Keine Übersicht am U-Bahnhof

München: Pendler-Frust am Sendlinger Tor – fehlende Beschilderung und aufdringliche Farben?

Wirrwarr Sendlinger Tor: Der Lageplan der MVG hinter einer Absperrung im Zwischengeschoss.
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Wirrwarr Sendlinger Tor: Der Lageplan der MVG hinter einer Absperrung im Zwischengeschoss.

Viele Münchner beschweren sich über fehlende Beschilderung, viele Bauzäune und aufdringliche Farben am Sendlinger Tor. Während der Sanierungsarbeiten herrscht dort Wirrwarr...

  • Münchner beschweren sich über schlechte Übersicht am Sendlinger Tor.
  • Schilder, Absperrungen und Umleitungen sorgen fürVerwirrung.
  • Das sagt dieMVG dazu... 

München – Unzählige Schilder, Absperrungen, Wellblech, Sichtbetonwände und viele, neue Umleitungen – während der Sanierung am U-Bahnhof Sendlinger Tor verliert man schon einmal die Übersicht. 

Um in diesem unübersichtlichen Wirrwarr schnell vom Gleis zur Oberfläche zu kommen, braucht man Zeit und Geduld, denn oft landet man in einer Sackgasse. 

Auch eine Beschilderung, wo sich die nächsten Fahrstühle für Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen befinden – an vielen Stellen Fehlanzeige. Auch alteingesessene Münchner haben sich an Hallo gewandt, weil sie sich mit dem Ist-Zustand nach bald dreieinhalb Jahren Bauzeit schwer zurecht finden. 

Sperrungen zur Oberfläche  erfordern Geduld.

Bei der MVG selbst sind laut Sprecher Matthias Korte noch keine Beschwerden aufgeschlagen: „Wir haben den vorübergehenden Umstiegsplan schon im Mai im Internet und auf Facebook veröffentlicht. 

Da kommt er gut an.“ Und ein Leitplan hänge im Zwischengeschoss. Für Unmut sorgt auch die grelle Farbgestaltung: Hildebrecht Braun, ehemaliger Stadtrat und FDP-Bundestagsabgeordneter, bemängelt: 

„Der Bahnhof wird in einem grauenvollen unsäglich hässlichen, aufdringlichen grellen gelb gestaltet. Die vielen tausend Besucher des U-Bahnhofs werden das auf längere Zeit erdulden müssen.“ Braun weiß, dass es besser geht: 

„Die Stadt hat sich doch mit der Gestaltung von vielen U-Bahnhöfen wirklich Mühe gegeben, etwa am Tierpark oder am Königsplatz.“ 

Hildebrecht Braun, ehemaliger Stadtrat und FDP-Bundestagsabgeordneter, ist mit der  Gestaltung am Sendlinger Tor nicht zufrieden.

Er fragt: „Wie kann es sein, dass ausgerechnet einer der am meisten genutzten U-Bahnhöfe zum Münchner Spitzenreiter für miserable Gestaltung wird?“ Korte weist diese Kritik zurück: „Die prägnante Farbwahl auf jeder Ebene liegt einem Architektenwettbewerb zugrunde.“ 

Denn trotz der aufwändigen Modernisierung behalten die Bahnsteigebenen außerdem ihr ursprüngliches Farbkonzept, das es schon zur Eröffnung des U-Bahn-Haltes 1971: Gelb bleibt die untere Ebene der U1 und U2, blau die Ebene der U3 und U6. 

Neue Ausschilderungen erfordern Geduld.

Die Decke im Zwischengeschoss wird schwarz. Zudem wird die Station auch die Handschrift des kürzlich verstorbenen Münchner Künstlers Ingo Maurer tragen, der vor seinem Tod noch das Lichtkonzept entwarf. 

Die Farbwahl bleibt wohl eine Geschmacksfrage, bei der Streckenführung brauchen die die MVG-Kunden weiter Geduld. 

„Die jetzige Wegführung bleibt bis zum Abschluss des ,Treppendrehs‘ im Zentralbereich bis Ende 2022“, erklärt Korte. Ganz fertiggestellt soll der neue „Zukunftsbahnhof“ 2023 werden. 

Marie-Julie Hlawica

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