Sicher durch die Stadt

Wo fühlen sich Münchnerinnen unwohl? Eine Bilanz zum Projekt „Platz da für Mädchen“

Eine Frau in der Nacht auf Treppen in einem Park.
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Eine Frau in der Nacht auf Treppen in einem Park.

„Platz da für Mädchen und junge Frauen“ hat Orte in München ausfindig gemacht, an denen sich Münchnerinnen nicht sicher fühlen. Was sich seither getan hat...

  • Platz da für Mädchen und junge Frauen“ findet Orte an denen Frauen sich nicht sicher finden.
  • Die Stadt München setzt auf „Nachtspaziergänge“.
  • Laut KJR gibt es noch viel zu tun,

Dunkle Wege, gefährliche Ecken: Das Partizipationsprojekt „Platz da für Mädchen und junge Frauen“ hat 2018 Orte ausfindig gemacht, an denen sich junge Müncherinnen nicht sicher fühlen und an die Stadtverwaltung herangetragen. Was sich seither getan hat, wird jetzt im Kinder- und Jugendhilfe­ausschuss präsentiert (siehe unten).

Doch gibt es noch zu tun. Und zwar „immer dort, wo Mädchen keine Chance haben, einen anderen Weg zu wählen“, wie Manuela Sauer, Leitung Referat für Grundsatzfragen im Kreisjugendring München-Stadt (KJR) sagt. Als Beispiel führt sie den Jugend­treff Harthof an, der momentan nur über einen unbeleuchteten Zugang erreicht werden könne.

„Platz da für Mädchen und junge Frauen“ in München

Um weiteren Bedarf ausfindig zu machen, setzt die Stadt jetzt auf sogenannte „Nachtspaziergänge“. Vor Ort soll geklärt werden, wie das Sicherheitsgefühl an verschiedenen Plätzen verbessert werden kann. Grundlage seien circa zehn Örtlichkeiten, die vorab vom zuständigen Bezirks­ausschuss benannt werden, erklärt ein Sprecher des Baureferats.

Die Idee wird beim KJR positiv angenommen: „Mädchen können dann direkt vor Ort zeigen, warum sie sich an welchen Orten unwohl fühlen“, sagt Manuela Sauer.

Ein Problem der Nachtspaziergänge: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Deshalb arbeitet das Stadtjugendamt in Abstimmung mit dem IT-Referat an einer Online-Plattform. Diese soll jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, verbesserungswürdige Orte zu melden.

Doch nicht alle Plätze liegen im Zuständigkeitsbereich der Stadt München

So etwa der Fußweg zur Haltestelle Fasanerie direkt neben den Gleisen, wo laut Sauer „dringender Handlungsbedarf“ besteht und die Deutsche Bahn zuständig ist. Für Durchgänge bei Wohnbebauungen wiederum sind jeweils die Eigentümer der Wohnanlage zuständig. In diesen Fällen plant das Stadtjugendamt, „in den kommenden Monaten über die Bezirksausschüsse bestehende Kontakte in der Region zu nutzen beziehungsweise Verantwortliche der Deutschen Bahn AG direkt anzusprechen“, heißt es aus dem Sozialreferat.

Als weitere Maßnahme, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen, wurden Notfallknöpfe an allen Bushaltestellen der Münchner Nachtlinien gefordert. Aus Sicht der MVG seien diese aber „keine geeignete Lösung“, nicht zuletzt wegen hoher Kosten und weil sie „in Zeiten des Mobiltelefons etwas aus der Zeit gefallen“ anmuten.

Hier hat die Verwaltung bereits nachgebessert

Das Stadtjugendamt habe die vom Projekt „Platz da für Mädchen und junge Frauen“ benannten Orte mit dem Baureferat geprüft und Verbesserungen umgesetzt. Konkret wurde etwa die Beleuchtungssituation zwischen dem Jugendtreff Treff 21 und dem Mädchentreff Blumenau verbessert, indem zwei Lichtmasten versetzt und sechs neue gestellt wurden.

Neue Laterne in Blumenau.

Am Lucia-Popp-Bogen (Langwied) zum Jugendtreff an der Schäferwiese wurden drei Lichtmasten errichtet.

Neue Laterne am Lucia-Popp-Bogen.

Wie Jugendliche mitgestalten

Was gefällt dir an München? Was belastet dich? Wo würdest du gerne mehr mitgestalten? In der dritten Münchner Online-Jugendbefragung können sich junge Menschen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren sechs Wochen lang zu ihren Bedürfnissen, Einstellungen und Erwartungen in verschiedenen Lebensbereichen äußern. Das Stadtjugendamt führt die Umfrage in Kooperation mit dem Aktionsbündnis „Wir sind die Zukunft“ durch. Die Befragung ist unter www.­jugendbefragung-muenchen.de zu finden.

S. Obermeir

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