Prüfungs-Flut für Schüler

Wegen Corona – Prüfungs-Marathon für Münchner Schüler – auch Fächer sollen ausgedünnt werden

Der Druck auf Schüler steigt wegen der Corona-Pandemie. Da hilft es auch nicht, dass viele Stegreifaufgaben aktuell sogar angekündigt werden.
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Der Druck auf Schüler steigt wegen der Corona-Pandemie. Da hilft es auch nicht, dass viele Stegreifaufgaben aktuell sogar angekündigt werden.

Mehrere Tests täglich sollen Münchner Schüler nun wegen der Pandemie schreiben. Dabei macht sich neben Corona auch der Lehrermangel bemerkbar. Was Schulen und Ministerien nun diskutieren...

  • Wegen Corona steigt der Druck auf Schüler und Lehrer.
  • Neben Corona ist der Lehrermangel ein weiteres Problem.
  • Was Schulen und Ministerien nun diskutieren...

München – Zwei Prüfungen pro Tag, teils mehrfach pro Woche – und das nur kurz nach dem Start ins neue Schuljahr. Münchner Schüler und Eltern stöhnen schon jetzt über den Druck. Da hilft es auch nichts, dass viele Stegreifaufgaben aktuell sogar angekündigt werden. Der Verdacht vieler: Hier wird vorgesorgt, um trotz drohender Unterrichtsausfälle genügend Noten zu haben.

Simone Fleischmann, Präsidentin des bayerischen Lehrer und Lehrerinnenverbandes (BLLV), bestätigt auf Hallo-
Nachfrage: „Ja, das ist ein Zeichen für unser schulischen Leistungssystem, das sich durch die Noten ausdrückt.

Viele Lehrer geben jetzt schon Vollgas. Wenn noch einmal für Wochen der Präsenz­unterricht entfällt, wird es für alle schwer, schulische Erwartungen zu erfüllen. Wir kommen dem Druck nicht aus.“

Simone Fleischmann, Präsidentin des bayerischen Lehrer und Lehrerinnenverbandes (BLLV)

Fleischmann ist in ständigem Kontakt mit Kultusminister Michael Piazolo und Ministerpräsident Markus Söder: „Es ist für alle eine abnormale Situation, weit vom Regelbetrieb entfernt. Dabei macht sich nicht nur Corona, sondern auch der Lehrermangel bemerkbar.“

Von Kultusseite wird weiter nach Lehrkräften gesucht. Ein Aufruf im Internet wendet sich deshalb an Quereinsteiger: „Unterstützen Sie ab Herbst 2020 die Schulen in Bayern als Team-Lehrkraft!“

Denn schon jetzt können die Brückenangebote nicht stattfinden, die im letzten Schuljahr als Förderoffensive angekündigt wurden. Fleischmann: „Wir als Pädagogen müssen deshalb schon jetzt überlegen, ob und wann wir Unterricht wieder auf die Kernfächer konzentrieren. Das macht allen Druck.“

Insgesamt 800 neue Vollzeitkräfte

Daniel Otto, Sprecher des Kultusministeriums, verspricht: „Aktuell läuft alles nach Stundenplan. Ziel ist, den Präsenz­unterricht flächendeckend zu halten.“ Die Resonanz auf die unkonventionelle Lehrersuche des Ministeriums sei sehr gut: „Dem Aufruf sind mehrere tausend Interessenten gefolgt. Insgesamt haben wir 800 neue Vollzeitkräfte gewonnen und Verträge abgeschlossen.“

Um aber dringende Fragen von Eltern, Schülern und Lehrern zu klären, wird der BLLV am 7. Oktober eine Pressekonferenz geben: „Was heißt Schule jetzt?“ lautet die zentrale Frage. Bei allen Schwierigkeiten, die in diesem besonderen Schuljahr möglicherweise auf Lehrer und Schüler zukommen werden, ist sich Fleischmann trotzdem sicher: „Es ist kein verlorener Jahrgang!“   

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Marie-Julie Hlawica

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