Scheinwerfer auf die Lebensretter

#112liveMünchen ‒ „Twittergewitter“ am Tag des Notrufs und neue Schutzkleidung für die Münchner Feuerwehr 

Die Feuerwehr München mit neuer Schutzkleidung.
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Die Feuerwehr München mit neuer Schutzkleidung.

Wann wählt man 112 und wann die 116 117? Am Tag des Notrufs twittert die Feuerwehr und gibt spannende Einblicke - In München gibt es sogar neue Schutzkleidung.

  • Die Feuerwehr in ganz Deutschland twittert an Tag des Notrufs.
  • 11.02 steht für Notfallnummer 112 - Sie gilt in ganz Europa.
  • In München stellt die Feuerwehr ihre neue Schutzkleidung vor

Am 11.02. ist der Europäische Tag des Notrufs. Unter dem Hashtag #112live und dem betreffenden Stadtnamen (zum Beispiel: #112München) twittert die Feuerwehr aus ganz Deutschland und gibt einen Einblick in ihre tägliche Arbeit.

Im Rahmen des sogenannten „TwitterGewitters berichten die Feuerwehrleute von ihren Einsätzen und geben nützliche Tipps, wie man sich im Notfall zu verhalten hat.

Darüber hinaus macht der Rettungsdienst an diesem Tag darauf aufmerksam, wie und wann man einen Notruf idealerweise absetzen sollte. Auch die Erste-Hilfe-Kenntnisse sollten ergänzend immer wieder aufgefrischt werden.

„Jeder von uns steht in der Verantwortung, im Ernstfall Hilfe zu leisten. Hilfe beginnt mit dem Notruf“, erklärt der Bayrische Rot-Kreuz-Präsident Theo Zellner. Besonders jetzt im Winter sei darauf zu achten, die Betroffenen warm zu halten und den Notruf schnell abzusetzen.

Dieser ist in ganz Europa einheitlich auf 112 festgelegt worden, ist kostenfrei und rund um die Uhr zu erreichen.

Notruf 112 - Die Notfallnummer für ganz Europa

Eingeführt wurde die 112 in Deutschland im Jahr 1973. Auslöser war der Tod eines kleinen Jungen nach einem Verkehrsunfall, da die Rettungskräfte nicht schnell genug eintrafen.

Der Vater engagierte sich daraufhin für eine einheitliche, immer verfügbare Notrufnummer.

Unter dieser erreicht man in Deutschland die Feuerwehr und den Rettungsdienst, die meist über eine sogenannte „Integrierte Leitstelle“ miteinander verbunden sind.

Notruf 112 und Notruf 116 117 - Welche Nummer gilt für welchen Notfall?

Neben der Notrufnummer 112 existiert noch die Nummer 116 117.

112 wählen bei:

lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall

schweren Schnitt- und Platzwunden

Knochenbrüchen

Verbrennungen

116 117 wählen bei:

Erkältung mit Fieber, höher als 39 Grad

anhaltender Durchfall

starke Hals- oder Ohrenschmerzen

akute Bauch- oder Rückenschmerzen

kleinere Schnittverletzungen

Generell ist bei einem Anruf wichtig, konkret auf die Fragen der Leitstelle zu antworten

Anzugeben ist der Unfallort, wie viele Personen betroffen sind und welche Verletzungen oder Erkrankungen vorliegen bzw. erkannt werden können. Somit kann der Rettungsdienst zielgerichtet auf den Notruf reagieren und zum Beispiel feststellen, ob Hilfe von der Feuerwehr notwendig ist oder ob ein Notarzt hinzugezogen werden muss.

Hier die wichtigsten Fragen, die beim Anruf der 112 der Rettungsleitstelle beantwortet werden sollen:

  • Wo ist es passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte/Erkrankte gibt es?
  • Welche Verletzungen/Erkrankungen konnten Sie erkennen?

Neue Schutzkleidung - Münchner Feuerwehr wird nach 30 Jahren neu ausgestattet

In München ist der Tag des Notrufs aber nicht das einzige große, aktuelle Ereignis für die Feuerwehr.

Zum ersten März bekommt die Münchner Berufsfeuerwehr nämlich außerdem neue Schutzkleidung. Zirka 4200 neue Jacken und etwa 5700 Hosen werden dann in Einsatz kommen.

Die neue Schutzkleidung für die Münchner Feuerwehr 

Die neue Schutzkleidung der Münchner Feuerwehr.
Die neue Schutzkleidung der Münchner Feuerwehr. © Stefan Osterloher
2.500 Mitarbeiter werden mit der neuen Schutzkleidung ausgestattet.
2.500 Mitarbeiter werden mit der neuen Schutzkleidung ausgestattet. © Stefan Osterloher "A"
Die neue Schutzkleidung der Münchner Feuerwehr.
Die neue Schutzkleidung der Münchner Feuerwehr. © FM
Am unteren Hosenbund befindet sich eine Spezialtasche, für den Fall, dass eine Tür aufgehalten werden muss.
Am unteren Hosenbund befindet sich eine Spezialtasche, für den Fall, dass eine Tür aufgehalten werden muss. © Stefan Osterloher "A"
Die neue Ausrüstung der Münchner Feuerwehr.
Die neue Ausrüstung der Münchner Feuerwehr. © Saurer
Mit der neuen Schutzkleidung wurden Experimente in Echtfeuerszenarien durchgeführt.
Mit der neuen Schutzkleidung wurden Experimente in Echtfeuerszenarien durchgeführt. © FM
Die neue Berufskleidung der Münchner Feuerwehr.
Die neue Berufskleidung der Münchner Feuerwehr. © Saurer
Die neue Schutzkleidung der Münchner Feuerwehr.
Die neue Schutzkleidung der Münchner Feuerwehr. © Huber (36)
Die neue Schutzkleidung wurde hinsichtlich ihrer Beweglichkeit analysiert und getestet.
Die neue Schutzkleidung wurde hinsichtlich ihrer Beweglichkeit analysiert und getestet. © FM
Die neue Ausrüstung der Feuerwehr München.
Die neue Ausrüstung der Feuerwehr München. © Saurer
Die neue Schutzkleidung ist widerstandsfähiger.
Die neue Schutzkleidung ist widerstandsfähiger. © Saurer
Die Ausrüstung kommt in den Farben Dunkelblau und Rot.
Die Ausrüstung kommt in den Farben Dunkelblau und Rot. © Saurer
Die Feuerwehr München mit neuer Schutzkleidung.
Die Feuerwehr München mit neuer Schutzkleidung. © Saurer

In regelmäßigen Abständen wird überprüft, ob die Schutzkleidung noch einsatzfähig ist.

Im Jahr 2015 war bei einer solchen Gefährdungsbeurteilung herausgekommen, dass die alte Schutzkleidung einigen Normenbedingungen nicht mehr entsprach.

„Im Dienst müssen die Feuerwehrleute oft kriechen, die Hosen haben außerdem viel Flamm- und Brandeinwirkung“, erklärt Oberstbranddirektor Wolfgang Schäuble.

Dafür sei die neue Schutzkleidung nun widerstandfähiger. Anstatt vorgefertigte Schutzkleidung zu bestellen, beauftragte die Branddirektion dieses Mal hingegen ein technisches Beratungsbüro mit der Entwicklung.

Dazu wurden verschiedene Stoffe ausprobiert, am Markt erhältliche Kleidung vor allem hinsichtlich ihrer Beweglichkeit analysiert und schließlich auch Experimente in Echtfeuerszenarien durchgeführt.

„Besonders wichtig ist mir an unserer Schutzkleidung, dass wir zeitgemäßen Schutz und ein eingebautes Sicherungssystem haben und dass sie sehr tragekomfortorientiert ist“, sagt Schäuble.

Die neue Schutzkleidung der Münchner Feuerwehr.

Herausgekommen ist dabei nun eine Ausrüstung in dunkelblau und rot, verziert mit dem Stadtwappen, dem „Münchner Kindl“ und integriertem Rettungsgurt-System. Eine Spezialtasche am unteren Hosenbein bietet Platz für Holzkeile, für den Fall, dass die Feuerwehrleute Türen aufhalten müssen.

Die neue Hose der Berufsfeuerwehr München.

Ein kleiner eingenähter Chip kann unter anderem die Anzahl der Wäschen messen und somit helfen, den Ausmusterungszeitpunkt zu bestimmen.

Ausgestattet mit der Kleidung, die etwa einen einstelligen Millionenbetrag gekostet hat, werden nun 2500 Mitarbeiter der Berufs- und später auch der Freiwilligen Feuerwehr. Und was passiert mit der alten Kleidung? „Sie ist mit über 30 Jahren bereits zu alt, um sie zu veräußern, man muss sehen, ob man sie eventuell verschenken kann, ansonsten wird sie vernichtet“, so Schäuble.

lea

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