Albtraum Untermiete

Rechtsstreit statt Kostenerleichterung für schwangere Münchnerin – wovor der Mieterverein warnt

Gerne würde Julia M. ihre alte Wohnung beim Betreten der neuen hinter sich lassen.
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Gerne würde Julia M. ihre alte Wohnung beim Betreten der neuen hinter sich lassen.

Eine Münchnerin wird ihren Untermieter nicht mehr los. Solche Problemfälle gibt es oft. Was passieren kann und was der Mieterverein in solchen Situation rät.

  • Untermiete in München kann gefährlich werden
  • Situation einer Schwangeren zeigt Problemsituation
  • Was der Mieterverein rät

Eigentlich hat Julia M. (Name geändert) Grund zur Freude: Sie ist im vierten Monat schwanger, soeben hat sie mit ihrem Partner eine neue, größere Wohnung bezogen. Für die Zeit während der Kündigungsfrist entschließt M. sich, ihre alte Wohnung weiterzuvermieten. Ein Untermieter ist über eine Internetplattform rasch gefunden: ein 28-jähriger Student aus der Schweiz. Drei Monatsmieten weniger zu stemmen. Doch damit beginnt der Albtraum der jungen Münchnerin.

Die Hausverwaltung schreibt ihr, dass die Weitervermietung wegen der fehlenden Zustimmung unberechtigterweise erfolgte. Der Untermieter sei deshalb zu kündigen. M. entschuldigt sich für ihr Unwissen, und schreibt ihrem Untermieter. Doch der spielt nicht mit. Er lehne die Kündigung vollumfänglich ab.

„Eine kurzfristige Zwischenvermietung ist immer hochgefährlich“, warnt Mieterverein-Geschäftsführer Volker Rastätter. „Generell raten wir davon ab.“

Untermiete in München: Mietverein rät davon ab

„Was, wenn er tatsächlich nicht rausgeht?“, fragt sich M. immer öfter. Sie versucht, ins Gewissen zu reden: „Ich hatte von Ihnen nicht das Bild von jemandem, der anderen etwas Böses will“, schreibt sie ihm. Als die dritte Miete ausbleibt, holt sich M. Hilfe durch einen Anwalt. Man könne versuchen, ihn fristlos zu kündigen. Aber: Der Prozess könnte Monate dauern – in denen M. schadensersatzpflichtig ist. Ihre Sorgen wachsen weiter, weitere Anrufe bleiben unbeantwortet. Schließlich eine E-Mail des Untermieters: Das Wohnungsamt finanziere seine Miete, M. möge sich ans Amt wenden.

„Er hat mich angelogen, was seine Bonität angeht. Wenn er tatsächlich zahlungsunfähig ist, bleibe ich auf den Kosten sitzen.“

Ähnliche Fälle gibt es laut Rastätter in München leider öfter. Diese Befürchtung hat auch M. – und möchte andere warnen, nicht den gleichen Fehler wie sie zu begehen.

Vorsicht statt Nachsicht - Tipps vom Mietverein

Um seine Wohnung unterzuvermieten, bedarf es der Zustimmung des Vermieters. Einen Anspruch darauf hat nur, wer ein berechtigtes Interesse vorweisen kann.

„Man sollte eine Zwischenvermietung höchstens erwägen, wenn man die Personen persönlich kennt und/oder sie glaubhaft machen können, warum sie zum vereinbarten Zeitpunkt nicht mehr auf die Wohnung angewiesen sind“, rät Volker Rastätter vom Mieterverein. Denn: „Selbst bei einem berechtigten Kündigungsgrund kann es länger dauern, bis die Wohnung frei ist.“ Ein Zeitraum, in dem der Mieter draufzahlt: „Solange die Wohnung nicht geräumt werden kann, kann der Vermieter nicht nur die reguläre Miete verlangen, sondern die übliche Marktmiete.“

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