Kampagne gegen betrügerische Anrufe

Rentner wird von falschem Polizist betrogen - Polizei startet Aufklärungskampagne

Besonders ältere Mitbürger werden immer wieder Opfer von „falschen Polizeibeamten“, die über Telefonanrufe agieren.
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Besonders ältere Mitbürger werden immer wieder Opfer von „falschen Polizeibeamten“, die über Telefonanrufe agieren.

Am Donnerstag wurde erneut ein Renter Opfer eines Telefonbetruges. Die Polizei startet jetzt eine Präventionskampagne gegen die Masche. Diese Hinweise geben sie potentiellen Opfern.

Am Donnerstag, 21.01.2021, gegen 9:30 Uhr, wurde ein 83-jähriger Münchner von einem unbekannten Mann angerufen, der sich als Polizeibeamter ausgab. Der Unbekannte erzählte dem 83-Jährigen die bekannte Legende, dass in der Nähe Einbrecher festgenommen wurden und diese einen Zettel mit der Adresse des 83-Jährigen bei sich führten.

Im Laufe des Gesprächs konnte der Unbekannte den 83-Jährigen dazu bringen, sich bei der Bank Geld auszahlen zu lassen und diesen Betrag in einen Briefumschlag vor seiner Wohnadresse abzulegen. Die anschließende Abholung des Umschlags durch einen unbekannten Mann konnte der Geschädigte beobachten und kontaktierte anschließend die Einsatzzentrale der Polizei. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach dem unbekannten Täter verlief negativ.

Die weiteren Ermittlungen wurden durch die AG Phänomene übernommen.

Zeugenaufruf

Der Abholer kann wie folgt beschrieben werden: Männlich, ca. 170 cm groß, schlank; bekleidet mit einem dunkelblauen Trainingsanzug, blaue Basecap. Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Waterbergstraße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, AG Phänomene, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Hinweise der Polizei

Die Polizei weist jetzt explizit auf ähnliche Fälle hin. Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, dass sie die Angerufenen über vermeintliche Einbrüche in der Nachbarschaft informieren. Sie behaupten, dass sie deshalb in der Wohnung mögliche Geld- bzw. Schmuckbestände kontrollieren müssten.

Betroffene sollte sich selbständig durch einen Anruf bei der 110 vergewissern, ob es sich tatsächlich um einen echten Polizeibeamten handeln könnten. Vorher sollte sichergestellt werden, dass der vorherige Anruf auch definitiv beendet ist, in dem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste des Mobiltelefon gedrückt wurde. Unbekannte Personen, die sich nicht

Dieser Hinweis gilt außerdem für Betrugsmaschen ähnlicher Art. Betrügerische Anrufe können auch durch den Vorwand ähnlicher Behörden getätigt werden. Auch hier hilft ein Testanruf bei der entsprechenden Behörde. Des Weiteren sollten am Telefon niemals Angaben über finanzielle Verhältnisse oder Bankverbindungsdaten getätigt werden.

Polizei startet Präventionskampagne


Aufgrund der Häufung solcher Vorkommnisse startet die Landeshauptstadt München, das Landratsamt München und das Polizeipräsidium München in den kommenden Wochen, beginnend ab Freitag, den 22.01.2021, eine gemeinsame Präventionsaktion im Bereich des organisierten Phänomen Falsche Polizeibeamte.

Hierbei erhalten alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger aus der Landeshauptstadt München und aus dem Landkreis München, die durch die Gesundheitsbehörden als vordringliche Risikogruppen im Hinblick auf den Erreger SARS-CoV2 eingestuft wurden, neben einer Information zur Terminvereinbarung für die behördlich durchgeführte Corona-Schutzimpfung eine Beilage des Polizeipräsidiums München, die über das organisierte Phänomen Falsche Polizeibeamte aufklärt.

Bei den behördlich als Risikogruppen eingestuften Bürgerinnen und Bürgern handelt es sich nach Erkenntnissen der Münchner Polizei gleichsam auch überwiegend um potentielle Opfer für organisierte Tätergruppierungen des organisierten Callcenterbetruges.

Darüber hinaus werden in den Impfzentren Broschüren und Verhaltenshinweise durch das Polizeipräsidium München (Kommissariat 105 für Prävention und Opferschutz) ausgelegt.

Die organisierten Tätergruppierungen, die nach kriminalpolizeilichen Erkenntnissen von der Türkei aus europa- und weltweit agieren, gelingt es immer wieder, gezielt telefonisch Kontakt zu überwiegend älteren Menschen aufzubauen. Dabei wird den oftmals arglosen und gutgläubigen Opfern am Telefon vorgespielt, sie würden von der Polizei oder anderen Amtsträgern angerufen und ihre Geld- und Vermögenswerte sowie Wertgegenstände seien aufgrund diverser fiktiver Notfallszenarien akut in Gefahr.

In der Folge gelingt es den äußerst manipulativ agierenden Tätern, den sogenannten “Falschen Polizeibeamten“, regelmäßig, ihre Opfer telefonisch dahingehend zu überzeugen und zu instruieren, größere Geldbeträge sowie Wertgegenstände an die Tätergruppierungen, an sogenannte Abholer, persönlich auszuhändigen oder an vorher mit den Tätern abgesprochenen Verstecken außerhalb der eigenen Wohnung für die Abholung durch die Täter zu deponieren.

Trotz der umfassenden Bekämpfungs- und Präventionskonzepte der Münchner Polizei gelingt es den Kriminellen immer wieder, arglose Bürgerinnen und Bürger um ihr Erspartes zu bringen.

Polizeipräsident Hampel äußerte sich dazu: „Der Stadt München, dem Landratsamt München und der Münchner Polizei ist es ein wichtiges Anliegen, mit dieser gemeinsamen Präventionskampagne die Bevölkerung in München und im Landkreis München umfassend über die Täterstrategien zu informieren und noch besser vor skrupellosen Kriminellen zu schützen.“

Beim Polizeipräsidium München arbeitet mit der AG Phänomene eine auf Callcenterbetrügereien spezialisierte Arbeitsgruppe intensiv an der Bekämpfung dieses Phänomens der organisierten Kriminalität.

Polizeipräsidium München/tfp

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