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Medienberichte: Oktoberfest-Kopie in Dubai wird wohl verschoben. Die Hintergründe...

Riesenrad in Dubai
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In Dubai steht zwar schon ein Riesenrad. Die geplante Oktoberfest-Kopie - im Volksmund oft als „Wüsten-Wiesn“ bezeichnet - wird aber wohl verschoben.
  • Marie-Julie Hlawica
    VonMarie-Julie Hlawica
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Reichlich Sand im Getriebe: Erst untersagt die Stadt per Gericht das Werben mit Begrifflichkeiten der Wiesn, jetzt wird die Oktoberfest-Kopie in Dubai wohl verschoben. Die Details...

  • Das Volksfest in Dubai darf nicht mit Begrifflichkeiten der Wiesn für sich werben
  • Jetzt wird die Oktoberfest-Kopie wohl verschoben
  • Der Grund ist wohl die Corona-Pandemie

Update 18. Juli 2021

Oktoberfest-Kopie in Dubai wird wohl verschoben - wegen der Corona-Pandemie

Die umstrittenen Pläne für eine Art Oktoberfest in Dubai liegen auf Eis. Die Veranstalter müssen die ab 7. Oktober geplante Kopie der Münchner Wiesn wegen der Ausbreitung der Corona-Pandemie in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Zusammenhang mit der Delta-Variante verschieben. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf eine Zeitung.

„Sobald die Corona-Politik des Landes einen Eröffnungstermin zulässt, werden wir starten“, sagte Mitorganisator Dirk Ippen demnach der „Bild“-Zeitung (Samstag). „Das Oktoberfest in Dubai stand nie infrage und wird sicher stattfinden“, zeigte er sich aber überzeugt.

Mit einer fehlenden Lizenz für den Alkoholausschank habe die Terminverschiebung nichts zu tun. Die Stadt München sieht die Pläne für ein Wüsten-Wiesn kritisch und ist wegen der Werbung dafür sogar vor Gericht gezogen.

Update: 18. Juni 2021

Die Causa „Dubai-Oktoberfest“ landet vor Gericht - Stadt München geht rechtlich gegen Wüsten-Wiesen vor

Das geplante „Oktoberfest“ in Dubai wird zum Fall für die Justiz. Am Freitag kommender Woche (25. Juni) verhandelt das Landgericht München I über eine einstweilige Verfügung der bayerischen Landeshauptstadt gegen die Veranstalter des Dubai-„Oktoberfests“, wie eine Sprecherin bestätigte.

Unter dem Motto „Oktoberfest goes Dubai“ werde der unzutreffende Eindruck erweckt, das Oktoberfest ziehe in diesem Jahr nach der erneuten corona-bedingten Absage in München nach Dubai um, hatte das Wirtschaftsreferat schon Mitte Mai mitgeteilt.

Die Stadt verlangt von den Organisatoren eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung, in der sie sich bereiterklären, nicht mehr mit dem Oktoberfest München für ihr Event zu werben.

Es ist aus Sicht der Landeshauptstadt München erschreckend, dass Dritte die Absage zum Anlass nehmen, sich selbst zu bereichern, indem sie den weltweiten guten Ruf des Oktoberfests ausnutzen und suggerieren, dass eine Verbindung zwischen dem Original und der Veranstaltung in Dubai bestehe. Ziel unseres rechtlichen Vorgehens ist es, den weltweit guten Ruf des Münchner Oktoberfestes zu schützen.

 Clemens Baumgärtner, Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef

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Update: 19. Mai 2021

München geht rechtlich gegen Veranstalter von „Oktoberfest goes Dubai“ vor

München geht rechtlich gegen die Veranstalter von „Oktoberfest goes Dubai“ vor. Das Event sorgte schon früher für Schlagzeilen. (Siehe Update: 02. Mai 2021) Die Stadt verlangt mit einer Abmahnung von den Veranstaltern den Eindruck zu vermeiden, dass die Münchner Wiesn dieses Jahr nach Dubai zieht.

Laut der Stadt München zielen die Organisatoren mit der Bezugnahme auf den Begriff „Oktoberfest“ darauf ab, die positive Stimmung, die mit dem Namen verbunden ist, in unlauterer Art und Weise zu nutzten. Dies geschehe mit den implizierten Verbindungen mit dem originalen Münchner Oktoberfest, etwa auf der Webseite der Veranstalter, in ihren Werbematerialien oder durch das eigens kreierte Logo.

Die Stadt München verlangt von den Veranstaltern deshalb eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung, in der sie sich bereiterklären, künftig mit dem Oktoberfest München für ihr Event nicht mehr zu werben. Dabei stützt sich die Stadt in Abstimmung mit der beauftragten Anwaltskanzlei Pinsent Masons auf einschlägige Vorschriften im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) sowie im Markengesetz (MarkenG).

Das Oktoberfest kann wegen der Corona-Pandemie zum zweiten Mal in Folge nicht am angestammten Platz auf der Theresienwiese stattfinden. Diese vom Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am 3. Mai verkündete schwierige Entscheidung hat weitreichende wirtschaftliche Folgen für München.

„Es ist aus Sicht der Landeshauptstadt München erschreckend, dass Dritte die Absage zum Anlass nehmen, sich selbst zu bereichern, indem sie den weltweiten guten Ruf des Oktoberfests ausnutzen und suggerieren, dass eine Verbindung zwischen dem Original und der Veranstaltung in Dubai bestehe. Es ist daher im öffentlichen Interesse, dass die Stadt gegen solche unlauteren und rechtswidrigen Verhaltensweisen rechtliche Schritte einleitet. Ziel unseres rechtlichen Vorgehens ist es, den weltweit guten Ruf des Münchner Oktoberfestes zu schützen. Das Oktoberfest ist ein über 200 Jahre gepflegtes Kulturgut. Die Stadt veranstaltet dieses unverwechselbare Fest mit hohem finanziellen und organisatorischen Aufwand und wird daher alles dafür tun, um das Oktoberfest als einmalige und ursprünglich Münchner Veranstaltung zu schützen

Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft

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Update: 15.11 Uhr

Oktoberfest-Absage wegen Corona - Wiesn in München wird auch 2021 abgesagt

Das Oktoberfest findet wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht statt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus einer internen Sitzung zur weiteren Planung, an der unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) teilnahmen. 

„Für mich persönlich ist das auch keine leichte Entscheidung“, sagte Reiter. Es sei „sehr schade“ für die Millionen Fans der Wiesn. Es sei aber auch schade, weil es „existenzielle Auswirkungen“ habe für die Menschen, die dort arbeiteten.

Auch die weiteren großen Volksfeste in Bayern sollten nicht stattfinden. Dies werde den Kommunen empfohlen.

Söder und Reiter hatten sich zuletzt bereits skeptisch gezeigt, ob die Wiesn stattfinden kann. Das Oktoberfest sei nicht nur ein bayerisches Fest, sondern ein globales Event, sagte Söder kürzlich.

Die Wiesn 2021 sollte vom 18. September bis zum 3. Oktober stattfinden. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kamen in früheren Jahren zum größten Volksfest der Welt.

Auch wenn bis zum geplanten Start viele Menschen geimpft sein könnten: In Corona-Zeiten wäre die Ansteckungsgefahr auf dem Fest mit oft bis auf den letzten Platz besetzten Bierzelten und dem Gedränge in den Gassen zu groß.

Die erneute Absage trifft wirtschaftlich nicht nur Wirte, Schausteller und Budenbesitzer auf dem Volksfest selbst, sondern auch Hotels, Gaststätten, Taxifahrer und Einzelhändler. Die Wiesn 2019 hatte nach Angaben der Stadt einen Wirtschaftswert von rund 1,23 Milliarden Euro.

Wiesn-Chef Baumgärtner sieht Oktoberfest-Absage wegen als „völlig richtig“

Der Wiesn-Chef und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) wertet die Absage des Oktoberfestes als richtigen Schritt. „Die Entscheidung des Oberbürgermeisters und des Ministerpräsidenten ist völlig richtig - nicht nur aus Rücksicht auf die Gesundheit der Besucher, sondern auch aus Rücksicht auf den guten Ruf des Münchner Oktoberfestes als qualitätsvolles, sicheres Fest. Deshalb unterstütze ich sie ausdrücklich“, sagte Baumgärtner am Montag.

Er setze nun auf das Oktoberfest 2022 - und rechne dann mit großem Zulauf. „Ich bin ganz sicher, dass es sehr, sehr gut besucht sein wird, weil die Menschen hungrig und durstig sind nach der Wiesn“, sagte der Wiesn-Chef.

Wegen Corona 2021 keine großen Volksfeste in Bayern

Wie das Oktoberfest werden dem Vernehmen nach wegen der Corona-Krise in diesem Jahr auch andere große Volksfeste in Bayern abgesagt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus einer internen Sitzung zur weiteren Planung für die Volksfeste, an der neben Ministerpräsident Söder und Münchens OB Reiter auch die Stadtoberhäupter von Abensberg, Straubing, Augsburg, Nürnberg, Bamberg, Rosenheim, Würzburg und Regensburg teilnahmen.

Betroffen von den Absagen wären das Gillamoos-Volksfest in Abensberg und das Herbstfest in Rosenheim. Nach dpa-Informationen sollen aber kleine innovative Lösungen je nach Inzidenz in der Stadt an verschiedenen Plätzen möglich sein.

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Update: 03. Mai 2021

Corona-Absage? Söder und Reiter geben Ausblick auf Oktoberfest in München und Volksfeste in Bayern

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wollen am heutigen Montag (15.15 Uhr) über das diesjährige Oktoberfest und die Volksfest-Saison in Bayern informieren. Es gehe um einen „Ausblick“ auf die Saison, teilte die Staatskanzlei am Mittag mit.

Beide Politiker hatten sich zuletzt skeptisch darüber geäußert, ob das Oktoberfest 2021 angesichts der Corona-Lage stattfinden kann. Das Oktoberfest sei nicht nur ein bayerisches Fest, sondern ein globales Event, sagte Söder kürzlich. 2020 war das größte Volksfest der Welt wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Die Wiesn 2021 ist vom 18. September bis zum 3. Oktober geplant. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen alljährlich zur Wiesn nach München.

Unabhängig vom Oktoberfest wollen die Wirte in München eine Neuauflage der „Wirtshaus-Wiesn“ starten.

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Update: 2. Mai 2021

Wiesn 2021: Stadt München erteilt Oktoberfest-Plänen in Dubai klare Absage

Nach Medien-Berichten über Pläne für ein Oktoberfest in Dubai hat die Stadt mittlerweile Stellung bezogen. Zudem gibt es eine neue Umfrage zum Oktoberfest.

Da die „Wiesn“ in Dubai die Vorstellung einer Privatperson ist, bezieht die Stadt München Stellung, um ein eventuelles Missverständnis zu klären. Manche Überschriften würden nahelegen, dass die Münchner Wiesn tatsächlich nach Dubai verlegt oder in diesem Jahr wegen einer möglichen Corona-Absage in der Wüste stattfinde.

Der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) sagte, angesichts der aktuellen Corona-Lage sehe er kaum eine realistische Chance auf das Münchner Oktoberfest 2021. Das Volksfest an den Golf zu verlagern, sei aber „völlig absurd“.

Dazu stellt das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München als Veranstalter des Münchner Oktoberfests fest:

Das Oktoberfest ist ein Münchner Original und findet ausschließlich in München statt. Die jetzt bekannt gewordenen Pläne werden von den Veranstaltern des Events in Dubai weder im Auftrag noch mit Zustimmung der Landeshauptstadt München verfolgt.

RAW

Bierfeste gebe es überall, sagte der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) am Freitag. Aber: „Es gibt nur ein echtes Oktoberfest und das ist in München“, sagte Baumgärtner. „Wir werden alle juristischen Möglichkeiten prüfen, um unser Münchner Oktoberfest zu schützen.“

Nach Angaben der Veranstalter soll die Golf-Ausgabe des Oktoberfests zeitgleich zur dort geplanten Expo-Weltausstellung im Oktober öffnen und bis Ende März 2022 dauern. Ähnlich wie beim Münchner Vorbild wollen die Veranstalter Bierzelte, Fahrgeschäfte und Buden aufbauen lassen. Geplant sind 620 Betriebe auf 400 000 Quadratmetern.

Man sei in der Planung, deshalb gebe es keine Angaben zu den mögliche Kosten der Veranstaltung, sagte ein Sprecher am Freitag.

Oktoberfest 2021: Mehrheit äußert sich bei Umfrage für Absage der Wiesn

Eine große Mehrheit von über zwei Drittel der Bürger würde eine neuerliche Absage des Münchner Oktoberfests
befürworten. Das hat laut dpa eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey mit 5002 Teilnehmern ergeben. Auftraggeber war die „Augsburger Allgemeine“ (Samstag). Der Rest war unentschieden.

Die Einschätzung der bayerischen Bürger unterschied sich dabei quasi nicht von der Mehrheitsmeinung außerhalb der bayerischen Grenzen: 69 Prozent waren für eine Absage, lediglich 21 Prozent sprachen sich dafür aus, die Wiesn in diesem Herbst wieder stattfinden zu lassen. Der Rest war unentschlossen.

Noch ist offiziell nicht über eine neuerliche Absage der Wiesn entschieden, doch gilt das als wahrscheinlich. Mehrere andere große
bayerische Volksfeste sind bereits abgesagt worden, darunter das Gäubodenfest in Straubing.

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Update: 29. April 2021

Wiesn 2021 trotz Corona? Entscheidung bis Juni - Das sagen Wirte, Schausteller & OB Reiter

Das größte Volksfest der Welt mit Corona-Tests, Zugangskontrollen, Zwei-Meter-Abstand vor den Fahrgeschäften, kleinen Zelten oder ohne Alkohol? Undenkbar. „Es gibt keine Alternative zur Wiesn“, heißt es vom verantwortlichen Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW). Eine klare Absage an eine Wiesn-Light.

Auch Peter Inselkammer, Sprecher der Wiesnwirte und Chef des Armbrustschützenzelts, schließt eine kleine Wiesn aus: „Es kann nur eine Wiesn geben, wie wir sie kennen. Eine Verkleinerung der Sitzflächen oder sitzen mit Abstand ist nicht vorstellbar oder rentabel.“

Dass jetzt die EM in München ausgetragen wird, deuten viele als positives Zeichen. Doch OB Dieter Reiter äußerte sich zuletzt skeptisch, ob am 18. September o’zapft werden kann.

Meldungen von Tageszeitungen, die Wiesn sei bereits abgesagt, dementierte er jedoch umgehend. Diese Entscheidung sei „noch nicht getroffen“. Er will sich mit Ministerpräsident Markus Söder besprechen, „da es ja sinnvoll wäre – wie 2020 auch – die Entscheidung mit Blick auf alle großen bayerischen Volksfeste einheitlich zu treffen.“

Entscheidung über Wiesn 2021 bis spätestens Anfang Juni

Spätestens Anfang Juni müssen Landesregierung und Stadtspitze ihr Ja zur Wiesn an das RAW weitergegeben. Der Aufbau braucht Zeit, Schausteller und Wirte wie Inselkammer Planungs-Sicherheit: „Wir müssen darauf vertrauen, dass das Oktoberfest wirklich stattfindet. Allein unser Zeltaufbau kostet rund 1,5 Millionen.“

Münchens Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner beschäftigt sich deshalb seit Monaten mit dem Für und Wider: „Wir beobachten das Infektionsgeschehen ganz genau. Mit rückläufigen Ansteckungen und zunehmenden Impfungen steigt die Chance, dass das Oktoberfest 2021 stattfinden kann.“ Auch er lehnt eine Mini-Wiesn ab: „Das Münchner Oktoberfest ist ein Gesamtkunstwerk. Das gibt es entweder ganz oder gar nicht.“

Michael Schifferl, dessen Familienbetrieb seit über 50 Jahren bunte Lebkuchenherzerl auf der Theresienwiese verkauft, bangt: „Wir haben heuer bisher 100 Prozent Verdienstausfall.“

Für ihn wie für alle Schausteller-Kollegen wäre das Wiesn-Aus aber viel mehr: „Schausteller sein ist ja kein Beruf, die Wiesn ist unser Leben.“ Noch geben Wiesn-Urgesteine ihre Hoffnung nicht auf: „Kommt die Zusage, hält uns nix, dann hilft jeder beim Aufbau mit.“

Trotz allen Hoffens: Eine Absage der Wiesn ist mehr als wahrscheinlich. Einen kleinen Trost für diesen Fall hat Inselkammer für die Münchner: „Über eine zweite Wirtshauswiesn wie letztes Jahr wird nachgedacht.“

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Update: 05. April 2021

Wiesn-Reservierungen trotz Corona - München OB Reiter sieht Oktoberfest skeptisch

Niemand weiß, ob die Wiesn dieses Jahr stattfinden kann, doch bei den Festzelten stapeln sich bereits die Reservierungsanfragen. „Die Resonanz ist sehr positiv“, sagt der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer. „Die Leute wollen kommen.“ In diesem Jahr ist das Oktoberfest vom 18. September bis 3. Oktober geplant.

In normalen Jahren kommen in den beiden Festwochen sechs Millionen Besucher zum größten Volksfest der Welt. Sie trinken, singen und feiern in den Zelten auf engstem Raum. Ohne wirksamen Impfschutz böte das Fest alle Voraussetzungen für ein internationales Superspreader-Event.

Trotzdem haben laut Inselkammer die allermeisten Stammgäste sich schon jetzt ihre Plätze gesichert. Zu 95 Prozent hätten alle ihre angestammten Wiesn-Tische so bestellt wie 2019. „Nur nur ganz wenige haben abgesagt.“

Die meisten Reservierungen kämen von Gästen aus München und der Region; es gebe aber auch Anfragen aus dem Ausland. Er selbst schätze die Chance für eine Wiesn „fifty-fifty“, sagt Inselkammer. „Ich bin zuversichtlich. Aber es hängt natürlich vor allem von den Impfungen ab.“

Tische sind laut Inselkammer noch zu haben. Doch an den Samstagen werde es schon sehr eng, und der geplante Anstichtag sei praktisch ausreserviert.

Den Wirten zufolge ist Anfang Juni der späteste Zeitpunkt für eine Absage oder Zusage zum Oktoberfest. „Dann müssten wir die Aufbaufirmen beauftragen“, sagt Inselkammer. Die Stadt will voraussichtlich im Mai den Daumen heben oder senken.

Er würde keine Wetten auf ein Oktoberfest 2021 abschließen, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zuletzt. „Man darf sehr skeptisch sein.“

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht das ähnlich: „Ich halte die Skepsis des Oberbürgermeisters für absolut berechtigt und teile sie, auch wenn es heute noch keine abschließende Bewertung geben kann.“

Keine Wiesn „light“ in München - „Sommer in der Stadt“ wieder im Gespräch

Der Wiesn-Chef und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) will möglichst spät entscheiden, um alle Chancen auszuschöpfen. „Wenn wir keine Wiesn sehen, müssen wir wieder über einen Sommer in der Stadt nachdenken. Den werden dann ganz sicher machen.“

Dabei waren im vergangenen Jahr Karussells und Buden dezentral und mit Abstand in der Stadt aufgestellt worden. Auf eine Wiederholung hoffen bei einer erneuten Wiesn-Absage auch die Schausteller.

Aber: „Eine Wiesn „light“ ist keine Wiesn“, sagt die Leiterin der Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller, Yvonne Heckl.

„Eine abgespeckte Version ist keine Wiesn. Das wollen wir nicht“, sagt auch Wirtesprecher Inselkammer. „Mit Masken, begrenzten Plätzen und Abstand im Zelt: Das ist wirtschaftlich sinnlos - und das ist auch keine Wiesn, wie wir sie lieben und wollen. Das macht keinen Spaß.“

Ein Impfpass oder negativer Corona-Test als „Eintrittskarte“ ist aus Sicht der Wirte keine Option. „Das ist nicht darstellbar.“ Schon bisher war die stichprobenartige Kontrolle an den Zugängen zum Oktoberfest gelegentlich ein Herausforderung.

Die Wirte würde eine erneute Absage viel Geld kosten. Allein Inselkammer veranschlagt die laufenden Kosten ohne Wiesn auf 400 000 Euro. Der Wirtschaftswert des weltweit größten Volksfestes liegt bei 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro.

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Update: 26. März 2021

Wiesn 2021? Oberbürgermeister Reiter ist „sehr skeptisch“

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat Zweifel an einem Oktoberfest in diesem Jahr. Auf die Frage: „Kann die Wiesn heuer stattfinden?“ antwortete er nach Angaben des „Münchner Merkurs“ (Freitagsausgabe) in einer digitalen Bürgersprechstunde: „Man darf sehr skeptisch sein.“

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist ebenso wie Münchens OB Reiter skeptisch, was die Ausrichtung des Oktoberfestes 2021 angeht. „Ich halte die Skepsis des Oberbürgermeisters für absolut berechtigt und teile sie, auch wenn es heute noch keine abschließende Bewertung geben kann“, sagte Söder am Freitag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München.

„Ich glaube, dass wir in den nächsten zehn Tagen noch eine Menge an Steigerungen erleben werden“, sagt Söder mit Blick auf die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus. „Alle, die noch vor zehn Tagen gesagt haben, jetzt muss geöffnet werden um jeden Preis, die rudern alle schon wieder ein Stück zurück“, sagte Söder. Er forderte dazu auf, dem Expertenrat zu folgen.

Spätestens im Mai solle die Entscheidung fallen, sagte Reiter. „Aber ich würde keine Wetten auf ein Oktoberfest 2021 abschließen.“ Schon im vergangenen Jahr war die Wiesn wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden - ein schwerer Schlag für München.

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Hoffnung für das nächste Jahr ‒ Entscheidung über Wiesn 2021 in München bis spätestens Juni

Erstmeldung: 17. Dezember 2021

„Die Entscheidung, ob das Oktoberfest stattfinden kann, werden wir unter Berücksichtigung der notwendigen Planungsvorläufe dann im kommenden Jahr treffen, das kann im April sein, aber auch erst im Mai oder sogar Juni“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.

„Natürlich kann ich verstehen, dass viele schon jetzt gerne wissen würden, ob die Wiesn nächstes Jahr stattfinden kann oder nicht“, sagte Reiter weiter. „Aber keiner kann zum jetzigen Zeitpunkt voraussagen, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickelt.“

Der OB äußerte sich dabei zurückhaltend. „Ich würde mich sehr freuen, wenn das Oktoberfest 2021 stattfinden kann“. Aber das sei nur möglich, wenn die Corona-Lage weltweit es erlaube.

Nach Corona-Absage in diesem Jahr hat OB Reiter Hoffnung auf Wiesn 2021

Das diesjährige Oktoberfest hatte Reiter gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 21. April abgesagt. Ein Fest in der Größe und mit der Internationalität bedeute in der Corona-Pandemie eine zu hohe Gefahr, hieß es zur Begründung. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen sonst zum größten Volksfest der Welt und feiern teils dicht gedrängt in den Bierzelten.

Wirte, Schausteller und Marktkaufleute bekommen in normalen Jahren im Frühjahr ihre Zulassung für das Volksfest und starten dann in die heiße Planungsphase.

dpa/jh

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