Die meisten Fälle am Wochenende oder in den Abendstunden 

Gewalt gegen Polizeibeamte in München nimmt weiter zu - 488 verletzte Polizisten im Jahr 2019

In München wurden im vergangenen Jahr 488 Polizeibeamte im Rahmen ihrer Dienstausübung verletzt. (Symbolbild)
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In München wurden im vergangenen Jahr 488 Polizeibeamte im Rahmen ihrer Dienstausübung verletzt. (Symbolbild)

Münchner Polizei zieht Bilanz: Seit Jahren nehmen Fälle von Gewalt gegen Polizisten in München zu. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 488 Beamte verletzt. 

  • Die Zahl der Fälle von Gewalt gegen Polizisten in München steigt jährlich. 
  • Im Jahr 2019 wurden 488 Polizisten im Dienst verletzt. 
  • In den meisten Fällen handelt es sich um Beleidigungen gegenüber den Beamten

München - Die Gewalt gegen Polizisten in München nimmt jährlich zu: 2019 kam es zu insgesamt 1.409 Fällen von Gewalt gegen Polizeibeamte. Vergleicht man diese Zahl mit dem Vorjahr entspricht das einer Steigerung von 5,7 Prozent. Ein Blick auf die Jahre 2017 und 2018 zeigt, dass sich bereits seit Jahren eine steigende Tendenz bei der Gewalt gegen Polizist en abzeichnet. 2017 waren es insgesamt 1.189 Fälle, 2018 bereits 1.333 verzeichnete Vorkommnisse. 

München: Gewalt gegen Polizisten steigt jährlich 

Versuchte und vollendete Fälle der Gewalt gegen Polizeibeamte werden seit dem Jahr 2010 statistisch erhoben, wenn mindestens ein Polizeivollzugsbeamter in Ausübung seines Dienstes geschädigt beziehungsweise betroffen wurde. Im Langzeitvergleich seit Beginn der statistischen Erfassung stiegen die Delikte im Bereich des Polizeipräsidiums München um 118 Fälle (9,1 Prozent) an. Etwa 18 Prozent aller in Bayern gemeldeten Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte finden im Bereich des Polizeipräsidiums München statt. 

Bei den erfassten Fällen handelt es sich größtenteils um Fälle der Beleidigung (37,1 Prozent), des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte (31,8 Prozent) und des Widerstandes gegen Polizeivollzugsbeamte (19,2 Prozent). In 111 Fällen (7,9 Prozent) kam es zur Körperverletzung, in weiteren 32 Fällen (2,3 Prozent) kam es zur Bedrohung. Die restlichen 24 Fälle (1,7 Prozent) beinhalten die Begehung sonstiger Straftaten gegen Polizeibeamte. 

Gewalt gegen Polizeibeamte in München: 2019 gab es 488 verletzte Polizisten

Insgesamt wurden im Jahr 2019 488 Polizeibeamte im Rahmen ihrer Dienstausübung verletzt. Wie bereits in den Vorjahren waren hier überwiegend Männer betroffen. Die Taten ereigneten sich vor allem im Zusammenhang mit der Bewältigung von Aufgaben des alltäglichen Wach- und Streifendienstes. Der Schwerpunkt derartiger Delikte ist an den Wochenenden und in den Abendstunden festzustellen. 

Einen wirkungsvollen Beitrag zum Schutz der Beamtinnen und Beamten vor Übergriffen entfalte sich aus dem Tragen der Body-Cam. Es handelt sich dabei um eine nach außen erkennbare Möglichkeit einer Videoaufzeichnung, die zu einer höheren Hemmschwelle bei möglichen Tätern vor gewalttätigen Übergriffen beitrage. 

München: Gewalt gegen Polizisten - die Hälfte der Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss 

Über die Hälfte der insgesamt 1.277 Tatverdächtigen (60,2 %) standen bei der Gewalttaten gegenüber den Beamten unter Alkoholeinfluss. Im Vorjahresvergleich (58,8 %) ist hier lediglich ein geringfügiger Anstieg zu verzeichnen. Der Anteil an Tatverdächtigen, die bei Tatbegehung unter dem Einfluss von Drogen standen, fällt mit 8,7 % weiterhin vergleichsweise niedrig aus. 

Gewalt gegen Polizisten in Bayern: Joachim Herrmann stellt Zahlen vor

Bayerns Innenminister

Joachim Herrmann

präsentierte am Donnerstag, 4. Mai, bei einer Pressekonferenz die Eckpunkte des Lagebilds „Gewalt gegen Polizeibeamte in Bayern 2019“ und stellt dabei ein umfangreiches Maßnahmenpaket zum besseren Schutz vor. 

Peter Schall, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Bayern, äußerte sich zu den Zahlen, die den gesamten Freistaat betreffen, besorgt: "Leider sind die Angriffe auf unsere Kollegen und Kolleginnen erneut um 3,5 Prozent angestiegen. 2.599 verletzte Polizistinnen und Polizisten, die an 4.369 Tagen wegen der Verletzungen im Dienst fehlten, sprechen eine traurige Sprache." Dass im Jahr 2019 dadurch an jedem Tag im Durchschnitt sieben Polizeibeamte verletzt wurden, erachtet er nur noch als dramatisch. Was die passive Schutzausstattung angehe, sei die Bayerische Polizei jedoch gut ausgerüstet. Inzwischen werde auch seitens der Gerichte der Strafrahmen besser ausgeschöpft.

Quellen: Polizei München/kf

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