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Parklets, Sommerstraßen, Schanigärten: Wo im nächsten Jahr Parkplätze wegfallen könnten

Sommerstraßen wie hier in Haidhausen wird es auch nächstes Jahr wieder in der Stadt geben.
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Sommerstraßen wie hier in Haidhausen wird es auch nächstes Jahr wieder in der Stadt geben.

Sommerstraßen und Schanigärten waren dieses Jahr im Trend. Auch nächstes Jahr soll es die Angebote in München wieder geben. Bürger können sie selbst beantragen.

  • Sommerstraßen und Schanigärten gab es dieses Jahr viele
  • Für nächstes Jahr sind sie fest eingeplant
  • Wo es bald welche gibt und wer sie beantragen kann

Sommerstraße am Alpenplatz 2019: 62 Prozent der Befragten gefiel die Sommerstraße gut oder sehr gut, 28 Prozent fanden sie schlecht oder sehr schlecht und zehn Prozent waren gemischter Meinung. Ein Comeback fänden 72 Prozent gut oder sehr gut. Positiv aufgenommen wurden laut Planungsreferat die Bepflanzung, die Verkehrsberuhigung und erhöhte Sicherheit für Kinder, die dort vermehrt spielten.

Die Hartplastik-Sitzgelegenheiten empfand der Großteil als unästhetisch. Hauptkritikpunkt waren aber wegfallende Parkplätze. Jedoch hätten Beobachtungen des Planungsreferats gezeigt: „Insgesamt konnte zu keiner Zeit ein unverhältnismäßig hoher Parkdruck festgestellt werden.“

Sommerstraßen 2020: Neun temporäre verkehrsberuhigte Bereiche und vier Spielstraßen hat die Stadt im Sommer umgesetzt, die insgesamt positiv angenommen wurden.

Parklets Westend 2019: 68% der Befragten begrüßen die Parklets – also Sitzgelegenheiten anstelle von Parkplätzen. Jüngere empfanden sie als Mehrwert, Ältere fühlten sich durch sie tendenziell gestört. Zwei Drittel wünschen sie sich zurück, über die Hälfte kann die sich dauerhaft vorstellen.

Ausblick:

Auch 2021 besteht die Möglichkeit, kurzfristig einfach umzusetzende Straßenräume als Sommerstraße umzugestalten: Insgesamt zehn sollen es sein, die Verwaltung will dabei jenen Vierteln Sommerstraßen ermöglichen, die 2020 noch nicht zum Zuge gekommen sind. Vorschläge bringen die Bezirksausschuss ein. Sogenannte „Coole Straßen“, wie es sie in Wien gibt und vom Stadtrat teils gefordert wurden, werden es aber nicht: Wasserverbrauch, Hürden hinsichtlich der Hygiene und Kosten für zusätzliche temporäre Wasserelemente zur Kühlung seien zu hoch.

Bei den Parklets sind die Bürger gefragt (siehe Kasten): Die Stadt schlägt einen „Bottom-Up-Ansatz“ vor, bei dem aus rein bürgerschaftlichem Engagement Parklets entstehen – während die Verwaltung nur als Genehmigungsbehörde agiert. Denn: „Im Fazit hat die Durchführung des Pilotprojekts gezeigt, dass für Konzeption, Errichtung und Betrieb bereits für dieses eine Parkletprojekt ein enormer Aufwand erforderlich ist.“ Um diesen zu stemmen, war Green City Partner des Pilotprojekts.

Ob der Verein wieder dabei wäre?„Wir könnten uns vorstellen, auch weitere Parklets zu realisieren“, sagt Katharina Frese vom Bereich „Urbanes Grün“.. Aber: Bürger sollen ihr Umfeld selbst gestalten können, so Frese weiter.. Green City würde bei einer Neuauflage deshalb„Raum für Partizipationsangebote, Diskussionen und Feedback anbieten.

Drei Parklets pro Stadtbezirk sollen umgesetzt werden können. Liegen mehr genehmigungsfähige Anträge vor, entscheidet der BA.

Touristische und gastronomische Belange sollen laut Planungsreferat bei der temporären Umwidmung von Straßenraum nur eine „sehr untergeordnete Rolle spielen“. Dass nächstes Jahr wieder vermehrt Schani-Gärten kommen, darf dennoch als wahrscheinlich gelten: Die Rathauskoalition hatte gefordert, die Freischankflächen dauerhaft auch nach der Pandemie einzurichten.

Wer kann 2021 Parklets für sein Stadtviertel beantragen?

60 Euro Verwaltungsgebühr, 2,50 Euro Parkplatz-Sondernutzungsgebühr monatlich plus Aufbau und Erhalt: So viel soll ein Parklet kosten, das Bürger des Stadtbezirks, aber auch Vereine, Firmen mit Viertel-Bezug bis Ende April beantragen können. Nerven dürfte es allerdings auch kosten: Unterschriftenlisten sollen die Unterstützung der Anwohner beweisen, der Bezirksausschuss muss den Standort abnicken, die Genehmigungsinhaber sind Ansprechpartner bei Beschwerden. 

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