Aufsteiger kann aufatmen

Kehrtwende bei Fußball-Drittligist Türkgücü München: Investor Hasan Kivran bleibt Verein doch erhalten

Fünf Punkte aus vier Spielen: Türkgücü hat jüngst zum ersten Mal im Olympiastadion verloren.
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Fünf Punkte aus vier Spielen: Türkgücü hat jüngst zum ersten Mal im Olympiastadion verloren.

Türkgücü München kann aufatmen. Zum Jahreswechsel stand das ambitionierte Projekt durch den Rückzug von Investor Hasan Kivran auf der Kippe. Nun bleibt er doch.

Update: 10. Januar 2021

Türkgücü München: Investor Hasan Kivran bleibt Fußball-Drittligist doch erhalten

Der Fußball-Drittligist Türkgücü München muss vorerst nicht weiter um die Existenz bangen. Hauptgeldgeber und Präsident Hasan Kivran will den Verein nun doch nicht wie zuletzt angekündigt verlassen. Das teilte Türkgücü am Samstag mit. Der Geschäftsmann besitzt 89 Prozent der Anteile an dem Drittligisten und hatte sich eigentlich zum Jahresende 2020 zurückziehen wollen.

Zukunft von Türkgücü München gesichert - Aussichten auf geeignete Trainingsanlage erfreuen ebenfalls

„Die Vereinsführung, die große Unterstützung der Fans sowie infrastrukturelle Fortschritte haben mich meine Entscheidung noch
einmal überdenken lassen. Meine nach wie vor hohe Begeisterung und Leidenschaft für diesen Verein steht außer Frage“, wurde er in einer Mitteilung nun zitiert. Er bleibe Anteilseigner und Präsident.

Geschäftsführer Max Kothny hatte nach eigenen Angaben seit der Neuigkeit von dem geplanten Rückzug Kivrans am 23. Dezember mit möglichen Investoren verhandelt, aber stets eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Hasan Kivran bevorzugt. Nun sei er zuversichtlich, dass der Verein in der jetzigen Form weiter bestehen kann.

„Auch die Aussichten der Stadt nach einer geeigneten Trainingsanlage stimmen mich zuversichtlich, dass das Projekt Türkgücü München auch in den nächsten Jahren Erfolg haben wird“, sagte Kothny.#

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Update: 30. Dezember 2020

Fußball-Drittligist Türkgücü München bestätigt Rückzug von Investor Kivran

Der Fußball-Drittligist Türkgücü München verliert seinen Investor Hasan Kivran und steht damit zum Jahreswechsel vor einer ungewissen Zukunft. „Das Aus von Hasan Kivran können wir bestätigen“, sagte Pressesprecher Frederic von Moers am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Zeitpunkt des Rückzugs von Investor Kivran stehe noch nicht fest

Kivrans Anteile an der Türkgücü Fußball GmbH stünden zum Verkauf. Ob sich der 54-Jährige auch aus dem Amt des Vereinspräsidenten zurückziehen wird, sei noch nicht geklärt.

Kivran hatte Türkgücü in den vergangenen drei Jahren von der sechstklassigen Landesliga in den Profifußball geführt. Das nächste Ziel sollte eigentlich der Aufstieg in die 2. Liga sein.

Wie aus dem Club zu hören ist, sollen hauptsächlich wirtschaftliche Gründe für Kivrans Rückzugsentscheidung verantwortlich sein. Türkgücü leidet wie viele anderen Vereine auch unter den Auswirkungen der Corona-Krise. An der Türkgücü Fußball GmbH hält Kivran 89 Prozent der Anteile. Über seinen Rückzug hatte zuerst Sport1 berichtet.

Geschäftsführer Max Kothny wurde am Montag in verschiedenen Medien mit den Worten zitiert, dass es jetzt darum gehe, die Gesellschaft und den Verein „zu retten“. Man müsse „schnell handeln“, hieß es von Vereinsseite.

Das Team von Trainer Alexander Schmidt soll am 2. oder 3. Januar wieder mit dem Training beginnen. Die Meldungen von Kivrans Rückzug dürften im Trainer- und Betreuerstab sowie bei den Spielern für Verunsicherung sorgen.

Im Januar sind Transfers und Wechsel wieder möglich. Türkgücü hat einen arg aufgeblähten Kader. Kivran hatte die Aufstiege der vergangenen Jahre maßgeblich finanziert.

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Gänsehaut vor leeren Rängen - Hallo im Gespräch mit Türkgücü über Extra-Motivation und eigene Grenzen

Erstmeldung: 24. Dezember 2020

München - Es war eines der Comebacks des Jahres: Das Flutlicht im Olympiastadion beleuchtet wieder Profi­fußball. Im Juni war entschieden worden, dass der Drittligist Türk­gücü München in der mittlerweile laufenden Saison dort bis zu acht Heimspiele austragen darf.

Vier sind bereits absolviert. Wir haben mit Roman Plesche, dem sportlichen Leiter des Vereins, der ansonsten im Grünwalder Stadion spielt und auf einer Bezirkssportanlage am Ostpark trainiert, über Geisterspiele, Gänsehaut und Pleitegeier gesprochen.

Herr Plesche, haben sich die Spiele im Olympiastadion besonders angefühlt?

Es ist für jeden ein Highlight – und besondere Motivation. Das merkt man den Spielern an. Dem Umfeld der Gegner übrigens auch: Da wird in jeder Vorberichterstattung viel Wert auf das Olympiastadion gelegt.

Ist es auch für die ganz jungen Spieler etwas besonderes?

Auf jeden Fall. Jeder kennt die Geschichten und Bilder der alten Spiele. Dass jetzt das Flutlicht wieder für Fußball angeht, hätte man ja nie gedacht.

Hallo hat mit Roman Plesche , dem sportlichen Leiter des Vereins, gesprochen.

Schmerzt es da doppelt, dass keine Fans erlaubt sind?

Die Zuschauer fehlen uns. Und im Olympiastadion wäre das natürlich nochmal ein besonderer Reiz! Wir haben uns damit arrangiert und sind froh, dass wir aktuell überhaupt spielen dürfen. Aber man hört schon die Stimmen der Spieler, die sagen: „Stell dir vor, hier wären jetzt auch noch unsere Fans.“

Ist das Olympiastadion also das Lieblingsstadion?

Für einige ja. Andere mögen das etwas engere Grünwalder lieber. Auch ohne Zuschauer. Die Tartanbahn ist einfach nicht ganz so motivierend.

Wie existenzbedrohend sind die fehlenden Zuschauereinnahmen für Sie als Drittligist?

Die 3. Liga ist wirtschaftlich ohnehin sehr schwierig. Wir brauchen die Zuschauer viel mehr als die 1. oder 2. Liga.

Wie lange halten Sie das durch?

Ich bin ja nicht für die Finanzen zuständig, sondern für das Sportliche. Aber auf Dauer wird das so sicher nicht gehen.

Dann reden wir übers Sportliche: Wer ist am Ende tabellarisch die zweite Kraft in Fußball-München?

Das kann ich so nicht sagen. Wo Haching und 1860 landen, ist mir prinzipiell egal. Wichtig ist, dass wir die eigenen Ziele erreichen.

Die da aktuell lauten?

Wir sind im Soll. Wir wollen in Schlagdistanz nach oben sein, für uns ist der Aufstieg aber keine Pflicht. Dafür sind andere Vereine – Traditionsvereine – finanziell viel zu gut aufgestellt. Mit unseren Möglichkeiten und einer Bezirkssportanlage als Trainingsstätte den Aufstieg als Ziel auszugeben, das kann man nicht machen.

Marco Litzlbauer

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