Rot fürs Miteinander

München: 25 000 Verstöße am Tag? – Automobilclub macht gegen Radler mobil

Erwischt: Rotlichtverstöße wie diesen dokumentierte und kommentierte der Autoclub Mobil in Deutschland. 
+
Erwischt: Rotlichtverstöße wie diesen dokumentierte und kommentierte der Autoclub Mobil in Deutschland.

Laut dem Autoclub soll es in München pro Tag 25 000 Rotlichtverstöße durch Radler geben. Was der Deutsche Fahrrad-Club dazu sagt und wie die Polizei reagiert...

  • 25 000 Rotlichtverstöße durch Radler inMünchen?
  • Was der  Deutsche Fahrrad-Club zu der Studie sagt.
  • Wie diePolizei reagiert...

München – Laute Musik, Smileys, Pfeile: So deckt der Autoclub „Mobil in Deutschland“ Rotlichtverstöße von Radlern auf YouTube auf. „Verkehrsregeln gelten nicht nur für Autofahrer“, mahnt Michael Haberland, Präsident des Autoclubs. 

In dieser Hinsicht gibt ihm der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) recht. Ob man sich an Verkehrsregeln halte, sei eine Frage der Persönlichkeit, nicht des Verkehrsmittels, erklärt Laura Ganswindt vom ADFC. 

Michael Haberland, Präsident des Autoclubs.

Hilfreich sei oft ein Perspektivenwechsel. Uneins ist man sich in einem anderen Punkt: Laut Autoclub gibt es in München pro Tag 25 000 Rotlichtverstöße durch Radler. „Eine wahnsinnige Zahl, die im Hinblick auf die Verkehrssicherheit sehr bedenklich ist“, warnt Haberland. 

Grundlage für diese Zahl sind sechs Stunden Filmmaterial, das der Club heuer an zwei Sommertagen an verschiedenen Kreuzungen und Ampeln sammelte und auf die Stadt und das Jahr hochrechnete. 

„Rotlichtverstöße werden mehr von Autos begangen.“ 

Als „unseriös und nicht repräsentativ“ bezeichnet Ganswindt die Zahlen und deren Erhebung. Es würden zudem Referenzzahlen zum Autoverkehr fehlen. Die Unfallforschung zeige: „Rotlichtverstöße werden mehr von Autos begangen.“ 

In puncto Sicherheit sei die auf Autos optimierte Infrastruktur das zentrale Problem. Trotzdem appelliert auch sie an Radler: „Rotlichtverstöße sind ein unnötiges Gefahrenpotenzial und ohne Frage ein Vergehen.“ 

Laura Ganswindt vom ADFC.

Für 2019 dokumentierte die Münchner Polizei 6236 Rotlichtverstöße, mehr als die Hälfte entfällt dabei auf Radler. „Eine Dunkelziffer mag es geben“, erklärt ein Polizeisprecher. 

Haberlands Forderung, die Polizei sei gefordert und müsse mehr kontrollieren, weist die Polizei zurück. „Wir machen wirklich viel.“ 

Schwerpunktkreuzungen, an denen Unfälle passiert sind oder noch passieren könnten, werden überwacht. Die Fahrradstreife bekommt einen größeren Stellenwert, hat nun eigene Uniformen. 

Die Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten“ soll auch heuer die Sicherheit rund um den Radverkehr erhöhen. Jetzt liegt es an den Münchnern – auf zwei und vier Rädern.

sab

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Corona-Test in München und Landkreis – Wo man sich in der Stadt testen lassen kann
Corona-Test in München und Landkreis – Wo man sich in der Stadt testen lassen kann
Wegen riesiger Nachfrage nach Corona-Tests –  Neue Öffnungszeiten am Testzentrum auf der Theresienwiese 
Wegen riesiger Nachfrage nach Corona-Tests –  Neue Öffnungszeiten am Testzentrum auf der Theresienwiese 
Corona in München: Ministerpräsident Söder bringt Alkoholverbot und Maskenpflicht im Freien ins Spiel
Corona in München: Ministerpräsident Söder bringt Alkoholverbot und Maskenpflicht im Freien ins Spiel
Aktuelle Corona-Regeln in Bayern: Neue Regeln für Bars und Kneipen, Veranstaltungen und Testzentren
Aktuelle Corona-Regeln in Bayern: Neue Regeln für Bars und Kneipen, Veranstaltungen und Testzentren

Kommentare