Stadtmuseum München

Neubau und Außenstellen statt Sanierung - Kunsthistoriker kritisiert Sanierungspläne für Münchner Stadtmuseum

Statt einer Sanierung fordert Michael Stanic einen Neubau für das Stadtmuseum.
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Statt einer Sanierung fordert Michael Stanic einen Neubau für das Stadtmuseum.
  • Andreas Schwarzbauer
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Das Münchner Stadtmuseum soll saniert werden. Kunsthistoriker Michael Stanic findet die Pläne zu teuer und zu wenig ambitioniert. Was er stattdessen fordert...

München - Der Kunsthistoriker Michael Stanic kritisiert die Pläne zur Sanierung des Stadtmuseums. Er fordert stattdessen einen Neubau. Die Einrichtung am Sankt-Jakobs-Platz muss dringend saniert und modernisiert werden. Rund 200 Millionen Euro kostet die ab 2025 geplante Instandsetzung, die auch einen zweiten Eingang sowie ein gläsernes Atrium im Innenhof vorsieht.

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Sanierung des Stadtmuseums München: Barrierefreiheit wichtig

Dabei seien weder die steigenden Baukosten noch mögliche archäologische Funde berücksichtigt, kritisiert Stanic. Aber auch allgemein werde zu viel Geld in die alten Bestandsgebäude gesteckt. „Das ist zu teuer. Und das Stadtmuseum bleibt trotzdem eine alte Kiste, die ohne Lifte, Rolltreppen und Spielplatz weder kinder- noch seniorengerecht ist.“ Denn bauliche Veränderungen seien aufgrund des Denkmalschutzes schwierig, meint der Kunsthistoriker.

Dem widerspricht die Sprecherin des Kulturreferats, Jennifer Becker: „Die Öffnung des Hauses in jeder Hinsicht und damit auch der barrierefreie Zugang für alle werden eine sehr große Rolle spielen und mit den Anforderungen des Denkmalschutzes bestmöglich in Einklang gebracht.“

Stadtmuseum München: Kunsthistoriker fordert Neubau und Außenstellen statt Sanierung

Stanic plädiert dennoch für einen Neubau an anderer Stelle wie dem Bavariapark oder demMarienhof. „Für 250 Millionen Euro bekommt man ein nagelneues und supermodernes Museum mit einer avantgardistischen und ikonischen Architektur.“ Die Gebäude des Stadtmuseums dagegen würden auch nach einer Sanierung eher einem Versicherungsgebäude ähneln, so sein Vorwurf.

Kunsthistoriker Michael Stanic.

Die historischen Bauten Marstall und Zeughaus böten Platz für die Stadtbibliothek, die Volkshochschule oder Künstlerateliers, meint er. Dadurch würde die Altstadt belebt. Die übrigen Bauten könnten an Investoren verkauft werden, um den Neubau zu finanzieren.

Außerdem wünscht sich Stanic Außenstellen mit Ausstellungen des Stadtmuseums. In Pasing beispielsweise böte sich die historische Heid-Villa an, die seit Jahren leersteht. Doch auch Norden, Süden und Osten könnten Ableger entstehen. „Wieso müssen alle 1,5 Millionen Einwohner ins Stadtzentrum fahren. Die Museen müssten stattdessen dorthin gehen, wo die Menschen leben“, meint Stanic. Ein Vorbild ist für ihn Wien mit seinen 23 Bezirksmuseen.

Die Ausstelllungen in den Zweigstellen sollten einen Bezug zu den umliegenden Stadtvierteln haben, schlägt Stanic vor. „In der Heid-Villa würde ich ein kleines Pasing-Museum einrichten. Dort könnte es Informationen über den Architekten August Exter oder die Wirtshäuser in Pasing geben.“ Außerdem sollen dort lokale Künstler und Musiker Platz finden. „Sie müssen irgendwo klein anfangen. Im Stadtmuseum am Sankt-Jakobs-Platz werden nur große Namen ausgestellt.“  

Stadtmuseum München: Beschlussvorlage sieht Sanierung mit Neukonzeption vor

Das Kulturreferat verweist auf den Beschluss von 2019: „Es mag unterschiedliche Ansichten darüber geben, wie viel in die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden investiert werden sollte. Was das Münchner Stadtmuseum angeht, hat der Stadtrat sich jedenfalls für eine inhaltliche und bauliche Neukonzeption am bisherigen, überwiegend denkmalgeschützten Standort ausgesprochen.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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