzung würde von 45 auf 27 Prozent sinken.“ Trotzdem glaubt der Ottobrunner, dass die Zahl der Autos in der Innenstadt abnehmen wird. 

Denn Fahrradschnellbahnen sind auf dem Vormarsch. Genauso wie autonome Verkehrsmittel: Statt einem Fahrer der MVG steuert dann ein Computer die U-Bahn. Seilbahnen als innerstädtische Fortbewegungsmittel soll es auch in München geben: Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung 2018 mit einerMachbarkeitsstudie, die noch nicht abgeschlossen ist. Experte Vogt befürwortet eine Seilbahn, befürchtet aber, „dass die Individual- interessen der Anwohner dem schnell einen Strich durch die Rechnung machen.“ 

S. Oberhuber

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