Tierwohl geht vor

Kein Tröster auf Zeit – das Tierheim in der Corona- und Weihnachtszeit

Rüde Raphael ist einer von über 70 Hunden, die ein neues Zuhause suchen.
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Rüde Raphael ist einer von über 70 Hunden, die ein neues Zuhause suchen.

Während Corona sehnen sich Münchner nach tierischer Begleitung. Das Tierheim warnt vor unüberlegten Käufen. Tiere als Weihnachtsgeschenk seien keine gute Idee.

  • Viele Münchner wünschen sich in Corona Zeiten einen Vierbeiner
  • Das Tierheim warnt vor spontanen Käufen
  • Tiere als Weihnachtsgeschenk - illegaler Handel boomt

Flauschiges Fell, kalt-nasse Schnauze und grenzenlose Treue – viele sehnen sich in der Corona-Zeit nach einem tierischen Begleiter. „Während des Lockdowns haben wir im Tierheim eine gesteigerte Nachfrage bemerkt“, erzählt Kristina Berchtold vom Tierschutzverein München. Durch Kurzarbeit und Homeoffice haben mehr Menschen Zeit für ein Haustier – und wünschen sich bei aufkommender Einsamkeit die Gesellschaft eines Vierbeiners.

Kristina Berchtold

Das Tierheim – Corona-bedingt seit März geschlossen – vermittelt zwar prinzipiell noch nach telefonischer Terminvereinbarung, tritt aber bewusst auf die Bremse. „Wir haben je nach Tier bestimmte Voraussetzungen für eine Adoption“, so Berchtold. Und man müsse an die Zeit nach Corona denken, in der die neuen Besitzer wieder weniger Zeit haben und die Tiere dann wohl wieder im Heim landen.

Münchner Tierheim warnt: Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke

Damit Tiere nicht unüberlegt zu Weihnachten verschenkt werden, hat das Tierheim jedes Jahr über die Feiertage einen Vermittlungsstopp. Berchtold warnt davor, Haustiere stattdessen aus illegalem Tierhandel über Kleinanzeigen zu kaufen: „Die Tierbabys, hauptsächlich Hundewelpen, befinden sich häufig in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand. Sie werden viel zu früh von ihrer Mutter getrennt und es werden keine Impfrichtlinien eingehalten.“

Gerade zur Weihnachtszeit sei die Nachfrage nach Tierbabys aber hoch. Die Folge: Viele Welpen aus illegalem Handel werden beschlagnahmt. Es müsse nach wie vor muss „noch viel mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden“, so Berchtold.

Obwohl seit Jahren darauf hingewiesen wird, dass Haustiere schlechte Weihnachtsgeschenke sind, hat die Aufklärung in dieser Hinsicht noch nicht gewirkt. Rund 25 Prozent mehr Tiere als zu anderen Zeiten landen gewöhnlich nach den Weihnachtsferien im Münchner Tierheim. Dort ist man vorbereitet: „Wir haben unter anderem dafür ein neues Hundehaus gebaut. Und wenn es wirklich mal eng wird, bekommen wir auch Hilfe von kooperierenden Vereinen.

Emma Schrauth

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