Tourismus in München bricht um mehr als die Hälfte ein

Die Gastronomie in München ist derzeit untersagt. Restaurants starten deshalb Lieferangebote und To-Go-Möglichkeiten. 
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Viele Restaurants bleiben wegen der fehlenden Touristen leer.

Zahl der Gäste und Übernachtungen sinkt wegen der Corona-Krise stark. Beschäftigte im Hotel- und Gaststättengewerbe leider unter Kurzarbeit

  • In München sinkt die Zahl der Gäste um fast 60 Prozent
  • Situation für Kellner, Köche und Hotelangestellte dramatisch
  • Gewerkschaft sieht eine große Chance in der Corona-Krise für die Branche

München - Corona sorgt für einen Tourismus-Einbruch in München: Im ersten Halbjahr haben rund 1,6 Millionen Gäste München besucht – das sind 59 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Übernachtungen sank um 56 Prozent auf etwa 3,6 Millionen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit.

Lockdown während Hochphase der Corona-Krise trifft Münchner Tourismus-Branche

„Die Pandemie hat zu einer beispiellosen Krise im heimischen Gastgewerbe geführt. Erst mussten Hotels, Gastwirtschaften, Biergärten und Restaurants über viele Wochen ganz zusperren. Und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an“, sagt Tim Lünnemann, Geschäftsführer der NGG in der Region München.

Unter der Situation litten aber nicht nur die Unternehmen. „Die Folgen sind auch für Köche, Kellner und Hotelangestellte dramatisch. Als Kurzarbeiter mussten sie deutliche Lohneinbußen in Kauf nehmen – in einer Branche, die ohnehin nur geringe Löhne zahlt“, betont Lünnemann. Im August war noch rund ein Drittel der Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe in Kurzarbeit. Im März und April waren es noch neun von zehn. Nach dieser „Durststrecke“ blickten viele Beschäftigte nun mit Sorge auf die Herbst- und Wintersaison.

Corona-Krise bietet auch Chancen

Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe in München über 50.000 Menschen. Allerdings habe die Kurzarbeit bislang einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern können. Dank staatlicher Hilfen sei eine Pleitewelle im Gastgewerbe ausgeblieben. Die Gewerkschaft NGG appelliert nun an die Unternehmen, die Kurzarbeit für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu nutzen. „Wer wegen Corona nicht arbeiten kann, sollte die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung bekommen. Das ist ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, der in Hotels und Restaurants unabhängig von der Pandemie eklatant ist. Zudem müssten Beschäftigte auch im Gastgewerbe für die Digitalisierung fit gemacht werden. Hier berge die Krise eine große Chance. 

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