Nur aufs Zentrum konzentriert

München: Der Sommer in der Stadt – Zwischenbilanz – Außenbezirke sind enttäuscht

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Der Sommer in der Stadt konzentriert sich aufs Zentrum – die Außenbezirke gingen leer aus und sind enttäuscht. Münchner Schausteller-Chef erklärt, woran es liegt...

  • Der Sommer in der Stadt findet hauptsächlich im Zentrum von München statt.
  • Die Außenbezirke sind deswegen enttäuscht.
  • Schausteller-Chef Edmund Radlinger erklärt das Problem.

München – Schausteller und Marktkaufleute sollen ihre Standl und Fahrgeschäfte über das ganze Stadtgebiet verteilen. So lautete eigentlich die Idee von „Sommer in der Stadt“. 

Die Bezirksausschüsse griffen den Plan größtenteils begeistert auf und schlugen zahlreiche Standorte in ihren Vierteln vor. 

Der BA-Chef von Pasing-Obermenzing, Frieder Vogelsgesang, träumte beispielsweise von einer Achterbahn auf der Erdbeerwiese am Untermenzinger Bahnhof. Doch daraus wurde nichts. 

Die mehr als 100 Schausteller und Marktkaufleute konzentrieren sich auf fünf Standorte im Stadtzentrum. Vogelsgesang bedauert das: „Wir hätten uns sehr viel mehr an Aktivitäten vorgestellt und gewünscht. 

„Außenrandbezirke sind generell wenig berücksichtigt worden.“

Orte für Fahrgeschäfte und Verkaufsstände aller Art hätte es zweifellos gegeben.“ Immerhin hätten die örtlichen Kulturschaffenden ein interessantes Programm im Stadtbezirk auf die Beine gestellt. 

Auch der Aubinger BA-Chef Sebastian Kriesel sagt: „Wir sind schon enttäuscht, dass bei uns keine Fahrgeschäfte oder Buden sind. Die Außenrandbezirke sind generell wenig berücksichtigt worden.“ 

Nachvollziehen kann er das nicht: „Wir haben doch viele Leute hier draußen und sie sollten wegen Corona eigentlich nicht viel herumfahren.“ Die Stadt weist die Verantwortung von sich: „Alle von den BAs angegebenen Plätze wurden den Schaustellern und Marktkaufleuten sofort kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Münchner Schausteller-Chef erklärt das Problem

Die Auswahl und Organisation der Plätze sowie die Zulassung der Schausteller und Marktkaufleute übernahm die Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller und der Landesverband der Marktkaufleute“, teilt Gabriele Papke, Sprecherin des Referats für Arbeit und Wirtschaft, auf Hallo-Anfrage mit. 

Der Vorsitzende der Veranstaltungsgesellschaft Münchner Schausteller (VMS), Edmund Radlinger, erklärt, dass es bei vielen vorgeschlagenen Plätzen an der Logistik gemangelt habe. 

„Es muss ein Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss sowie genügend Platz vorhanden sein.“ Zudem könne in der Kürze der Zeit organisatorisch nur eine begrenzte Zahl an Plätzen bespielt werden. 

Sommer in der Stadt: Wiesn im Viertel - das ist in Ihrer Nachbarschaft geplant

Aber auch die Wirtschaftlichkeit sei ein Faktor gewesen: 

„Die Fahrgeschäfte und Buden müssen gut mit der S-Bahn, U-Bahn und Trambahn erreichbar sein. Und ein Karussell allein irgendwo hinzustellen, hätte auch keinen Sinn gehabt. 

Man braucht dann noch Marktbuden oder einen Schießstand, um ein bisschen Ambiente zu schaffen.“ Radlinger zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf des „Sommers in der Stadt“ zufrieden. 

„Wir sind überglücklich, dass wir den Besuchern etwas bieten können.“ Es sei natürlich vom Umsatz her nicht mit der Wiesn oder dem Frühlingsfest vergleichbar, aber die Aktion komme gut bei den Leuten an. 

Der Start sei ein wenig schleppend verlaufen und nun macht den Schaustellern die Hitze zu schaffen, so dass die Standorte am Wasser besser besucht seien. 

Hier gehts zur Bildergalerie – Sommer in der Stadt am Königsplatz.

Andreas Schwarzbauer

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